Serie Alleinerziehende: BRIGITTE setzt sich ein

Unterhalt: Wenn der Vater nicht zahlt

Foto: mi.la/photocase

Viele Väter zahlen nach der Trennung keinen Cent für ihre Kinder. Viele zahlen zu wenig, manche unregelmäßig. Warum kommen sie so oft damit durch? Wie können sich Alleinerziehende wehren? Katharina Mosel, renommierte Familienanwältin aus Köln, weiß Auswege.

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BRIGITTE: Warum lassen sich so viele Mütter gefallen, dass sich der Vater aus der Verantwortung für die gemeinsamen Kinder stiehlt?

Katharina Mosel: Viele Frauen wollen ihren Ex nicht verklagen, haben Angst vor dem Stress. Ich höre immer wieder: "Ich komme doch auch so zurecht, arbeite lieber mehr, will es mir nicht völlig mit ihm verscherzen." Außerdem sind sie in Sorge, dass ihre Kinder mit hineingezogen werden, der Vater sie zum Beispiel gegen die Mutter aufhetzt.

Katharina Mosel

Katharina Mosel

BRIGITTE: Kommen die Frauen denn nur an Geld, wenn sie ihren Ex verklagen?

Katharina Mosel: Nein, die Mütter können beim Jugendamt auch einen Unterhaltsvorschuss beantragen. Den gibt es allerdings maximal bis zum zwölften Lebensjahr und er wird maximal 72 Monate pro Kind gezahlt.

BRIGITTE: Ok, aber dieser Vorschuss ist mit 117 Euro für ein kleines Kind geringer als der niedrigste Unterhaltssatz laut Düsseldorfer Tabelle.

Katharina Mosel: Stimmt. Auch deshalb empfehle ich den Frauen: Kämpft um den Unterhalt. Im Extremfall heißt das, den Vater zu verklagen. Das ist Stress, klar. Aber immer mit zu wenig Geld auskommen oder ständig neu um Geld streiten zu müssen, bedeutet auch Stress.

BRIGITTE: Dann gehen wir den Fall doch mal durch. Was muss eine Frau tun, wenn sie um den Unterhalt kämpfen will?

Katharina Mosel: Zunächst muss sie dem Mann schreiben, Auskunft über seine Einkünfte verlangen, und ihn zur Zahlung des Kindesunterhalts auffordern, ab sofort. Ich finde es am besten, wenn sie sich von Anfang an juristisch beraten lässt - der Staat übernimmt die Kosten, falls kein Geld für eine Anwältin vorhanden ist. Wenn die Mutter aber diesen Brief allein auf den Weg bringt, ist wichtig, ihn per Einschrieben Rückschein abzuschicken. Damit hat sie einen Beleg - und er kann nicht sagen: Das Schreiben habe ich nie bekommen.

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  • Interview: Silke Baumgarten
    Foto: mi.la/photocase.com
Letzte Kommentare
  • Barbara
    am 15.05.12 um 16:58
    bei mir ist es wie in diesem fall der vater zahlt keinen unterhalt mehr seit der unterhaltsvorschuss weg ist. ich habe das jugendamt informiert die ihn dann aufgefordert haben den reglsatz zu zahlen darauf hin meldete er sich bei dem amt und meinte er sei nicht in der lage. kurz darauf erhielt ich einen brief vom amt wo mir das amt den vorschlag machte das wir uns auf 40 euro einigen können. oder ich solle selbst eine private einigung versuchen. diese lehnte er ab und ich muß sagen das 40 euro ein bisschen wenig für ein 10 jähriges kind ist.
    der vater meiner tochter ist mitlerweile verheiratet und seine frau verdient nicht schlecht er hat auch arbeit die beiden wohnen in einem haus und zahlen keine miete haben 2 autos und noch 2 kinder bekommen. er kümmert sich seit her nicht mehr um unsere tochter und in den rechnungen vom amt wurde seine frau nicht mit ein gerechnet aber die beiden kinder. nun bin ich ratlos den 40 euro reichen vorn und hinten nicht
  • Maren
    am 03.05.12 um 20:07
    ich glaube da gibt es keinen unterschied mehr. auch bei männern macht das Jugendamt nix. es interessiert keinen in deutschland wie es den kindern geht oder ob die eltern bei dem das kind lebt 2 jobs oder mehr machen muss um den kindern etwas bieten zu können.
  • Thomas
    am 03.05.12 um 15:09
    In Deutschland wird diese Diskussion meiner Ansicht nach ziemlich einseitig geführt. Meistens geht es um Väter, die keinen Unterhalt zahlen. Ich bin alleinerziehender Vater von 2 Kindern. Deren Mutter hat noch nie einen Cent Unterhalt gezahlt. Das Jugendamt hilft uns nicht weiter, weil die Mutter ja angeblich nicht leistungsfähig ist, wegen kleinem Kind mit ihrem jetzigen Mann, 400 € Job und so. Blablabla. Ich kanns nicht mehr hören. Ein nicht zahlender Vater in der gleichen Situation wäre vom Jugendamt durch den Wolf gedreht worden. Aber eine Mutter - das ist ja was anderes. Soll der Vater doch zusehen. Schließlich wohnen die Kinder bei ihm, soll er sich doch auch um das finanzielle kümmern. Und so wie es aussieht, bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Ich arbeite Vollzeit, damit wir nicht von Hartz IV leben müssen. Und seit der Unterhaltsvorschuss weggefallen ist, schuldet uns die Mutter einen 5-stelligen Betrag an Unterhalt. Als Vater ist man eben immer der Zahlmeister.
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