Jahreswechsel

Gute Vorsätze

Kennt jeder: Wir fassen die allerbesten Vorsätze, um sie kurz darauf kleinlaut zu brechen. Wie wir gute Vorsätze leichter in die Tat umsetzen können.

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Regelmäßige Körperertüchtigung scheint nicht meine Sache zu sein. Dies ist nicht das erste Mal, dass ich mir vorgenommen habe, fit und stromlinienförmig zu werden, um dann innerhalb kürzester Zeit kläglich zu versagen. Da war der Vorsatz, jeden Tag mit Yoga-Übungen zu beginnen. Dann hatte ich die Idee, meine Mittagspausen im Schwimmbad zu verbringen. Kurzfristig radelte ich nach dem Abendbrot eine Stunde lang durch den Stadtpark. Mein Rad rostet jetzt im Hinterhof.

Nicht nur beim Sport platzen meine guten Vorsätze wie Seifenblasen. Aus dem Stand erinnere ich mich an den Volkshochschulkurs "Spanisch intensiv", den ich nach Lektion vier abbrechen musste, weil es immer irgendetwas gab, das mich davon abhielt, Vokabeln zu lernen. Ganz zu schweigen vom Theater-Abo, das über eine ganze Saison für einen leeren Platz links vorn sorgte, weil es in diesem Herbst einfach furchtbar viel regnete. Oder von dem immergrünen Vorsatz, ab sofort nur noch gesund zu essen, der meist am gleichen Abend in der Tonne landet. Zusammen mit dem Karton der Tiefkühlpizza, die ich so schuldbewusst wie lethargisch in die Röhre schiebe.

Hätte ich nur die Hälfte meiner guten Vorsätze beibehalten, dann wäre ich heute wahrscheinlich eine giftstofffreie, Spanisch ratternde Schlangenfrau.

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  • Text: Nadja Bossmann