Alltag
Was macht das Leben leichter?

Was macht das Leben leichter? Dazu gibt es viele Neuigkeiten und Forschungen. Wir haben für Sie sortiert und 20 verblüffende Erkenntnisse gewonnen.

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Foto: plainpicture/Design Pics

  • Die 10-10-10-Formel - Entscheidungen mit Zukunft
    Die perfekte Formel für Zauderer und Bedenkenträger: Egal, ob Sie vor der Wahl stehen, eine Handtasche zu kaufen, mit der Schwiegermutter in Urlaub zu fahren, sich einen Hund anzuschaffen oder Ihr altes Haus zu sanieren: Überlegen Sie, wie zufrieden Sie mit Ihrem Entschluss in zehn Minuten, zehn Monaten und zehn Jahren sein werden - und beziehen Sie so viele Informationen und Aspekte wie möglich in Ihre Überlegungen mit ein. Die Folge: Sie entscheiden überlegt und ehrlich und nicht, weil Sie auf kurze Sicht Ärger vermeiden wollen oder eine schnelle Befriedigung suchen.
  • Frühprogramm - Die komplizierteste Aufgabe gleich am Morgen anpacken
    Schnappen Sie sich, wenn Sie morgens ins Büro kommen, gleich den heikelsten Brief oder die komplizierteste Akte. Untersuchungen des schwedischen Forschers Torbjörn Åkerstedt über tagesrhythmische Schwankungen haben gezeigt, dass wir schwierige Aufgaben morgens am besten bewältigen. Aufräumen oder E-Mails checken können Sie auch später noch - am besten kurz vor der Mittagspause, wenn der Energiepegel sinkt.
  • Denkhilfe - Schlau durch Gestikulieren
    Kann sein, dass Sie dabei mal ein Glas umstoßen - benutzen Sie trotzdem Ihre Hände. Denn Gesten sind für unser Gehirn eine echte Denkhilfe. Das zeigen die Studien der Psychologin Susan Goldin-Meadow von der Universität Chicago. Wenn wir sprechen und dabei gestikulieren, stellen unsere Gesten häufig Zusammenhänge her, die uns sprachlich noch gar nicht bewusst sind. Die Hände geben den abstrakten Gedanken wortwörtlich Form - und plötzlich kommt uns die Lösung in den Sinn.
  • Sympathieträger - Lassen Sie sich nicht verführen
    Eigentlich ist das Kleid nicht ganz Ihr Geschmack, aber warum nicht mal was Neues ausprobieren? Findet die nette, hippe Verkäuferin. Na, vielleicht ist das Kleid ja doch klasse . . . Halt, stopp. Überprüfen Sie Ihren Kaufimpuls und stellen Sie sich die Verkäuferin unsympathisch und hässlich vor. Sie wollen das Kleid immer noch kaufen? Dann wollen Sie es wirklich - und nicht, weil Sie der charmanten Frau gefallen möchten.
  • Das Hirn austricksen - Malen statt Meditation
    Wussten Sie schon, dass Sie gut malen können? Sie müssen es nur schaffen, die analytische linke Gehirnhälfte abzuschalten, z. B. indem Sie ihr eine langweilige Aufgabe geben: Bei einem Landschaftsbild könnten Sie etwa beim Himmel beginnen und zunächst nur blaue Striche malen. Nach einiger Zeit klinkt sich die linke Hirnhälfte aus, dafür kommt die kreative rechte Seite in Schwung. Sie werden über Ihre Bilder staunen. Toller Nebeneffekt: Sie geraten in eine Art meditativen Flow - sehr entspannend.
  • Mentale Kraft - Mit Gedanken die Muskeln trainieren
    Gar nicht schlimm, wenn die Zeit mal wieder nicht fürs Fitnessstudio reicht. Sie können praktisch an jedem Ort trainieren, auch ohne große Bewegung - in der Bahn, im Wartezimmer, im Bett. Sie müssen sich die Bewegung einfach vorstellen. Britta Lorey von der Universität Gießen hat herausgefunden, dass unser Gehirn durch die gedankliche Simulation der Bewegung Sport treibt: Sie verbessern Ihre Motorik und Ihre Kraft, wenn Sie sich intensiv auf eine bestimmte Bewegung, etwa die Haltung bei einer bestimmten Yoga-Übung, konzentrieren. Allerdings sollten Sie trotzdem weiterhin ins Fitnesstudio gehen: Je häufiger Sie die Bewegung körperlich trainieren, desto besser klappt die Vorstellung.
  • Chaos-Theorie - Zündende Ideen durch Unordnung
    Eigentlich nervt Sie die Unordnung Ihrer Kollegin. Aber für eines ist das zugemüllte Büro gut: Wenn Sie das Chaos betrachten, wird es Ihnen helfen, klarer zu denken. Wissenschaftler der Universität Groningen haben nämlich herausgefunden, dass bei äußerer Unordnung das Hirn das Chaos im Kopf aufräumt, also zielorientierter denkt. Funktioniert am besten, wenn man für die Unordnung nicht selbst verantwortlich ist. Wenn Sie also kreativen Anschub brauchen oder eine schnelle Problemlösung, gehen Sie mal ins Nachbarzimmer und lassen Sie Ihr Hirn vom unordentlichen Schreibtisch der Kollegin auf Trab bringen.
  • Ganz großes Kino - Traurige Filme heitern auf
    Sie sind gut drauf, obwohl Sie eben noch beim Untergang der Titanic in 3-D mächtig geheult haben, und verstehen nicht, wieso? Silvia Knobloch- Westerwick von der Ohio State University hat herausgefunden, dass traurige Filme tatsächlich aufheitern. Das klappt am besten, wenn Sie dabei nicht an sich selbst, sondern an Ihre Liebsten denken. Die Erleichterung darüber, dass es denen besser geht als der Kinoheldin, vertreibt die trüben Gedanken.
  • Feierabend - Happy Hour für den Geist
    Herrlich, jetzt noch ein bisschen rumtrödeln, dann ist Feierabend. Verkneifen Sie sich den kleinen Luxus und legen Sie lieber noch eine Schippe drauf. Denn die Stunde vor Arbeitsende ist die beste Zeit, sich etwas einzuprägen, zum Beispiel die wichtigsten Argumente für das Gespräch mit der Chefin am nächsten Tag. Sie sind am Ende eines Arbeitstages zwar müde, aber das Gelernte wird nicht mehr von neuen Informationen überlagert und bleibt darum nachhaltiger im Gedächtnis.
  • Rettende Ideen - Erst sprechen, dann denken
    Plötzlich ist alles ganz einfach: Tagelang haben Sie rumgegrübelt, wie Sie den Kindergeburtstag organisieren oder das Gehaltsgespräch mit Ihrem Chef einleiten könnten. Und kaum erzählen Sie Ihrer Nachbarin davon, kommen Sie auf die Lösung. Obwohl die Nachbarin nichts, aber auch gar nichts von Ihrem Problem versteht. Der Grund: Sobald Sie einem Menschen erklären, was Sie vorhaben, gerät Ihr Gehirn unter Zugzwang. Es speichert als Ziel, dass Sie verstanden werden möchten, und setzt alles dran, damit das gelingt. Wenn das Ziel - verstanden zu werden - erreicht ist, findet in den Belohnungssystemen des Gehirns eine Dopaminausschüttung statt. Das ist der beste Anreiz für das Gehirn, sich anzustrengen, um Ihnen die rettende Idee zu liefern. Also: erst sprechen, dann denken.
  • Energietankstelle - Fit durch das Licht der Sonne
    Es gibt einen einfachen Trick, morgens schnell hellwach zu werden und den Tag über munter zu bleiben: Gehen Sie kurz nach Sonnenaufgang nach draußen. Die spezielle bläuliche Färbung der Morgensonne aktiviert nach Erkenntnissen des Münchner Chronobiologen Prof. Till Roenneberg unsere innere Uhr. Die Zirbeldrüse stoppt die Produktion des Schlafhormons Melatonin, Sie fühlen sich sofort wach und konzentriert. Angenehmer Nebeneffekt: Wenn die innere Uhr früh in Schwung gebracht wird, setzt abends die Melatoninproduktion auch wieder früher ein, Sie werden eher müde. So können Sie sich mit regelmäßigen Morgenspaziergängen in den Takt Ihrer Arbeitswoche bringen.
  • Glücksmomente - In schönen Bildern denken
    Erinnern Sie sich? Dieser überraschende Erfolg beim Sportwettkampf, der Applaus, die Glückwünsche von Freunden - ein super Gefühl. Oder die wilde Geburtstagsparty, Sie im Mittelpunkt? Wie gut, dass sich solche Hochgefühle herbeidenken lassen. Schließen Sie dafür die Augen und versuchen Sie, sich möglichst genau an vergangene Glücksmomente zu erinnern. Machen Sie solche Erinnerungsreisen über zwei Wochen jeden Tag 30 Minuten lang. Das hilft in aktuellen Krisensituationen - Trennung vom Partner, Ärger im Job -, weil Sie damit die negativen Gefühle abpuffern können. Das Training beruht auf der Chrono-Episodic-Therapie (CET), einem Verfahren, das mit unserem episodischen Gedächtnis arbeitet. Die Psychiaterin Yuliya Zaytseva von der Lomonosov-Universität in Moskau empfiehlt es zur Stärkung des Selbstbewusstseins.
  • Schluss jetzt! - Abends besser keine Entscheidungen treffen
    Morgens bringen Sie das Auto in die Werkstatt, hetzen ins Büro, dann ruft auch noch die Kindergärtnerin an. Und abends drängt Ihr Partner, dass Sie sich endlich für eine Ferienwohnung entscheiden. Sie suchen irgendeine aus - und ärgern sich am nächsten Tag. Tatsächlich ist der Abend keine gute Zeit, Wichtiges zu beschließen, denn nach einem vollgepackten Tag sind wir entscheidungsmüde. Ego-Erschöpfung nennen Experten diesen Zustand, in dem die Willenskraft nachlässt, weil sie bei Benutzung wie ein Muskel ermüdet. So geschwächt werden wir zu willigen Opfern von Verkäufern oder fällen Urteile, die in frischem Zustand ganz anders ausfallen würden. Also besser eine Nacht drüber schlafen und dann entscheiden.
  • Zufriedenheit - Das Beste muss nicht am besten sein
    Die Ferienwohnung ist wunderbar, der Liebste der großartigste Mann der Welt und das neue Auto herrlich leise. Manche Menschen haben das Gefühl, immer das Beste erwischt zu haben. Das sind die Satisficers, sie nehmen, was kommt, und sind mit ihrer spontanen Auswahl so zufrieden wie mit ihrem ganzen Leben. Ganz anders die Maximizer, die stets nach dem Optimum streben und nie mit sich und ihren Entscheidungen zufrieden sind. Also, machen Sie es wie die Satisficer: nicht lange fackeln - zugreifen. Und zwar sofort.
  • Selbstheilung - Quälende Erinnerungen wegreden
    Gut zu wissen, dass die besten Heilmittel in uns wohnen und wir sie mit Hilfe von guten Freunden mobilisieren können. Wenn Sie zum Beispiel belastende Erfahrungen loswerden möchten, sollten Sie mit einem Menschen darüber reden, der Ihnen nahesteht. Ein Betrug, ein schlimmer Streit, ein Misserfolg: In einer sicheren Umgebung können Sie sich den Schock noch einmal vergegenwärtigen und mit einem positiven Gefühl verbinden. Damit verknüpfen Sie die quälenden Bilder mit einer Gegenwart, in der Sie unterstützt werden. Sie setzen das Erlebte sozusagen in einen neuen Rahmen, und die Gefühle werden erträglicher. Die Methode kommt aus der Traumatherapie, lässt sich so aber auch im ganz normalen Alltag anwenden.
  • Raum für Neues - Bleiben Sie drin, dann bleiben Sie dran
    Sie wollen Ihre Lohnsteuererklärung machen. Die Versuchung ist groß, sich nur mal kurz in der Küche einen Tee zu kochen. Stopp! Bleiben Sie im Raum. Für das Gehirn ist jeder Raumwechsel ein Eintritt in eine neue Gedankenwelt. Das hat der Psychologe Gabriel Radvansky von der University of Notre Dame gezeigt. Schon im Türrahmen sortiert das Gehirn die letzten Aktivitäten weg und schafft so Platz für neue Gedanken und Eindrücke. Eigentlich ja gut, denn so bleiben wir offen für Neues. Aber wenn die Lohnsteuererklärung fertig werden soll - lieber sitzen bleiben.
  • Nein danke! - Wer nimmt, fühlt sich in der Pflicht
    Gehören Sie zu den Frauen, die Hilfe nur dann annehmen, wenn es nicht anders geht? Die an den kostenlosen Häppchen im Supermarkt vorbeigehen? Bleiben Sie dabei. Denn es gibt in uns ein inneres Programm, das Leistungen mit einer Gegenleistung ausgleichen will. Tun wir das nicht, haben wir das Gefühl, in jemandes Schuld zu stehen - und das ist für die meisten Menschen schwer erträglich.
  • Unbegrenzte Kapazitäten - Besser denken mit dem Bauchgefühl
    Zum Italiener oder doch lieber ins Gartenlokal? Diese einfache Entscheidung können Sie rational treffen. Geht's aber um wichtigere Fragen wie: In welche Schule soll mein Kind? Wie kann ich meine Partnerschaft retten? Wie bringe ich die Kollegen auf meine Seite?, dann kommen Sie mit dem Verstand allein nicht weiter, denn seine Kapazitäten sind begrenzt. Wenn viele, vielleicht sogar widersprüchliche Informationen zu beachten sind, kann es sich lohnen, den Verstand auf Standby zu stellen und über das Gefühl zu entscheiden. Und das geht so: Machen Sie etwas Belangloses - Nägel lackieren, den Kofferraum ausräumen, Haare waschen. So geben Sie Ihrem emotionalen Erfahrungsgedächtnis die Chance, sich in die Suche nach einer Lösung einzuklinken. Das emotionale Gedächtnis kennt keine Engpässe, in seinem riesigem Arbeitsspeicher wird alles gespeichert, was wir erleben, sehen, fühlen. Steht eine komplexe Entscheidung an, schöpft das emotionale Gedächtnis aus diesem Fundus und sendet Signale. Die spüren Sie als ungutes Gefühl oder freudiges Kribbeln im Bauch - und Sie finden die Lösung, die für Sie persönlich am besten passt.
  • Die 37-Prozent-Formel - Schneller entscheiden
    Eigentlich ein Traumhaus. Aber erst mal gucken, was es noch gibt - und das Haus ist weg. Die Lösung: Beschleunigen Sie den Entscheidungsprozess, indem Sie Ihre Suche einschränken. Wer nur 37 Prozent eines begrenzten Angebots geprüft hat, kennt die wichtigsten Kriterien. Das nächste Objekt, das die bisherigen übertrifft, wird so ziemlich das beste sein, was Sie kriegen können. Statt sich zehn Häuser anzuschauen, können Sie also nach dem vierten innehalten und das nächste bessere nehmen. Dann sind Sie es, die den Zuschlag erhält.
  • Wetten, dass? - Gerade sitzen für genaue Schätzung
    Wie hoch ist die Brücke? Wie viele Zuschauer sitzen im Kino? Setzen Sie sich kerzengerade hin, bevor Sie schätzen - das erhöht Ihre Aussicht, die Wette zu gewinnen. Die Psychologin Anita Eerland von der Erasmus Universität Rotterdam hat herausgefunden, dass man Objekte oft als zu klein oder zu wenig einschätzt, wenn man sich leicht nach links neigt, weil wir es gewohnt sind, dass Zahlenreihen von links nach rechts größer werden.
  • Texte: Claudia Kirsch, Carola Kleinschmidt, Beatrice Wagner, Merle Wuttke Foto: plainpicture/Design Pics
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