Interview: So ticken Zicken

Guido Eckert weiß, wie Zicken ticken - das verspricht er zumindest in seinem Ratgeber "Zickensklaven". Im Interview erklärt er, dass hinter einem übergroßen Ego oft ein gestörtes Selbstwertgefühl steckt und was Männer eigentlich an Zicken fasziniert.

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Test: Sind Sie eine Zicke?
Machen Sie den Test mit 10 Fragen, konzipiert von Guido Eckert, dem Autor von "Zickensklaven".

Guido Eckert (*1964) ist freier Journalist und Autor. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in einem kleinen Dorf im Sauerland. Neben Reportagen schreibt er Romane und Erzählungen.

Guido Eckert (*1964) ist freier Journalist und Autor. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in einem kleinen Dorf im Sauerland. Neben Reportagen schreibt er Romane und Erzählungen.

BRIGITTE.de: Was ist denn überhaupt eine Zicke?

Guido Eckert: Eine Frau, die nach außen hin großes Selbstbewusstsein ausstrahlt, die im Mittelpunkt steht und dort auch sein möchte. Sie wirkt sehr überlegen – darunter liegen aber fundamentale Selbstzweifel, die sie nicht zeigen kann oder will. Deshalb ist sie unfähig, sich selbst kritisch zu bewerten oder auch Kritik von außen anzunehmen. Sie reagiert oft aus heiterem Himmel mit Wutausbrüchen, die sehr extrem sein können. In einer Partnerschaft sind Zicken sehr eifersüchtig, haben aber selbst kein Problem damit, exzessiv zu flirten oder auch zu betrügen.

BRIGITTE.de: Sie sagen, es gäbe heute mehr Zicken als früher. Woran liegt das?

Guido Eckert: Die Arbeitswelt und das moderne Leben haben diesen Typus Frau gefördert. Bei vielen Anforderungen, die das Berufsleben stellt, sind Zicken ideal: Sie sind etwa gnadenlos, wenn es darum geht, Leute zu entlassen oder knallharte Entscheidungen zu treffen. Solche Managerqualitäten zahlen sich ja aus. Auch im Medien- und Schauspielerbereich und im Marketing findet man viele Zicken: Das sind Frauen, die sehr gut repräsentieren können. Außerdem hat es viel mit Erziehung zu tun: Immer weniger Eltern sind in der Lage, ihren Kindern ein liebevolles und stützendes Elternhaus zu bieten.

BRIGITTE.de: Hinter der Fassade des starken Auftretens stecken also immer ein gestörtes Selbstwertgefühl und Komplexe?

Guido Eckert: Genau, und das macht gerade die Liebesbeziehungen mit Zicken so schwierig. Die Frau tut so, als wäre sie wahnsinnig von sich überzeugt, doch irgendwann merkt man, dass sie hadert und mit sich total ins Gericht geht. Wenn man als Partner versucht, darauf einzugehen, kommt aber eine Hassattacke.

BRIGITTE.de: In Ihrem Buch sind die zickigen Frauen, die Sie als Fallbeispiele beschreiben, außerdem auffallend gut aussehend.

Guido Eckert: Ja, das kommt dazu. Selbst, wenn sie nicht außergewöhnlich hübsch sind, wissen sie, wie man mit Kleidung etwas aus sich macht, und wie sie sich herrichten müssen, um im Mittelpunkt zu stehen.

BRIGITTE.de: Können sich die Zicken deshalb so viel erlauben, weil sie attraktiv sind?

Guido Eckert: Meiner Meinung nach gibt es eine prozentuale Häufigkeit, dass schöne Frauen Zicken sind. Natürlich nicht alle und automatisch, das wäre Quatsch. Aber wenn eine Zicke merkt, dass sie über ihr Aussehen Aufmerksamkeit und Bewunderung bekommt, wird sie noch weniger Kritik akzeptieren wollen. Sie glaubt selbst, dass sie eine Berechtigung hat, sich anders als der Durchschnitt zu benehmen.

BRIGITTE.de: Macht das diese Frauen für Männer interessant?

Guido Eckert: Auf den ersten Blick geht von ihnen eine große Faszination aus. Sie wirken sehr charmant und bezaubernd, und natürlich finden Männer es gut, eine Frau zu haben, die von vielen begehrt und bewundert wird. Wenn man sich darauf einlässt, beginnen aber nach einiger Zeit die Probleme.

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  • Interview: Judith Liere
    Foto: Getty Images
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