Lebenstraum: Mache ich wirklich das, was ich wollte?

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Masche, 38: Vielleichte schreibe ich ja doch noch mal den großen Roman.

Das sagte das Herz: "Eigentlich wollte ich kinderlos bleiben, in einer Großstadt leben und als Schriftstellerin erfolgreich sein."

Das brachte das Leben: "Jetzt wohne ich in einem winzigen Tessiner Dorf, arbeite als freiberufl iche Grafikerin und habe einen kleinen Sohn. Vorher bin ich mit meinem Mann, der Komponist ist, drei Jahre herumgezogen, von Stipendium zu Stipendium. Wir waren in einem Stuttgarter Schloss, den Engadiner Bergen, einem winzigen Kaff in Ostdeutschland und in einer bombastischen römischen Villa. Eine Zeit lang fand ich es großartig, immer wieder in ein anderes Leben zu springen, neue Leute kennen zu lernen, eine völlig andere Umgebung zu haben. Aber irgendwann kam es mir vor, als lebten wir in einer Parallelwelt."

Trotzdem glücklich? "Ich bin froh, obwohl nicht alles perfekt ist. Das Leben hier kann ziemlich langweilig sein, ich habe noch nicht viele Leute zum Mich-Austauschen gefunden, und mein Italienisch ist zwar inzwischen ganz gut, aber es gibt eine sprachliche und kulturelle Barriere, die nicht leicht zu überwinden ist. Mich hier durchbeißen zu müssen hat mich aber reifen lassen - ich habe gemerkt, dass man auf viele Arten leben kann. Was ich wirklich vermisse, ist das Schreiben - dazu fehlt mir die Muße. Aber ich denke, die Zeit kommt dafür - irgendwann."

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  • Text: Merle Wuttke
    Illustration: Peter Maus