Ein Stimmungstief, aus dem man nicht mehr herauskommt. Angst, die einen plötzlich anfällt. Eine Trennung, die einen vollkommen aus der Bahn wirft: Manchmal helfen Gespräche mit Freunden und Bekannten nicht mehr weiter. Und die Hoffnung, das Problem würde sich mit der Zeit von alleine lösen, erfüllt sich nicht. Immer mehr Menschen in Deutschland erleben psychische Krisen, in denen sie auf professionelle Hilfe angewiesen sind. Laut einer aktuellen Studie der DAK stieg die Zahl der psychischen Erkrankungen unter Berufstätigen von 1997 bis 2004 um 70 Prozent. Jeder siebte war schon einmal in professioneller Behandlung. Zwei Drittel aller Berufstätigen können sich vorstellen, wegen eines psychischen Problems einen Therapeuten aufzusuchen. Die Zahl der Krankheitstage aufgrund von depressiven Störungen stieg um 42 Prozent, bei Angststörungen sind es 27 Prozent. Am häufigsten sind Frauen betroffen.
Obwohl Betroffene heute schneller Hilfe suchen, vergeht viel Zeit, bis sie ein angemessenes Therapieangebot finden: "Bei unklaren körperlichen Beschwerden sind es sechs bis acht Jahre, bei Angststörungen vergehen im Schnitt zehn Jahre", berichtet Dr. Wambach. "Die Gründe sind vermutlich mangelnde Information, aber auch Vorbehalte gegen Psychotherapie."
Auch wenn es eine größere Offenheit gegenüber psychotherapeutischen Angeboten gibt, so existieren dennoch nach wie vor Vorurteile. Über die Hälfte der Befragten in der DAK Studie gab an, dass es ihnen unangenehmer wäre, wegen psychischer Probleme am Arbeitplatz zu fehlen als wegen einer anderen Krankheit. Immerhin 26 Prozent meinten, dass psychische Störungen sowieso nur eine Ausrede für Blaumacherei seien. Viele Menschen scheuen sich nach wie vor, offen in der Familie und mit Bekannten über das Thema zu sprechen. Bei der Suche nach einem Therapeuten sind sie deshalb oft auf sich alleine gestellt und sehen sich mit vielen Fragen konfrontiert.













