Diagnose manisch-depressiv

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Sie hatte Glück, glaubt sie: Sie war dreißig, hatte ihre Lebensweg gefunden, als die Krankheit diagnostiziert wurde. In der Zusammenarbeit mit den Angehörigen erlebt sie oft, wie schwierig es ist, wenn junge Leute in der Krise ihre Ausbildung gefährden so wie Markus. Die Eltern machen sich dann große Sorgen, dass ihre Kinder nie mehr Fuß fassen, die Schule oder das Studium nicht beenden. Neulich drohte in einer Angehörigengruppe ein Vater, seinen manisch-depressiven Sohn rauszuschmeißen. Monika Wolff machte ihm klar, dass der Sohn sehr aggressiv reagieren, der Konflikt sich hochschaukeln wird.

Sie selbst hatte auch mit ihrem Umfeld Glück: Kaum jemand von ihren Freunden und Verwandten hat sich von ihr zurückgezogen. Auch wenn es ihnen oft schwerfiel zu verstehen, was mit ihr passierte. Aggressionen und Beleidigungen waren vergessen, wenn sie Monikas ehrliche Reue sahen. Manche wussten auch einfach nicht, wie sie sich verhalten sollten, hatten Angst etwas Falsche zu tun oder zu sagen.

Diese Unsicherheit erlebt Monika nun in ihrer täglichen Arbeit den Angehörigen. Die haben viele Fragen, es tut ihnen gut, sich untereinander auszutauschen. Sie reagieren oft zunächst erstaunt, wenn sie hören, dass Monika selbst Betroffene ist, denn man merkt ihr nichts an. Ihre Geschichte nimmt den Angehörigen ein Stück ihrer größten Angst - dass der Betroffene nie wieder ins normale Leben zurückfinden könnte. Sie ist froh, offen über ihre Geschichte reden zu können.

Sie rät den Angehörigen, den Manikern eine Struktur im Alltag zu geben, sie an die Hand zu nehmen. "Mein Vater hat es einmal schön ausgedrückt: Ich reiche dir die Hand, aber aufstehen musst du selbst", erzählt sie. Die Unterstützung von Familien und Freuden hat ihr sehr geholfen, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie findet es deshalb bewundernswert und ehrenhaft, wie Daniela sich für Markus einsetzt. Aber sie glaubt auch, dass Daniela sich möglicherweise zu viel aufbürdet, nicht genug nach sich selbst schaut. "Maniker rauben ungeheuer viel Energie." Sie kann Danielas Gefühl, alleine gelassen zu sein, deshalb gut verstehen. Auch für die Angehörigen ist Unterstützung sehr wichtig.

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  • Artikel vom 09.08.2005
  • Julia Weidenbach
Letzte Kommentare
  • Andrea
    am 21.03.12 um 19:42
    Chinzano,

    ich kann dieses hin und hergerissen vollkommen nachvollziehen...
    Es kommt drauf an wie schwer er diese Krankheit hat. Ein geregelter Ablauf ist wichtig. Mein Vater ist selber Unternehmer und seid 14 Jahren MD. Gerade in der Anflugphase der Manie sind die Menschen sehr leistungsfähig nur wenn es drüber ist müssen sie in in Klinik und wieder medizinisch eingestellt werden.
    Viele berühmte Leute haben auch diese Krankheit. Fragen Sie ihn ob er einsichtig ist und wie er sich die Zusammenarbeit vorstellt.

    LG Andrea

  • Chinzano
    am 21.03.12 um 08:53
    hallo ,
    ich bin Arbeitgeber u steh im Moment mächtig zwischen 2 Stühlen.mein Mitarbeiter leidet unter dieser Krankheit.war die letzten 4 monate in der Klinik und möchte wieder an seinen Arbeitsplatz mit Eingewöhn-zeit die sich 6 wochen hinzieht.nun kreisen meine Gedanken u ich bin hin u hergerissen. Er macht seinen Job gut u menschlich ist alles im team ok.alle warten wieder auf Ihn.zwar ist ein Unternehmer kein Sozialamt u mein inneres sagt mir er braucht eine chanche wieder ins Arbeitsleben zurück.auf der anderen Seite brauch er sehr viel Aufmerksamkeit u kontrolle ob er seine Aufgaben richtig u ordnungsgemäß erledigt.weiterhin muß ich bei der Arbeitsverteilung berücksichtigen,welche Aufgaben ich ihm übertrage um ihn nicht zu überfordern,was sehr viel organisation nebenbei erfordert . welcher chef hat diese in dieser Wirtschaftslage.
    wer kann mir da Tip´s oder Erfahrung mitteilen.
    mfg Chinzano
  • BRIGITTE.de-Team
    am 29.11.11 um 11:09
    Liebe silwana,

    wir raten Ihnen, sich mit Ihren Fragen direkt an den behandelnden Arzt zu wenden. Er kann Ihnen am besten Auskunft geben.

    Viele Grüße
    Ihr BRIGITTE.de-Team

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