Trennung: die vier Phasen

Da müssen wir alle durch: die vier Phasen einer Trennung

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Die vier Phasen einer Trennung

Es gibt leider kein Rezept, wie man eine Trennung am besten übersteht. Aber es gibt einen kleinen Trost: Durch diese vier Gefühlsstadien müssen alle durch!

1. Nicht-Wahrhaben-Wollen
Er hat gesagt, dass es aus ist, aber wir können es nicht glauben. Warten auf seinen Anruf, irgendein Lebenszeichen oder eine versöhnende Geste und verhandeln um eine nochmalige Chance. Er soll wissen, wie schlecht es uns geht - vielleicht kehrt er dann zurück.
Gefühle: innere Leere, Betäubung.
Verhalten: ihm gegenüber besonders verbindlich und "pflegeleicht" sein, niemandem von der Trennung erzählen.

2. Aufbrechende Gefühle
Uns wird bewusst, dass die Trennung endgültig ist. Wir können uns der Realität nicht länger verschließen. Ähnlich wie nach einer schweren Operation müssen wir akzeptieren: Diese Wunde ist ein massiver Eingriff, tut sehr weh und wird nur langsam verheilen.
Gefühle: Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, der Eindruck, ausgeliefert zu sein und versagt zu haben.
Verhalten: aktive Trauer, Weinen, bei anderen das "Herz ausschütten".

3. Neuorientierung
Wir ahnen, dass es ein "Leben danach" geben kann und dass nicht unser Ex-Partner, sondern wir selbst über unsere Gefühle bestimmen. Allmählich können wir uns wieder auf andere Dinge konzentrieren und kreisen nicht ständig um ihn. Wir können uns sogar manchmal vorstellen, mit jemand anderem glücklich zu werden.
Gefühle: Abklingen von Wut und Hass, wachsender innerer Abstand zum Ex-Partner, Hoffnung.
Verhalten: Distanzierung vom Ex-Partner, vermehrte Aktivitäten, Suche nach neuen Lebensinhalten.

4. Neuer Lebensentwurf
Wir verstehen, warum die Beziehung gescheitert ist, und betrachten sie als abgeschlossenen Teil unserer Vergangenheit. Wir stehen zu unserem Single-Leben oder entscheiden uns bewusst für eine neue Partnerschaft. Die überstandene Krise hat das Selbstvertrauen gestärkt, wir begreifen das neue Leben als Chance, bisher verdeckte Bedürfnisse und Fähigkeiten an uns zu entdecken.
Gefühle: Gelassenheit, innerer Friede, erstarktes Selbstbewusstsein.
Verhalten: Reflexion, Neues beginnen.

  • Artikel vom 26.11.2007
  • Text: Vera Sandberg
    BRIGITTE Heft 08/2006
Letzte Kommentare
  • Mimi
    am 24.01.11 um 09:25
    Ich erlebe die Trennung ganz anders (liegt es wohl daran, dass wir räumlich noch nicht getrennt sind?)
    Bei mir wechselt die Phase 1 und 2. Manchmal denke ich auch , schon in Phase 3 angekommen
    zu sein, was aber nur kurz anhält.

    Denkt Ihr es geht schneller vorüber, wenn man sich sozusagen schnell mit einem neuen Partner tröstet? Man wäre zumindest abgelenkt und würde neue Lebensfreude entwickeln.

  • umafrank
    am 10.01.10 um 22:39
    Wäre ja auch mal schön, wenn die Trennungsphasen beschrieben werden könnten, wenn nicht ich/die Frau verlassen werde/wird, sondern wenn ich/die Frau diejenige bin/ist, die sich trennen will. Das heißt: Sich vielleicht nicht trennen will, aber jede Faser nach Freiheit schreit. Ich denke, die meisten Scheidungen werden von Frauen eingereicht, oder nicht?
  • mimizuhaus
    am 30.04.09 um 22:32
    Gibt es auch Phasen einer Trennung, wenn nicht er gegangen ist, sondern ich? Ich habe ziemlich oft den Eindruck, dass es ungewöhnlich erscheint, wenn eine, die die Trennung wollte (und immer noch will) trotzdem darunter leidet. Warum ist das so?
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