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Gehen Sie nach Mitternacht völlig verschlafen ans Telefon, weil Ihre Freundin, völlig betrunken, ihren Liebeskummer auskotzen möchte?
Tragen Sie beim Auschecken aus dem Hotel Ihre schweren Koffer selbst zum Taxi? Springen Sie zu Hause automatisch auf, wenn Mann oder Kinder "Wo ist der Ketchup?" rufen? Und fünf Minuten später noch einmal, weil jemand die Cola verschüttet hat? Ist der Satz "Bleibt ruhig sitzen, ich mach das schon" Ihr verbaler Dauerbrenner?
Dann sind Sie vermutlich eine Putzfrau, auch wenn ein dienstbarer Geist aus Brasilien oder Polen für zehn Euro die Stunde Ihre Wohnung wischt. Putzfrau ist nämlich nicht nur ein Beruf, sondern eine Geisteshaltung, eine angeborene und meist unausrottbare, in der das Helfer-Gen überdimensional und in ständiger Alarmbereitschaft ist.
Eine Putzfrau, das ist ihr Fluch, fühlt sich immer und überall für alles und alle zuständig. Sie kann nicht anders, egal ob es um die Rettung des Regenwaldes, den Seelenfrust ihrer Frauenärztin oder um ein Teenie-Zimmer geht, in das alle Tage wieder der Blitz einschlägt. Wenn Not an der Frau ist, greift sie zu, weil ihre Hilfssensoren so fein gestimmt sind, dass sie bereits anschlagen, wenn auch nur der Hauch von Hilfsbedürftigkeit im Raume schwebt und diesbezüglich deutlich gröber veranlagte Frauen gemütlich auf dem Sofa sitzen bleiben und am Prosecco nippen.
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