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Die Angst vor dem Mittelpunkt
Martin M. ist ausgebildeter Computerfachmann. Festanstellungen in größeren Unternehmen halten bei ihm aber selten lange - und das liegt nicht etwa an der schlechten wirtschaftlichen Lage: "Der Kundenkontakt ist für mich der reinste Horror", sagt er.
Lange kämpfte Martin mit schlimmen Panikattacken, Herzrasen und Schwindel. Dann, vor 13 Jahren, plötzlich der totale Zusammenbruch: "Bist du jetzt durchgedreht? Landest du bald in der Gummizelle?", fragte er sich in dieser Zeit immer wieder.
Dabei ist der der 38-Jährige aus Nordrhein-Westfalen keineswegs durchgedreht: Er leidet an Sozialphobie. Und ist damit bei weitem nicht allein: Die Angst vor anderen trifft etwa 13 bis 15 Prozent der Bevölkerung. "Du musst dich perfekt verhalten, darfst keine Schwäche zeigen!" - solche Gedanken gehen Martin M. durch den Kopf, wenn er unter Menschen ist. Ständig glaubt er beobachtet und belächelt zu werden. Quälende Gedanken, die ein normales Leben fast unmöglich machen.
"Sozialphobiker haben immer Angst, sie könnten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Sie befürchten praktisch andauernd, sich zu blamieren", sagt Dr. Ulrike Willutzki von der psychologischen Fakultät der Ruhr-Universität in Bochum. Es gibt Betroffene, die merken ihre Phobie nur in Leistungssituationen. Die meisten fühlen sich jedoch auch in Wartezimmern, Zügen und anderen öffentlichen Orten unwohl und versuchen diesen Situationen gezielt aus dem Weg zu gehen.












