Zu viel Perfektionismus: Hilfe von Experten
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... und das hat's gebracht
Nach einer Woche
Wow, das waren viele Impulse! Angefangen hat es allerdings gar nicht gut. Da wollte ich nach längerem Überlegen spontan sein, habe meinem Freund zugunsten eines Singtermins abgesagt, und dann ging mein Auto kaputt. Ich hatte also weder Freund noch Singen - also habe ich mich meiner Steuererklärung gewidmet.
Von meinem Termin mit der Psychologin war ich ausgesprochen positiv überrascht. Das Aha-Erlebnis für mich war ihre Aussage, dass niemand ohne Grund so ist, wie er ist. Es tut gut, endlich zu wissen, warum ich so reagiere, wie ich reagiere: Meine Kopflastigkeit gibt mir Sicherheit und Bestätigung und ist zugleich ein Bollwerk gegen Angst und Schmerz - wenn ich mich nicht öffne, kann ich auch nicht verletzt werden. Es ist sehr befreiend, mein "Problem" endlich einmal von der guten Seite zu betrachten. Auch mein Entschleunigungstermin war wundervoll! Die ersten Qi-Gong-Übungen haben mir geholfen, mich geistig freier und gelassener zu fühlen - allein schon durch die Körperhaltung. Und: Singen verschönert mir den Alltag. Im Auto oder zu Hause ab und an ein Lied zu trällern, macht es leichter, abzuwaschen oder zu bügeln.
Nach einem Monat
Leichtigkeit, Freiheit und Glück. Das habe ich empfunden, als ich bei Monika Röttger mit Leib und Seele mitgesungen habe. Von ihr habe ich erfahren, was für ein schlummerndes Potenzial ich im Mezzosopran habe und wie viel Spaß Lautübungen und Kanons bringen können. Ich war total bei mir, offen, entspannt und versunken ins Singen. Und das Beste: Dieses Gefühl konnte ich mitnehmen. Ganz spontan war ich gleich anschließend mit meinem Freund auf einem Stadtfest in der Nähe. Herrlich!
Zwischendrin ist mir allerdings alles etwas viel geworden, ich dachte, ich schaffe das nicht: Ich war völlig kaputt und sollte zur Entschleunigung. Allein die Vorstellung hat mich gestresst, und ich hatte Angst, bei den angeleiteten Entspannungen einzuschlafen. Doch die Sorge war unbegründet: Die Atem-Meditation hat mich innerhalb einer Viertelstunde tief entspannt. Mein Kopf war total frei. Diese Atemübung mache ich jetzt auch beim Zubettgehen, und ich recke und strecke mich zwischendurch im Büro, das entspannt Körper und Gedanken zugleich.
Ich dachte zunächst, das Kopfgesteuerte müsse komplett verschwinden. Jetzt weiß ich: Ich darf mir beides erlauben, sowohl die Ratio als auch das Gefühl! Dank der Kurzzeittherapie ist meine graue, alles beherrschende Vernunft bunt geworden und lässt sich auch mal wegschieben. Ich bin nicht mehr so steif und arbeite meinen Plan ab, sondern kann oft lockerer sein und erlaube mir auch mal im Büro, mich über ein privates Ereignis zu freuen.
Mein größter Erfolg: Wenn ich zu Hause bin, kann ich jetzt loslassen - meinen Schutzschild abstreifen. Ganz allein für mich und auch bei meinem Freund fühle ich mich sicher. Natürlich braucht das alles noch Zeit, aber allein diese klar formulierten Gedanken sorgen für ein ganz neues Selbstbewusstsein. Mein Leben wird nicht mehr so grau, sondern von jetzt an bunter sein. Ich werde mir das erlauben!













