Ohne Anwalt können Sie keine Scheidung einreichen. Wenn Ihr Partner die Scheidung will und einen Antrag gestellt hat, müssen Sie selbst nicht unbedingt einen eigenen Anwalt beauftragen. In vielen Fällen ist es aber empfehlenswert, einen eigenen Berater und Prozessvertreter zu haben. Denn nur ein Anwalt kann vor Gericht Anträge stellen.

Auch wenn häufig von einer Scheidung mit "gemeinsamem Anwalt" gesprochen wird: Der Anwalt vertritt nur die Interessen seines Mandanten, also des Ehegatten, der ihn beauftragt hat. Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten vor Gericht, wird er nichts tun, womit sein Mandant nicht einverstanden ist. Auch wenn die Ehepartner einen Vergleich schließen möchten, brauchen sie dafür jeder einen eigenen Anwalt.

Sind vor Gericht jedoch keine strittigen Fragen mehr zu klären, können Sie Kosten sparen, indem Sie auf einen eigenen Anwalt verzichten.

Finden können Sie einen Anwalt am besten über Empfehlungen aus dem Freundeskreis, über das Branchenverzeichnis oder Suchdienste im Internet. Den Titel "Fachanwalt für Familienrecht" darf ein Jurist führen, wenn er als Anwalt eine bestimmte Mindestzahl von Fällen zum Thema Scheidung, Sorge- und Unterhaltsrecht bearbeitet hat und jährlich zehn Fortbildungsstunden zu diesem Rechtsgebiet besucht. Es gibt jedoch viele gute und erfahrene Anwälte, die auf diesen Titel verzichten.

Falls Sie unsicher sind, ob Sie mit einem Anwalt zusammenarbeiten möchten, den Sie nicht kennen: Die meisten bieten ein kostenloses erstes Gespräch an, bei dem Sie sich einen persönlichen Eindruck verschaffen können.

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  • Artikel vom 15.01.2009