Sorgerecht: Entsorgte Väter

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Man muss leider feststellen: Im Sorgerechtsund Umgangsstreit verteilt Mutter von ihrem Sockel herunter Ohrfeigen, wo immer man ihr das Vollzeitrecht am eigenen Kind beschneiden will: "Mein Kind ist in meinem Bauch gewachsen, nur ich weiß, was gut für es ist", heißt es häufig in den Begründungen vor dem Jugendamt und dem Richter, wenn Väter ihr Umgangsrecht gegen den Willen der Mutter durchsetzen wollen.

Wer so argumentiert, hat den eigenen Vater häufig selbst nur in einer Nebenrolle erlebt: Viele dieser Frauen haben von ihren Müttern ein negatives Männerbild vermittelt bekommen und projizieren das eigene Vaterbild auf ihren Partner bzw. Ex-Partner", stellte die Würzburger Psychologin Pohl fest. Auf Väter kann man sich nicht verlassen, sie sind austauschbar. Peter Witkowskis ehemalige Frau begann erst die Tochter vom Vater fernzuhalten, als sie einen neuen Mann kennen lernte. "Die wollte", glaubt er, "einfach nur ein perfektes Familienglück, und als plötzlich ein anderer Mann da war, störte ich als Vater nur."

Jahrzehntelang forderten Frauen von Männern, sich bei der Erziehung mehr zu engagieren. Jetzt gibt es immer mehr dieser Väter, die zu Elternabenden gehen, Kindergeburtstage organisieren, Urlaub nehmen, um daheim das kranke Kind zu hüten. Immerhin fast zehn Prozent aller Väter melden inzwischen Elternzeit an, nachdem der Anteil jahrelang um fünf Prozent dümpelte. Umso trauriger ist es, wenn es Mütter gibt, die ihren Kindern mit ihrem Verhalten Schlimmes antun.

Vor Gericht löst sich das Problem nicht, der Rechtsweg braucht zu lange. "Oft besteht ein bis zwei Jahre kein Kontakt mehr zwischen einem Elternteil und dem Kind, obwohl es eine klare Regelung gibt. Die Gerichte wissen nicht, wie sie mit dem Umgangsboykott umgehen sollen, holen Sachverständige herbei, und bisweilen dauert so ein Verfahren durch alle Instanzen sieben bis acht Jahre", stellte der Familienrichter Jürgen Rudolph bereits vor Jahren fest.

  • Text: Silke Pfersdorf
    Foto: Getty Images
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 13/09
Letzte Kommentare
  • Hausverwaltung Essen
    am 04.02.12 um 13:26
    Ich denke es wird oft zu unrecht überschätzt...
  • Thomas
    am 13.10.11 um 22:41
    Es ist schon traurig, das es keine richtige Handhabe gegen die Willkür der Mutter gibt. 2 Stunden - 2 mal die Woche - das ist weder Fisch noch Fleisch. Aber es ist laut Gesetz ,,regelmäßig´´ und gibt mir keine Chance, mein Kind zu begleiten. Und Oma und Opa? Die wollen nicht klagen, also noch weniger Zeit. Und Namen müssen wir auch nicht haben....
  • mipfennig
    am 24.11.09 um 16:28
    Liebe Damen und Herren der Redaktion,
    als Kämpfer für Rechte bei Scheidungswaisen richte ich ein großes Lob an Sie.ehrt es Sie, im Rahmen einer Frauenzeitschrift auch selbstkritisch über ausgrenzende Mütter zu berichten.
    Somit schaffen Sie eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein vertrauensvolles Miteinander: Nur der Blick in den Spiegel, so schwer er auch ist, führt zu dauerhaften Veränderungen.
    Bravo!
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