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Anti-Streit-Strategien im Vorfeld
- Je höher die Erwartungen, desto schwieriger wird es, sie zu erfüllen. Man sollte die Interessen der anderen respektieren und sich Freiräume lassen. Zum Beispiel sollten Eltern ihren erwachsenen Kindern die Entscheidung überlassen, ob sie bei den Eltern feiern möchten, und keinen Druck ausüben.
- Das Vorhaben, sich nicht streiten zu wollen, kann funktionieren, aber nur, wenn Sie ganz sicher sein können, bei einem kritischen Thema nicht innerlich überzukochen. "Wenn meine Stimmung im Eimer ist", erklärt Psychologe Hasselberg-Weyandt, "kommt das auch rüber, selbst wenn ich versuche tapfer zu sein, und mir die Ohrläppchen in den Mundwinkeln festklemme."
- Versuchen Sie, sich schon im Vorfeld in die anderen hineinzuversetzen, sich zu fragen: Womit muss ich rechnen? Wie kann ich die anderen besser verstehen? Wer Eltern hat, die schon älter sind, sollte akzeptieren, dass sie gewisse Dinge nach einem Schema machen, das mir fremd ist. Bin ich selbst Gastgeber, sollte ich überlegen, wie ich meinen Gästen Raum schaffen kann. Außerdem kann man schon im Vorfeld feste Pausen vereinbaren: Zum Beispiel zwei Stunden Mittagspause, in denen "familienfrei" ist und jeder tun und lassen kann, was er will.
- Reizthemen und schwierige Fragen sollten über die Feiertage vermieden werden. Ausnahme eins: Diejenigen mit den größten "emotionalen Kosten" schneiden das Thema an. Zum Beispiel die Eltern, wenn sie mit den Kindern besprechen möchten, wie sie sich ihre Versorgung mit fortschreitendem Alter vorstellen. Allerdings gilt das nicht, wenn die Eltern dabei vorhaben, Tochter und Schwiegersohn zu eröffnen, dass sie gerne bei ihnen einziehen möchten. Ausnahme zwei: Es handelt sich um Themen, die einem Großteil der Runde auf der Seele brennen, und die dringend geklärt werden müssen. Hier sollte man allerdings versuchen, sie am Heiligabend per Verabredung auszublenden, rät Wilfried Hasselberg-Weyandt, damit wenigstens diese besonderen Stunden störungsfrei bleiben.
- Wenn es zwei Familienmitglieder gibt, die partout gar nicht miteinander klarkommen, sollten die Gastgeber vermeiden, die beiden an einen Tisch zu setzen. Hier kann zum Beispiel vereinbart werden, dass Schwiegersohn X am Heiligabend, und Schwiegersohn Y am zweiten Feiertag zu Besuch kommen.
- Eine Grundregel des Beisammenseins sollten alle beherzigen: Höflichkeit! "Sie ist auch in der Familie nötig und wirksam, und kann besonders an Weihnachten das Öl im Getriebe sein", sagt Psychologe Hasselberg-Weyandt.












