1. Ich bin gerade frisch verliebt, aber es ist kompliziert. Sollte ich so was im Büro diskutieren?
Gegenfrage: Was haben Sie denn davon? Eigentlich steckt dahinter doch eher der Wunsch, den anderen zu erklären, dass man unter Umständen im Moment nicht so viel leisten kann, weil die Seele mit anderen Dingen beschäftigt ist. Aber genau das ist Futter, das man den Kollegen nicht vorwerfen sollte. Fast alle Personalberater sind sich einig: Allzu persönliche Informationen haben im Büro nichts zu suchen. Beziehungskram ebenso wenig wie Krankheiten oder Probleme mit der Kindererziehung. Vorsicht deshalb auch bei privaten Telefonaten, bei denen Beziehungskrisen oder Familientragödien besprochen werden. Selbst sogar wohlmeinende Kollegen können sich ja nicht die Ohren zutackern - und hören mit, ob sie wollen oder nicht.
2. Aber die Probleme könnten sich doch auf meinen Beruf auswirken - sollte ich da nicht ganz offen sagen, was los ist?
So brutal es ist: Wer zu sehr zeigt, dass ihn ein privates Problem bedrückt, dem traut man auch beruflich weniger zu. Natürlich gibt es Situationen, in denen man erzählen sollte, was los ist - weil sich zum Beispiel absehen lässt, dass man Zeit braucht, sich um ein krankes Familienmitglied zu kümmern. In dem Fall ist es aber vernünftig, zu signalisieren, dass man das Problem organisatorisch im Griff hat und genaue Pläne, wie die nächste Zeit läuft, ohne dass der Job darunter leidet.
3. Gibt es denn so was wie eine Faustregel: Wie merke ich, dass ein Mensch vertrauenswürdig ist?
Ein paar Sachen verstehen sich ja irgendwie von selbst: Wenn man jemanden gerade erst kennengelernt hat, sollte man mit ihm oder ihr noch nicht jedes Problem bequatschen. Wann man dann was und wie viel erzählt, ist immer auch ein bisschen Risiko, denn eine Freundin soll einen ja genau da unterstützen, wo man sich schwach fühlt. Und das funktioniert natürlich nur, wenn wir etwas von uns preisgeben.
















-
am um
-
hsm
am 11.08.10 um 04:24
Ehrlich gesagt, ich will solche Stories im Job nicht hoeren (Krankheiten von Kollegen oder deren Familienangehoerigen, etc.) Ich will sie nirgendwo hoeren, aber vor allem im Job nicht, weil man dort nicht immer fluechten und sich abgrenzen kann, und quasi ausgesetzt ist. So was kann einem den ganzen Tag verderben.
-
jean-g
am 09.08.10 um 13:46
Vielleicht ist das ganze ja auch ein Balance PÜroblem von zu viel und zu wenig und hängt dies nicht auch von der Konkurrenz ab am Arbeitsplatz nab. Möglichst cool, keine Schwächen... Es wäre doch schön wenn die KollegInnen wissen dürften, dass der Partner z.B. lebensbedrohlich erkrankt ist. Und warum sollte nicht jemand dann eingeschränkter belastbar sein dürfen. Traurig ist, dass Arbeitsverhältnisse oft so distanziert sind, dass so was niemand wissen darf und noch trauriger ist wenn, was leider manchmal auch angebracht ist, es sinnvoll ist, selbst solche Informationen nicht preiszugegeben, da man sich angreifbar macht. Andererseits eine Arbeitsstelle sollte niemals Familien-, Freundschafts- oder Beziehungsersatz sein.
-
Bamby_G
am 07.08.10 um 01:47
Ich finde den Artikel sehr gelungen. Ich arbeite in einem Großraumbüro und gerade hier ist Diskretion angesagt. Private Probleme gehören einfach nicht ins Arbeitsleben - die Menschen dort sind hauptsächlich Kollegen und keine Freunde - von daher müssen sie nicht unbedingt vertrauensvoll mit diesen Informationen umgehen. Gerade etwas Klatsch und Tratsch macht den Arbeitsalltag etwas spannender. Für so etwas sollte man sich und seine Probleme nicht missbrauchen lassen.
-
hsm
am 06.08.10 um 19:46
Echt? Ueber Krankheiten und Familienprobleme soll man im Buero nicht erzaehlen? Wenn das doch nur mal einer meinen Kollegen verklickern wuerde. Andere Themen gibt es fuer die naemlich ueberhaupt nicht. Und sogar der Chef ist davon nicht ausgeschlossen, sondern ermutigt es sogar.
mehr (4)