Sorgerecht: Entsorgte Väter

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Für seinen Amtsbereich Cochem einigte er sich deshalb mit seinen Kollegen, Anwälten und Jugendamtsmitarbeitern, zerstrittene Eltern innerhalb von zwei Wochen in die Mediation oder Beratung zu zwingen, noch bevor schmutzige Wäsche gewaschen wird. Oftmals werden die Eltern direkt vom Gerichtssaal zum Mediator geleitet - notfalls unter Androhung, gestellte Anträge sonst sofort zu verwerfen. Rudolphs Modellversuch machte bereits in München, Berlin und einigen anderen Orten Schule.

Er stand auch Pate bei der Gesetzesänderung, die ab September bundesweit greifen soll: Familiengerichte werden stärker auf Mediation und Beratung der scheidungswilligen Paare drängen. Der Bochumer Mediator Ingo Krampen: "Wichtig ist, wie es dem Kind am Ende geht. Und das kann man den Eltern am besten in der Mediation vermitteln, bei der es anders als im Gerichtsprozess am Ende nicht einen Gewinner und einen Verlierer gibt."

Douglas Wolfsperger hat einen Film über das Schicksal der Trennungsväter gemacht - er heißt "Der entsorgte Vater" (ab sofort in den Kinos). Den eigenen Kampf um seine Tochter hat er aufgegeben. Ihr zuliebe: "Ich habe gemerkt, wie furchtbar zerrissen sich das Kind fühlte. Das wollte ich ihm nicht länger antun." Einen Abschiedsbrief hat er dem Mädchen geschrieben. Er endet mit den Worten: "Ich werde dich immer lieben, du kannst immer zu mir kommen. Dein Papa Douglas."

Irgendwann fragen die Kinder nach ihrem Vater, das zeigt die Erfahrung. Sie wollen dringend wissen: Warum? Die Väter wissen, was sie sagen werden. Die Mütter hoffentlich auch.

Streit ums Kind: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Trennung, Scheidung, Sorgerecht: Erzählen Sie uns, welche Erfahrungen Sie gemacht haben, indem Sie eine Mail an erfahrungen@brigitte.de schreiben.
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  • Artikel vom 29.05.2009
  • Text: Silke Pfersdorf
    Foto: Getty Images
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 13/09
Letzte Kommentare
  • Hausverwaltung Essen
    am 04.02.12 um 13:26
    Ich denke es wird oft zu unrecht überschätzt...
  • Thomas
    am 13.10.11 um 22:41
    Es ist schon traurig, das es keine richtige Handhabe gegen die Willkür der Mutter gibt. 2 Stunden - 2 mal die Woche - das ist weder Fisch noch Fleisch. Aber es ist laut Gesetz ,,regelmäßig´´ und gibt mir keine Chance, mein Kind zu begleiten. Und Oma und Opa? Die wollen nicht klagen, also noch weniger Zeit. Und Namen müssen wir auch nicht haben....
  • mipfennig
    am 24.11.09 um 16:28
    Liebe Damen und Herren der Redaktion,
    als Kämpfer für Rechte bei Scheidungswaisen richte ich ein großes Lob an Sie.ehrt es Sie, im Rahmen einer Frauenzeitschrift auch selbstkritisch über ausgrenzende Mütter zu berichten.
    Somit schaffen Sie eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein vertrauensvolles Miteinander: Nur der Blick in den Spiegel, so schwer er auch ist, führt zu dauerhaften Veränderungen.
    Bravo!
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