Scheidungs-Lexikon

Von A wie Anwalt bis Z wie Zugewinnausgleich - die wichtigsten Begriffe zum Thema Scheidung.

Ehegattenunterhalt

Auch nach der Scheidung muss ein Ehegatte finanziell für seinen Ex-Partner sorgen, wenn dieser kein eigenes Einkommen hat oder erheblich weniger verdient. Grundregel ist: Beide Ex-Partner sollen im Monat gleich viel Geld zur Verfügung haben. Die Höhe des Ehegattenunterhalts wird deshalb berechnet, indem man die Differenz beider Einkommen ermittelt. Von diesem Betrag erhält der finanziell schwächere Partner die Hälfte.

Ein Anspruch auf Unterhalt besteht nicht, wenn ein Geschiedener selbst für sich sorgen kann. Nach der Scheidung sind auch Frauen, die sich jahrelang um den Haushalt gekümmert sind, verpflichtet, sich um eine Stelle zu bemühen. Ausnahmen gelten, wenn sie kleine Kinder zu Hause betreuen. Derjenige, der Unterhalt an seinen Ex-Partner zahlt, darf von seinem Gehalt 1000 Euro selbst behalten. Verdient er z.B. 1200 Euro netto, muss er höchstens 200 Euro Unterhalt an seinen Ex-Partner zahlen.

Mehr zum Thema Unterhalt lesen Sie hier.

Jugendamt

Das Jugendamt wacht im Scheidungsprozess darüber, dass das Kindeswohl nicht gefährdet wird. Dazu bietet es den Eltern Beratungen an, etwa zur Frage, wie Sorge- und Besuchsrecht geregelt werden können. Zum Teil gibt das Jugendamt diese Beratungsaufträge auch weiter an freie Träger.

Darüber hinaus können die Familiengerichte das Jugendamt einschalten, wenn sie während des Prozesses den Eindruck bekommen, dass die Eltern sich nicht auf eine für das Kind erträgliche Lösung einigen können. Das Jugendamt schickt dann einen Mitarbeiter oder einen Beauftragten als Verfahrenspfleger (auch "Kinderanwalt" genannt) in den Prozess.

Mediation

Mediation ist ein Verfahren, in dem die Ehegatten mithilfe eines neutralen Dritten über die wichtigsten Punkte ihrer Scheidung sprechen und versuchen, sich zu einigen. Es kann den eigentlichen Scheidungsprozess vorbereiten und begleiten, aber nicht ersetzen: Das eigentliche Scheidungsurteil kann nur von einem staatlichen Gericht gesprochen werden, auch bei Sorgerechtsfragen hat das Gericht das letzte Wort.

Meist geht es in der Mediation um die Aufteilung von Vermögen, Unterhalt, Sorge- und Umgangsrecht. Der unparteiische Mediator, der die Verhandlungen begleitet und strukturiert, ist häufig Psychologe oder Jurist. Am Ende einer erfolgreichen Mediation steht in der Regel eine schriftliche Einigung der beiden Parteien. Sie kann beim Scheidungsgericht zu Protokoll gegeben werden. In Sorgerechtsfragen kann der Richter dann, sofern die Einigung der Eltern nicht dem Kindeswohl entspricht, seine Entscheidungen danach ausrichten.

Eine Sitzung beim Mediator kostet in der Regel um 120 Euro. Meist brauchen die Paare mehrere Sitzungen, um sich in allen Punkten einig zu werden. Gerade wenn es um Unterhalt und Vermögen geht, sind die Kosten einer Mediation aber oft sehr viel geringer als die Kosten für einen Prozess vor dem staatlichen Gericht.

Paartherapie

Wenn eine Beziehung in der Krise steckt, kann eine Paartherapie helfen. Mit Unterstützung eines Therapeuten können die Partner herausfinden, was schiefläuft, und entscheiden, ob sie zusammenbleiben oder sich trennen wollen. Selbst wenn ein Partner schon fest zur Trennung entschlossen ist, kann eine Paartherapie sinnvoll sein: Sie kann helfen, mit der Trennungssituation emotional umzugehen. Eine bereits zerbrochene Beziehung durch eine Therapie wieder zu kitten funktioniert meist nicht.

Zu den Sitzungen beim Paartherapeuten können die Partner einzeln oder gemeinsam kommen. Eine Paartherapie wird nicht von der Krankenkasse bezahlt. Die Preise liegen in der Regel zwischen 70 und 120 Euro für eine einstündige Sitzung. Die Treffen mit dem Therapeuten finden meist im Abstand von zwei Wochen oder einem Monat statt. Wie viele Sitzungen ein Paar braucht, ist sehr unterschiedlich - die Dauer der Therapie liegt zwischen einigen Monaten bis hin zu einem Jahr oder mehr.

Prozesskostenhilfe

Damit jeder einen Prozess führen kann, übernehmen die Bundesländer die Gerichts- und Anwaltskosten für Leute, die zu wenig Geld dafür haben.

Anspruch auf Prozesskostenhilfe hat, wer monatlich nach Abzug von Steuern, Werbungskosten, Wohnkosten und Freibeträgen weniger als 15 Euro zur Verfügung hat. Gerade in familienrechtlichen Streitigkeiten, zu denen Scheidungs- und Sorgerechtsverfahren gehören, wird sie sehr oft gewährt. Es lohnt sich also meistens, wenigstens zu einer Erstberatung beim Anwalt zu gehen und ihn nach den Chancen auf Prozesskostenhilfe zu fragen. Der Anwalt kann die Prozesskostenhilfe beim zuständigen Gericht beantragen.

Wer mit seinem monatlichen Einkommen über dem Höchstbetrag von 15 Euro liegt, kann beantragen, die Prozesskosten in Raten bezahlen.

Mehr zu den Kosten eines Scheidungsverfahrens und Finanzierungsmöglichkeiten lesen Sie hier.

Verfahrenspfleger

In manchen Prozessen haben auch die Kinder eine Art Anwalt: den Verfahrenspfleger. Er wird vom Gericht eingesetzt, wenn der Richter befürchtet, dass die Interessen der Eltern mit dem Wohl des Kindes kollidieren.

Ein Verfahrenspfleger ist unabhängig und vertritt nur das Kind. Er kann Rechtsanwalt sein oder eine pädagogische Ausbildung haben - denn zu seinen Aufgaben gehört es, das Kind durch die Trennungsphase zu begleiten und herauszufinden, was es will. Dies trägt er auch vor dem Richter vor. Die Kosten für seine Arbeit sind Teil der Gerichtskosten, die die Eltern tragen müssen. Hält das Gericht es für erforderlich, einen Verfahrenspfleger zu bestellen, können die Eltern dies nicht ablehnen.

Anwalt

Ohne Anwalt können Sie keine Scheidung einreichen. Wenn Ihr Partner die Scheidung will und einen Antrag gestellt hat, müssen Sie selbst nicht unbedingt einen eigenen Anwalt beauftragen. In vielen Fällen ist es aber empfehlenswert, einen eigenen Berater und Prozessvertreter zu haben. Denn nur ein Anwalt kann vor Gericht Anträge stellen.

Auch wenn häufig von einer Scheidung mit "gemeinsamem Anwalt" gesprochen wird: Der Anwalt vertritt nur die Interessen seines Mandanten, also des Ehegatten, der ihn beauftragt hat. Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten vor Gericht, wird er nichts tun, womit sein Mandant nicht einverstanden ist. Auch wenn die Ehepartner einen Vergleich schließen möchten, brauchen sie dafür jeder einen eigenen Anwalt.

Sind vor Gericht jedoch keine strittigen Fragen mehr zu klären, können Sie Kosten sparen, indem Sie auf einen eigenen Anwalt verzichten.

Finden können Sie einen Anwalt am besten über Empfehlungen aus dem Freundeskreis, über das Branchenverzeichnis oder Suchdienste im Internet. Den Titel "Fachanwalt für Familienrecht" darf ein Jurist führen, wenn er als Anwalt eine bestimmte Mindestzahl von Fällen zum Thema Scheidung, Sorge- und Unterhaltsrecht bearbeitet hat und jährlich zehn Fortbildungsstunden zu diesem Rechtsgebiet besucht. Es gibt jedoch viele gute und erfahrene Anwälte, die auf diesen Titel verzichten.

Falls Sie unsicher sind, ob Sie mit einem Anwalt zusammenarbeiten möchten, den Sie nicht kennen: Die meisten bieten ein kostenloses erstes Gespräch an, bei dem Sie sich einen persönlichen Eindruck verschaffen können.

Trennung / Getrennt leben

Voraussetzung für die Scheidung ist, dass die Ehe gescheitert ist. In den Augen des Gesetzgebers ist das dann der Fall, wenn die Ehegatten sich getrennt haben. Trennung bedeutet: Das Paar darf keinen gemeinsamen Haushalt mehr führen.

In den meisten Fällen beziehen die Partner verschiedene Wohnungen. Eine Trennung ist aber auch innerhalb der gleichen Wohnung möglich, wenn das Zusammenleben ähnlich wie in einer Wohngemeinschaft organisiert wird: Jeder hat ein eigenes Zimmer, ein eigenes Konto, kauft selbständig ein, wäscht, bügelt und putzt für sich selbst. Hat das Gericht Zweifel, müssen Zeugen bestätigen, dass Sie einen eigenständigen Haushalt führen.

Wollen beide Ehegatten die Scheidung, reicht ein Trennungsjahr aus. Eine kürzere Trennungszeit erkennen Richter nur an, wenn die Fortsetzung der Ehe eine unzumutbare Härte bedeuten würde. Lebt das Paar mehr als drei Jahre getrennt, ist damit automatisch der Beweis erbracht, dass die Ehe gescheitert ist. Der Richter wird sie scheiden, auch wenn ein Partner damit nicht einverstanden ist.

Ein Auszug aus der gemeinsamen Wohnung ist der deutlichste Beweis für den Beginn eines Trennungsjahrs. Bei einer Trennung innerhalb der Wohnung sollten Sie ein datiertes schriftliches Dokument vorlegen können, in dem Sie die Trennung erklären, oder Zeugen benennen können, die den Beginn des Trennungsjahrs bestätigen.

Während der Trennung besteht für einen Partner, der kein oder nur ein geringes Einkommen hat, Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Trennungsunterhalt

Haben die Ehegatten sich getrennt, hat der Partner, der weniger Einkommen hat, für die Dauer der Trennungszeit automatisch Anspruch auf Unterhalt. Dabei ist unerheblich, ob der schwächere Partner auch von seinem eigenen Gehalt allein leben könnte. Der Trennungsunterhalt dient dazu, den Partnern während der Trennungsphase einen Lebensstandard zu ermöglichen, der mit der Ehe vergleichbar ist. Prinzipiell wird deshalb aus den Einkommen beider Partner ein Gesamteinkommen ermittelt und durch zwei geteilt. Ist ein Partner Alleinverdiener, darf er vier Siebtel seines Einkommens behalten, erhält also ein Siebtel mehr als der nicht erwerbstätige Partner.

Derjenige, der vom anderen Unterhalt bezieht, ist in der Regel nicht verpflichtet, sich Arbeit zu suchen und seinen Lebensunterhalt vollständig selbst zu bestreiten.

Trennungsunterhalt muss gezahlt werden, bis die Scheidung rechtskräftig wird. Danach besteht unter Umständen ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt, der sich ähnlich, aber nicht immer genauso wie der Trennungsunterhalt berechnet.

Verfahren vor Gericht

Für die Scheidung ist eine bestimmte Kammer des Amtsgerichts zuständig, das Familiengericht. Über die Scheidung entscheidet stets ein einzelner Richter.

Im Scheidungsverfahren herrscht Anwaltszwang; das bedeutet, dass nur ein zugelassener Rechtsanwalt Anträge an das Gericht stellen kann. Wenn Sie die Scheidung wollen, müssen Sie also zunächst zu einem Anwalt gehen. Will Ihr Partner die Scheidung und hat bereits über seinen Anwalt einen Antrag eingereicht, werden Sie darüber vom Richter benachrichtigt. Dann können Sie entweder direkt zustimmen oder selbst einen Anwalt beauftragen. Nur mit eigenem Anwalt können Sie selbst Anträge stellen und zum Beispiel verlangen, dass auch Unterhalt, Vermögensausgleich, Sorgerecht und ähnliche Fragen vor Gericht verhandelt werden. Außer dem Versorgungsausgleich prüft der Richter solche Scheidungsfolgen nämlich nicht von selbst. Oft ist es aber kostengünstiger, sich in diesen Punkten außergerichtlich zu einigen.

Liegen dem Gericht alle Unterlagen vor, setzt es einen Scheidungstermin an. Zuschauer sind dazu nicht zugelassen. Bei der einvernehmlichen Scheidung müssen beiden Ehegatten erklären, dass sie die Scheidung wollen und das Trennungsjahr eingehalten haben. Will nur ein Partner die Scheidung, muss er dies erklären und beweisen, dass das Paar seit drei Jahren getrennt lebt. Hat der Anwalt einen entsprechenden Antrag gestellt, werden auch Unterhalt, Sorgerecht u.ä. verhandelt. Anschließend spricht der Richter die Scheidung aus. Verzichten beide auf Rechtsmittel - das geht nur, wenn beide anwaltlich vertreten werden - wird die Scheidung sofort rechtskräftig, andernfalls nach dem Ende der vierwöchigen Berufungsfrist.

Versorgungsausgleich

Während der Dauer einer Ehe erwerben die Ehegatten in der Regel Rentenansprüche. Beim Versorgungsausgleich geht es - analog zum Vermögensausgleich - darum, diese Ansprüche aufzuteilen.

Wie hoch die Rentenanwartschaften sind, richtet sich danach, wie viel und wie lange ein Berufstätiger eingezahlt hat. Ein Ehegatte, der für die Familie beruflich zurücksteckt, erwirbt weniger Ansprüche als derjenige, der über die gesamte Dauer der Ehe hinweg Vollzeit arbeitet. Dieses Ungleichgewicht soll der Versorgungsausgleich beheben.

Berücksichtigt werden Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der Beamtenversorgung, berufsständischen Versorgungen, Betriebsrenten und private Rentenversicherungen, die die Ehegatten während der Ehe erworben haben. Jeder Versicherte hat das Recht, von seinem Versorgungswerk jederzeit die aktuelle Berechnung seiner Rente zu erfahren. Die Ehegatten haben gegeneinander ebenfalls einen Anspruch auf Auskunft, wie hoch die Rentenansprüche des anderen sind.

Vereinfacht funktioniert der Versorgungsausgleich so: Zugrunde gelegt wird die Rente, die jeder der Ehegatten bekommen würde, wenn sie am Tag der Scheidung in den Ruhestand gehen würden. Die Differenz zwischen den beiden Beträgen wird durch zwei geteilt; eine Hälfte erhält der Partner mit den geringeren Ansprüchen. Auf diese Weise sind am Tag der Scheidung die Rentenansprüche beider Partner gleich hoch. Beim Versorgungsausgleich wird kein Geld überwiesen; es werden lediglich Ansprüche auf die spätere Rente von einem Rentenkonto auf das andere übertragen.

Zugewinnausgleich

Haben Sie mit Ihrem Mann keinen Ehevertrag geschlossen, leben Sie mit ihm in einer Zugewinngemeinschaft. Ihr Vermögen teilen sie bei der Scheidung nach den Regeln des Zugewinnausgleichs auf.

Das bedeutet: Alles, was Ihr Mann schon vor der Ehe besaß, gehört auch nach der Scheidung noch ihm. Alles, was Sie mit in die Ehe gebracht haben, bleibt weiter Ihr Besitz. Für jeden Ehegatten wird berechnet, wie viel zusätzliches Vermögen er während der Ehe angehäuft hat - das ist der Zugewinn. Hatten Sie zum Beispiel vor der Ehe 10.000 Euro auf dem Sparbuch und im Augenblick der Scheidung 25.000 Euro, beträgt ihr Zugewinn 15.000 Euro. Hatte Ihr Mann vor der Hochzeit 5.000 Euro gespart und nun 40.000 Euro, hat er 35.000 Euro Zugewinn gemacht.

Aus Sicht des Gesetzgebers tragen beide Partner zu gleichen Teilen dazu bei, dass ein Vermögen entsteht: Wer beruflich zurücksteckt, um sich um Kinder zu kümmern, und deshalb selbst nur wenig sparen kann, hält damit dem anderen Partner den Rücken frei, so dass er arbeiten und Geld zurücklegen kann. Ziel ist es deshalb, dass beide Ehegatten bei einer Scheidung den gleichen Anteil an dem Vermögen bekommen.

Es wird also ermittelt, wer von den Eheleuten mehr Zugewinn erwirtschaftet hat. Derjenige muss dem anderen so viel zahlen, dass am Ende beide mit dem gleichen Vermögens-Plus aus der Ehe gehen. In unserem Beispiel müsste der Mann 10.000 Euro zahlen. Über den Zugewinnausgleich entsteht nur ein Anspruch auf Geld; Sie können nicht eine bestimmte Sache, etwa ein Auto oder ein Möbelstück, von Ihrem Ex-Mann verlangen.

Es ist meist sinnvoll, den Zugewinnausgleich außergerichtlich zu regeln. Wenn es um hohe Beträge geht, entstehen sonst hohe Gerichts- und Anwaltskosten.

Betreuungsunterhalt

Normalerweise muss nach der Scheidung jeder Partner möglichst bald wieder versuchen, für sich selbst zu sorgen. Ehegattenunterhalt bekommt ein Partner von seinem Ex nur dann, wenn er auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hat - etwa weil er krank ist oder nach vielen Jahren Tätigkeit im Haushalt den Anschluss an das Berufsleben verloren hat. Eine Ausnahme ist der Betreuungsunterhalt: Wer sich zuhause um die Kinder aus der Ehe kümmert, darf vom anderen Elternteil finanzielle Unterstützung verlangen.

Dabei gilt jedoch: Nur solange die Kinder tatsächlich Betreuung brauchen, besteht der Anspruch auf Unterhalt. Ist das jüngste drei Jahre alt und kann in den Kindergarten gehen, ist der Mutter in der Regel eine Halbtags-Arbeit zuzumuten. Ist das jüngste Kind acht Jahre alt, legen viele Gerichte der Mutter die Pflicht auf, Vollzeit zu arbeiten. Diese Entscheidungen sind jedoch sehr stark vom Einzelfall abhängig. Bei behinderten oder schwer erziehbaren Kindern zum Beispiel kann der Anspruch auf Betreuungsunterhalt auch noch sehr viel länger bestehen.

Düsseldorfer Tabelle

Die Düsseldorfer Tabelle enthält Leitlinien, wie viel Unterhalt Alleinerziehende vom anderen Elternteil für die gemeinsamen Kinder verlangen können. Die Höhe des Unterhalts ist abhängig vom Alter des Kindes und vom Einkommen des Elternteils, der den Unterhalt zahlen muss. Das Oberlandesgericht Düsseldorf aktualisiert diese Tabelle in regelmäßigen Abständen.

Die Düsseldorfer Tabelle ist nicht gesetzlich verankert - sie dient allein dazu, dass die Richter in den verschiedenen Bundesländern die Unterhaltsansprüche in ähnlichem Umfang zusprechen. In Einzelfällen können die Richter auch von den Vorgaben der Tabelle abweichen.

Ehename

Wer mit der Heirat einen anderen Namen angenommen hat, darf nach der Scheidung wählen. Es ist möglich, den Ehenamen zu behalten, also weiter den Namen des Ex-Partners oder einen Doppelnamen zu führen. Der Ex-Partner darf das nicht verbieten.

Wer bei der Heirat den Namen des Partners angenommen hat, kann sich auch mit der Scheidung noch einen Doppelnamen geben und seinen Geburtsnamen voranzustellen oder anzufügen. Schließlich besteht die Möglichkeit, den Geburtsnamen nach der Scheidung wieder anzunehmen.

Umgangsrecht

Das Umgangsrecht, auch Besuchsrecht genannt, ist das Recht jedes Elternteils, Kontakt mit den eigenen Kindern pflegen zu dürfen. Dabei ist unerheblich, ob die Eltern das gemeinsame Sorgerecht haben oder ob einer die elterliche Sorge allein erfüllt.

Der andere Elternteil ist verpflichtet, den Kontakt zu ermöglichen. In der Regel wird schon im Scheidungsverfahren festgelegt, wer das Kind wann sehen darf. Der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, ist dazu angehalten, diese Tage nicht mit anderen Terminen für das Kind zu verplanen. Wer das Umgangsrecht ausüben und das Kind zu sich einladen will, holt es in der Regel an der Tür der Wohnung ab, wo das Kind lebt. Falls er in einer anderen Stadt wohnt, kann es demjenigen, bei dem das Kind wohnt, aber zumutbar sein, es zum Bahnhof oder auch zum Flughafen zu fahren, damit der Ex-Partner es dort in Empfang nehmen und auf der Reise in seine Stadt begleiten kann. Die Kosten für die Fahrt in die andere Stadt muss derjenige, der sein Umgangsrecht ausübt, selbst tragen.

Das Umgangsrecht ist auch ein Recht des Kindes: Es kann verlangen, den anderen Elternteil zu sehen, auch wenn dieser an einem Kontakt kein Interesse hat. Ist er dem Kind gegenüber jedoch so abweisend, dass die Begegnungen eine große Belastung für das Kind werden, sehen die Gerichte davon ab, eine Besuchspflicht auszusprechen.

Voraussetzungen für die Scheidung

Laut Gesetz wird die Ehe geschieden, wenn sie gescheitert ist. Das ist dann der Fall, wenn die eheliche Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und auch nicht damit gerechnet werden kann, dass sie wiederhergestellt werden kann. Die Partner müssen also getrennt leben.

Sind beide mit der Scheidung einverstanden, reicht ein Trennungsjahr. Lehnt ein Partner die Scheidung ab, kann die Ehe auch gegen seinen Willen geschieden werden, wenn das Paar seit drei Jahren getrennt lebt. Die Dauer der Trennung muss vor Gericht bewiesen werden.

Es kommt heute nicht mehr darauf an, aus welchen Gründen die Ehe gescheitert ist. Ist mit dem ausreichend langen Zeitraum der Trennung der Nachweis erbracht, dass die Ehe gescheitert ist, wird das Familiengericht sie auf Antrag eines Partners hin scheiden.

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