Schüchtern - na und? Die besten Tipps zum Flirten

Zittern, Stottern, Schweigen - wer schüchtern ist, hat es nicht nur beim Flirten schwer. Doch mit ein bisschen Übung lassen sich die größten Hemmungen fürs Dating überwinden.

Smalltalk mit Fremden führen? Schrecklich! Vor einer größeren Gesellschaft eine Rede halten? Horror! Situationen, in denen man im Mittelpunkt steht, sind für schüchterne Menschen ungefähr genauso herausfordernd wie ein dreistündiger Marathon. Während es jemand, der extrovertiert ist, genießt im Rampenlicht zu stehen, bleiben zurückhaltende Menschen lieber im Hintergrund. Sie wissen: Hier kann mir nichts passieren. Ich muss keine Angst haben, mich zu blamieren, mir blöde Kommentare einzufangen oder etwas falsch zu machen.

Das Problem: Unsere Gesellschaft fördert eher Menschen, die auffallen als jene, die introvertiert und bescheiden leben. Für Menschen, die selten "Hallo, hier bin ich!" schreien, ist es zum Beispiel schwieriger, einen Job in einer Top-Position zu bekommen. Vor allem in Punkto Partnersuche tun sich schüchterne Menschen schwer. Zu Dates müssen sie sich schier überwinden und sind dann so nervös und unsicher, dass sie kaum etwas herausbringen. Aber wo kommt Schüchternheit eigentlich her? Angstforscher, Ärzte und Wissenschaftler befassen sich schon seit langem mit dem Thema. Das Interessante: Schüchternheit liegt in unseren Genen!

Schüchternheit als Flucht

Beinahe jeder hat im Laufe seines Lebens irgendwann mit Ängsten und Unsicherheiten zu kämpfen. Wer sich etwa schon einmal als "die Neue" im Job behaupten musste, kennt das Gefühl, sich ständig beobachtet zu fühlen und bei Zusammentreffen mit Kollegen feuchte Hände zu bekommen. Wirklich schüchternen Menschen fällt es jedoch dauerhaft schwer, auf Andere zuzugehen. Sie werden rot und verlegen - oder verhalten sich aus Unsicherheit kühl und abweisend, wenn sie angesprochen werden.

ist nichts anderes als ein Fluchtreflex. Und der ist sogar genetisch festgelegt: Was für den Neandertaler die Angst vor dem Säbelzahntiger war, ist für den modernen Menschen die Furcht vor der sozialen Blamage. Grundsätzlich laufen nämlich im Körper eines Schüchternen etwa beim ersten Date die gleichen Prozesse ab wie bei Lebensgefahr! Hilfe, ich muss weg! Wie stark dieser Urinstinkt bei einem Menschen ausgeprägt ist, hängt von seiner Erziehung, persönlichen Erfahrung und dem eigenen Selbstvertrauen ab. Jemand mit Selbstzweifeln erwartet automatisch negative Konsequenzen, wenn er in den Mittelpunkt tritt. Doch keine Sorge: Man kann lernen, mit seiner Schüchternheit umzugehen. Hier kommen die besten Tipps.

Schüchtern ist cool!

Die meisten schüchternen Menschen reagieren auf Stresssituationen entweder durch Vermeidung - oder indem sie sich verstellen. Besonders Letzteres hält Sabine Wery von Limont, Psychologin bei der Online-Partneragentur Parship.de, für falsch: "Wenn eine Schüchterne versucht, die Draufgängerin oder gar die Zynikerin zu spielen, wirkt das nicht authentisch - und letztlich irritierend." Single-Coach Limont rät Ratsuchenden deshalb immer zuerst, die Zurückhaltung als Teil ihrer Persönlichkeit anzuerkennen - und offensiv mit ihr umzugehen.

Die Psychologin empfiehlt, aus der Not eine Tugend zu machen. Schüchterne sollten doch mal darauf achten, wie viele selbstbewusste Frauen erfolgreich mit (angeblicher) Unsicherheit kokettieren. Ziel dieser Übung sei es aber nicht, fortan selbst auch das verhuschte Weibchen zu spielen. Vielmehr könne man auf diese Weise erkennen, dass Schüchternheit gerade von Männern gar nicht so negativ bewertet wird. Wer das einmal begriffen habe, könne mit Blackouts und Atemnot beim ersten Date auch anders umgehen: "In Stresssituationen sollten Schüchterne einfach offen über ihre Unsicherheit sprechen. Ihr werdet feststellen, dass euer Gegenüber im Zweifel genauso nervös ist wie ihr - und eure Schüchternheit wahrscheinlich sogar sympathisch findet."

Tschüss, Schüchternheit: Sechs kleine Tricks, wie ihr ihn erobert

Zurückhaltende Menschen werden meist erstmal als sehr angenehm empfunden. Das In-den-Vordergrund-Drängeln gehört nicht zu ihren Eigenschaften - und damit fehlt ihnen diese unangenehme Aufdringlichkeit, zum Glück!

Damit Schüchterne aber trotzdem „sichtbar“ werden und gut in Kontakt kommen, gibt Psychologin Wery von Limont folgende Tipps:

1. Akzeptiert euch selbst!

Schüchternheit ist kein Makel, sondern ein Teil eurer Persönlichkeit. Wenn ihr euch nicht überall in den Vordergrund drängen wollen, ist das absolut okay – solange ihr weiter zielgerichtet euren Weg geht. Man kann auch mit Zurückhaltung und Diplomatie zum Ziel gelangen.

2. Nicht ausbremsen lassen!

Lasst euch von den schrillen und lauten Typen ruhig überholen, aber nicht zur Seite drängen. Schnelligkeit bedeutet oft auch viel „Drumherum“ nicht mitzubekommen – und das ist eure Chance! Während die anderen mit ihrer eigenen Selbstinszenierung beschäftigt sind, könnt ihr in Ruhe beobachten und wahrnehmen, was Frau/Mann (Zielobjekt) eigentlich gerade möchte

3. Sicherheit gewinnen!

Wenn ihr euch in bestimmten Situationen unsicher fühlt: Bleibt so lange im Hintergrund, bis ihr euch ein Bild von der Lage gemacht habt. Wichtig ist, dass ihr dann – mit der Sicherheit des Überblicks – auf den Menschen eurer Wahl zugeht. Da ihr schon genügend Gesprächsstoff „gesammelt“ habt, den ihr nun nutzen können, um in Kontakt zu kommen, wird euch dieser auch gelingen.

4. Nicht vom eigenen Weg abkommen!

Wenn Mann/Frau nicht gleich anspringt, nur keine Panik. Er/Sie muss sich erst mal auf leisere Töne einstellen. Es ist ähnlich wie nach einem Diskobesuch: Draußen pfeifen noch die Ohren, aber dann passt sich das Gehör langsam der Stille an. Wenn sich der Lärm gelegt hat, ist es Zeit für euren Auftritt. Dabei sind Humor und leichte Themen zum Einstieg auf jeden Fall besser als „die Ausnutzung der Dritte-Welt-Länder durch die Industriestaaten ...“.

5. Wenn der Körper streikt

Jeder Mensch spürt Aufregung anders, aber meist äußert sie sich körperlich: Herzklopfen, trockener Hals und Schweißausbrüche. Macht euch klar: damit steht ihr nicht allein! Es ist wie Lampenfieber und damit reiht ihr euch ein mit Showgrößen wie Barbara Streisand, Johnny Depp, Hugh Grant oder Julia Roberts – die sich trotzdem immer wieder dieser Herausforderung stellen. Alle haben es überlebt und ihr schafft das auch – dann mal los!

6. Übung macht den Meister!

Flirten ist wie Fahrradfahren: Am Anfang fällt es schwer, die Balance zu halten, aber wenn man lange genug übt, wird man immer besser – bis man sogar freihändig um Kurven fahren kann. Also probiert euch aus, wo ihr nur könnt. Im Supermarkt, im Bus, im Job, auf Straßenfesten und sonstigen Events. Es geht nicht um Baggern, sondern darum, etwas auszuprobieren, Kontakt aufzunehmen und zu gestalten – und sei es nur für ein paar Minuten. Ihr werdet euch zunehmend sicherer fühlen.

So könnt ihr außerdem eure Schüchternheit überspielen

Diese kleinen Tipps sind total simpel, haben aber einen großen Effekt auf euer Auftreten:

Sendet nonverbale Signale. Wenn ihr zu introvertiert oder schüchtern seid, um lebhaft zu reden, lasst ihn einfach erzählen und lächelt, lächelt, lächelt! Wirkt mindestens genauso positiv auf ihn wie Worte!

Zieht euch das Richtige an. Wählt nur Kleidung aus, in der ihr euch wirklich wohl, aber auch sexy und selbstbewusst fühlt!

Besinnt euch auf eure Stärken. Denkt während des Flirts aktiv an eure Schokoladenseiten, um euer Selbstvertrauen aufzubauen.

Sucht euch die richtigen Gesprächsthemen. Redet über ein Thema, womit ihr euch wirklich auskennt, beispielsweise über Bücher. Natürlich nur, wenn sich euer Date auch dafür interessiert und begeistern kann - und nicht selbst unsicher vor sich herstammelt.

Vergleicht euch nicht mit anderen Frauen. Generell bringen uns Vergleiche im Leben nur selten weiter. Macht euch bewusst: Euer Date ist mit EUCH verabredet. Und das hat einen guten Grund.

Nehmt euch nicht zu ernst. Wenn ihr unsicher seid, ob ihr vielleicht albern oder unwissend wirkt, sagt euch: Gerade die Makel machen eine Frau interessant. Kein Mann möchte eine durch und durch perfekte Frau!

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