Marotten
"Wir mögen das, was andere hassen"
Kampfjets sind nervig? Winter doof? Keinesweg! Wir mögen das, was andere verfluchen. Sieben Outings der BRIGITTE.de-Redaktion.
Susanne Arndt: Kampfjets
Sie platzen aus dem Nichts in den Himmel - stählern, mühelos, wendig - und genauso verschwinden sie auch wieder. Für einen adrenalinschwangeren Moment stockt mir der Atem, dann ist alles still: Wenig fasziniert mich so sehr wie Kampfflugzeuge, obwohl sie dafür da sind, Zerstörung in die Welt zu bringen.
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Ewa Scherwinsky: Massagen, die weh tun
Autsch, mal wieder die totale Verspannung in den Schultern und keine Aussicht auf Besserung? Dann hilft mir kein seichtes Streicheln über den Rücken, wie das bei vielen westlichen Massagetechniken so üblich ist. Ich brauche jemanden, der mich ordentlich anpackt und den Schmerz wegknetet. Am besten so, dass mir schon fast schwindelig wird und ich mich nur noch auf meine Atmung verlassen kann. Nach einer Stunde Thai-Massage fühle ich mich dann wie neugeboren und die Schmerzen sind komplett vergessen.
Angelika Unger: Nieselregen
Alle schimpfen über das Hamburger Wetter. Ich nicht, ganz im Gegenteil. Wenn ich morgens mit dem Fahrrad zum Büro fahre, freue ich mich über Nieselregen: nebelfeine Regenpartikel, die mich nicht nass machen, sondern wach und frisch. Die Kolleginnen aus der Beauty besprühen sich mit teuren Thermalwassersprays - die sollen für einen rosigen Teint sorgen. Bei mir sorgt der Hamburger Nieselregen dafür. Ganz umsonst.
Inga Leister: alte Zeitungen
Die Zeitung von gestern ist das beste Beruhigungsmittel der Inga-Welt. Ich muss nicht schnell bei Facebook gucken, ob Malte schon eine Wohnung hat oder was meine Schwester in Schweden gerade macht, um bloß nichts Wichtiges zu verpassen. Keine gefetteten E-Mail-Betreffzeilen, die mich böse als "ungelesen" anstarren. Null Anrufe in Abwesenheit. Ich weiß bei der Zeitung von gestern einfach schon, was drinsteht. Und habe deshalb um so mehr Ruhe, sie auch in Ruhe zu lesen.
Michèle Rothenberg: Ausnahmesituationen
Ob Stromausfall, Verkehrschaos oder ein fieser Schneesturm - ich mag solche Ereignisse, jedenfalls solange niemand ernsthaft zu Schaden kommt. Natürlich meckere ich immer erstmal mit, meine Güte ist das schlimm und warum dauert das so lange. Aber insgesamt genieße ich es, denn ein Ausnahmezustand erzeugt unerwartete solidarische Gefühle. Plötzlich kommt man mit wildfremden Menschen ins Gespräch, man hilft sich, leidet gemeinsam, lacht gemeinsam und hat auch noch Tage später was zu erzählen.
Veronika Zweckerl: Winter
Alle freuen sich über den Frühling, aber ich vermisse den Winter ein wenig. Die Kälte, den Wind, den Geruch... Kaminfeuer. Dicke Stricksocken. Kaschmirpullover. Kekse. Schnee! Am allerallerliebsten mag ich das Kribbeln auf der Haut, das entsteht, wenn man vom Kalten wieder ins Warme kommt. Eine Tasse heiße Schokolade obendrauf – himmlisch!
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