Paartherapie - was bringt das?

Paartherapie

Eine gemeinsame Paartherapie kann helfen, sich zusammenzuraufen und der Liebe noch eine letzte Chance zu geben. Was die Paare dabei erwartet und wann auch ein Therapeut nicht mehr helfen kann, erläutert Karen Vargas, Paartherapeutin aus Hamburg.

  • 2 Kommentare
  •  
  •  

BRIGITTE.de: Frau Vargas, wann lohnt es sich, für seine Partnerschaft zu kämpfen?

Karen Vargas: Wenn man eine Perspektive für die Partnerschaft erkennt. Zu kämpfen ist immer sinnvoll, wenn man merkt: Trotz aller Schwierigkeiten ist die Zuneigung noch sehr stark. Auch wenn Kinder involviert sind, ist die Motivation oft groß zu sagen: Wir müssen das irgendwie hinkriegen.

BRIGITTE.de : Wie kann eine Paartherapie dabei helfen?

Vargas: Die Partner beschreiben dem Therapeuten ihre Wünsche und Bedürfnisse in einem Rahmen, der weitgehend freigehalten wird von Vorwürfen und Beschimpfungen. So kann der andere das aufnehmen, was er noch nie so deutlich wahrgenommen hat. Auf diese Weise formulieren die Partner ihre Erwartungen und erarbeiten einen konkreten Auftrag an den Therapeuten.

BRIGITTE.de: Sie helfen also dem Paar, miteinander zu reden.

Vargas: In gewisser Weise, ja. Wenn Paare zu mir kommen, ist meist die Kommunikation zwischen den Partnern gestört. Sie neigen dazu, sich entweder mehr und mehr voneinander zurückzuziehen oder aber ständig so laut zu streiten, dass sie den anderen gar nicht mehr hören. Wenn dann der eine Partner mit dem Therapeuten redet, erfährt der andere automatisch, wie es ihn bewegt. Sich eine Stunde Zeit füreinander zu nehmen, wie in der Sitzung mit dem Therapeuten, schaffen manche häufig nicht mal in zwei Wochen ihres Alltags.

BRIGITTE.de: Nehmen wir den Klassiker der Beziehungskrise: Das Paar hat sich auseinander gelebt. Wie kann es sich wieder zusammenleben?

Vargas: Ein Paar lebt sich auseinander, weil einer nicht mehr weiß, was der andere denkt und fühlt. Die Kommunikation zwischen den Partnern ist in dieser Situation meist gestört, gemeinsame Aktivitäten sind eingeschlafen. In der Therapie nähert sich das Paar wieder an, beginnt, miteinander zu reden und wieder in Beziehung miteinander zu treten - der erste Schritt, wieder zusammenzukommen. Manchmal gebe ich Paaren "Hausaufgaben" - zum Beispiel, etwas gemeinsam zu unternehmen oder feste Zeiten zu vereinbaren, die sie für Gespräche miteinander reservieren.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  • Interview: Swantje Wallbraun
Letzte Kommentare
  • Anne
    am 20.06.11 um 14:08
    Naja gut Manfred, aber wenn die Kommunikation wirklich gestört ist, dann kann man dem ja nachhelfen und ich glaube nicht, wenn man wirklich noch kämpfen will für die Beziehung, dass es dann so falsch sein kann, wenn man nicht weiss, wie man es alleine schaffen soll, dann auch zur Therapie zu gehen. Menschliche Kommunikation ist nun wirklich nicht so einfach und das ist ja denke ich meist der einzige Hebel den man da umlegen muss, wenn schon beide zur Therapie gehen wollen oder sich zumindest dazu bewegen können.
  • Manfred
    am 29.08.09 um 10:30
    Eine Paartherapie hilft in den wenigsten Fällen!
    Ich beschäftige mich mit "Wer passt zu wem und warum"(hobbymäßig seit 20 Jahren)
    und habe bei gut 1000 Scheidungspaaren festgestellt,das beim Großteil der Paare
    kaum eine Übereinstimmung im körperlichen,geistigen und seelischem Rhythmus
    vorhanden war!
    Auf viele Ehen traf eher zu:"Gegensätze ziehen sich an"
    Für Interessierte,es gibt ein Buch:"Auf gleicher Wellenlänge" von Bruno Giebat
Kommentar schreiben
Wird nicht angezeigt.
Unter diesem Namen erscheint Ihr Kommentar
Bitte schreiben Sie den Sicherheitscode ab * Andere Zeichenfolge
noch 1000 Zeichen übrig!
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder, alle anderen sind optional.
BRIGITTE im ABO