Analsex und One-Night-Stand: So machen's die anderen

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Der One-Night-Stand

Ist der beste Sex vielleicht der, den man nicht hat?

Ein prickelnder Abend, aus dem Kaffee bei ihm wird ein Kuss, aus dem Kuss ein Drängen. Und manchmal nimmt man jetzt besser die Beine in die Hand, meint BRIGITTE-Mitarbeiterin Ulrike Thomassen.

Er war ein ziemlich guter Typ, sonst wäre ich nicht mitgegangen. Er sah gut aus und hatte gut zurückgeguckt, als er bemerkte, dass ich ihn ansah. Seine Eröffnung war auch nicht übel ("Ich gehe gerade was zu trinken holen und würde dir glatt was mitbringen, wenn du möchtest"), und dann haben wir uns wirklich gut unterhalten. Es wurde spät und später, und der Laden wurde geschlossen, und wir liefen einfach so nebeneinander her, hakten uns ein, knufften uns in die Seite und lachten. Dann nahm er meine Hand, und das war der Moment, in dem ich weiche Knie bekam, weil es das Beste ist, was einem in so einer Nacht passieren kann. Vergiss den ersten Kuss. Ein Mann, den du kaum kennst, nimmt deine Hand - das ist das Größte. In diesem Augenblick ist alles möglich, die Geste ist pure Verheißung, sie ist unschuldig und entschlossen zugleich. Der Mann will dich, und er macht nicht viele Worte. Trotzdem verpflichtet sie zu nichts: Wenn du seine Hand an der nächsten Straßenecke loslässt und sagst: Tschüs, ich geh jetzt nach Hause - auch gut. Aber dazu kommt es natürlich nie.

Als wir bei ihm waren, nahm er mir den Mantel ab und schaute mich an, als freute er sich richtig auf mich. Neugierig und begeistert. Dann war er weg. Er müsse noch schnell Wein aus seinem Auto holen, sagte er. Ich war auf einmal allein in der Wohnung eines Typen, den ich ein paar Stunden vorher kennen gelernt hatte. Und sah mich um. Eine Küche, länger nicht geputzt. Ein Wohnzimmer mit einem Fernseher, zwei Gitarren und ein paar Stapel CDs. Und ein paar Fotos. Er mit ihr. Wer immer sie sein mochte. Dann tauchte er wieder auf mit zwei Weinflaschen in der Hand: "Magst du lieber Roten oder Weißen?", fragte er. Ich sagte: "Ich muss schnell mal ins Bad." - "Zweite rechts." Sein Bad war ordentlicher als die Küche, aber so genau wollte ich gar nicht hinschauen. Die Sachen seiner Freundin ließen sich trotzdem nicht übersehen. Die zweite Zahnbürste. Die halb volle Flasche "Allure". Und dann fiel mein Blick auf den kleinen Tiegel. Diesen kleinen, sauteuren Cremetopf, den ich mir ein paar Wochen zuvor auch gegönnt hatte, weil das Wetter mies, mein Konto eh schon überzogen und meine Stimmung im Keller war.

Ich bekam plötzlich zum zweiten Mal an diesem Abend weiche Knie, aber diesmal wollte ich nur noch weglaufen. Ich gehöre nicht hierher, hämmerte es in meinem Kopf, das hier ist das Leben einer anderen. Ich kannte sie nicht, ich wusste auch nicht, wie lange sie schon hier war, aber ich wollte nichts damit zu tun haben. Ich bin keine Moralistin - sonst wäre ich an diesem Abend nicht in seiner Wohnung gelandet. Ich habe mich in meinem Leben auch schon häufiger in den Wohnungen fremder Männer aufgehalten, ohne in Panik zu geraten, aber in dieser Nacht ging das nicht. Ich wollte nicht in das Leben dieser Frau eindringen, die ich nicht kannte und trotzdem mochte, weil sie sich den gleichen teuren Cremetopf gegönnt hatte wie ich. "Ich habe dir einen Wein eingeschenkt", hörte ich seine Stimme im Flur. "Wo steckst du?" Ich steckte fest. Ich musste jetzt wirklich gehen, aber meine Knie wurden weich und weicher. Ich ging in die Hocke, atmete tief durch. Schon besser. Ich öffnete die Badezimmertür, sah mich auf dem Flur im Spiegel an und versuchte, möglichst gerade und entschlossen in die Küche zu gehen. Er hielt mir das Weinglas hin, aber ich ignorierte es und sagte: "Ich glaube, ich muss mir noch ein wenig die Beine vertreten." Er sagte: "Häh?" - "Ich würde jetzt gern einfach nur laufen", sagte ich. "Kommst du mit? Wenn nicht, bin ich dir nicht böse."

Er ist nicht mitgekommen. Ich bin das Treppenhaus hinuntergerannt und raus auf die Straße. Ich bin gelaufen und gelaufen, ich habe erst meine Beine gespürt, dann meinen Bauch, mein Herz und dann wieder meine Beine. Am nächsten Morgen hatte ich einen fetten Muskelkater in den Oberschenkeln. Allerdings nur vom Laufen, und das war auch besser so.

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  • BRIGITTE Heft 02/2006
Letzte Kommentare
  • Slim
    am 19.01.11 um 00:46
    Hallo Sandra,
    Ich finde das auch sehr geil, ich habe das sehr oft ausprobiert, zufaellig bin ich auch aus Neuss. wenn du lust auf Kontakt bitte melde dich , bei Skype mein Nackname ist " neuss330 ". viel Spass und danke.
    Slim
  • man-fred
    am 28.08.09 um 15:51
    Ich bin unfreiwillig zu diesem Genuß gekommen,bzw. war mir die Frau da um einiges voraus;-)
    Seither finde ich die "Hündchen-Stellung" reizvoll,weil es da enger zugeht:-)
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