Sarah Kuttner: "Eine Angststörung ist wie eine Erkältung"

Die Fernsehmoderatorin Sarah Kuttner, 30, gilt als fröhlich, schlagfertig und unbeschwert. In ihrem Romandebüt schreibt sie über Schweißausbrüche, Herzrasen und Panikattacken. Interview mit der Autorin, inklusive Leseprobe und Hörbuch-Auszug.

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Dossierthema in der aktuellen BRIGITTE

BRIGITTE: Die wenigsten würden gerade Sie mit dem Thema Angst in Verbindung bringen. Nun haben Sie sogar Ihren ersten Roman darüber geschrieben.

Sarah Kuttner: Alle denken, Angstzustände bekommt nur jemand, der verrückt ist. Falsch! Eine Angststörung ist wie eine Erkältung, die jeden erwischen kann. Die Leute, an denen ich das beobachtet habe, sind schlau, lustig und tough.

BRIGITTE: Im Buch beschreiben Sie das Leben von Karo, einem quirligen Mädchen in Ihrem Alter, das unter Panikattacken leidet. Wie viel von Ihnen steckt in Karo?

Sarah Kuttner: Wir haben sicher ähnliche Charaktereigenschaften, aber ansonsten ist das Buch nicht autobiografisch. Ich erzähle die Geschichte über eine Frau, in der sich mein ganzes Umfeld vereint. Viele Freunde, auch Verwandte hatten irgendwann mal das Problem.

BRIGITTE: Die Beschreibungen der Angstattacken sind sehr realistisch. Sie schildern nicht nur typische Symptome wie Zittern oder Herzrasen. Ihre Hauptfigur Karo sagt einmal: "Ich fühle mich permanent irgendwie entzündet." Das klingt nicht wie gehört oder angelesen.

Sarah Kuttner: Dieses Zitat bezieht sich eher auf Karos permanente Traurigkeit, aber ich hatte vor ein paar Jahren tatsächlich auch mal Panikattacken, das hat das Schreiben darüber sicher vereinfacht. In einer solchen Situation hilft nichts, da besteht man nur aus Angst. Schon ein Panikanfall reicht, um einen für eine gewisse Zeit aus den Schuhen zu heben.

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  • Interview: Andrea Hacke
    Foto: Cinetext
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 07/09
Letzte Kommentare
  • Michael
    am 16.03.09 um 14:28
    Die nächste Panikattacke wird mich spätestens ereilen, wenn ein weiteres Buch 30jähriger "Mädchen" erscheint und die Büchertische dieser Republik vermüllt.
    Erst "Feuchtgebiete", dann "Bitterfotze" und jetzt "Mängelexemplar".
    Ich hoffe auf die Menopause.
  • Schnüfflerin
    am 15.03.09 um 18:40
    Eine Angstörung ist NICHT wie eine Erkältung. Eine Erkältung dauert 7 Tage. Eine Angststörung hat man nach 7 Tagen noch nichtmal diagnostiziert. Manchmal noch nicht mal nach 7 Monaten.

    Und Panikattacken gehen irgendwann nicht mehr wirklich vorbei, man kann so eine generalisierte Angst entwickeln, dass man vor allem und jedem Angst hat und ein sehr, sehr hohes Grunderregungsniveau hat, das einer Panikattacke gleicht.

  • Helen
    am 13.03.09 um 23:47
    Muss denn jeder, der mal im Fernsehen war oder ist, ein Buch schreiben??? Das läuft doch nur über den Namen. Weil die Autorin C-prominent ist, wird sie von jeder Zeitschrift interviewt, tingelt durch alle Talkshows und schwupps ist der Titel auf der Bestsellerliste. Hat ja bei "Feuchtgebiete" auch so funktioniert. Und das das Thema Sex schon besetzt ist, muss eben die Depression ran.
    Einfach nur peinlich, solche Bücher nehmen den guten Geschichten die Aufmerksamkeit weg. Leider macht die "Brigitte" bei diesem blöden PR-Spiel auch noch mit.
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