Fetischparty: Latex, Lack und Leder

Schrille Fetischpartys wie die Hamburger "Obsession" locken Hunderte Fetisch-Freunde aus ganz Deutschland an. Worin liegt der Reiz? Und wie fühlt man sich zwischen so viel Lack, Leder und Latex? BRIGITTE.de-Autorin Silja Schriever hat es ausprobiert.

Miss Endless ist die Königin der Nacht. Das schöne Gesicht ist auffallend und perfekt geschminkt. Leuchtende Lippen, rote Haare, weiße Haut. Gigantische Absätze. Latex-Kleid. Und vor allem: Sie hat einen Sklaven dabei. Einen devoten Mann im Clownskostüm. Auch in Latex natürlich.

Ein Sonnabend Ende September. Es ist kurz nach zehn Uhr abends. Mehr als 800 schrille und schräge Partygänger treffen nach und nach in der ehemaligen Hamburger Fabrik Edelfettwerk ein. Der Dresscode: Lack, Leder, Latex. Uniformen gehen auch. Das Motto: Sanguris - Blut. Die Musik: Progressive House. Treibende Bassdrums hämmern in die Köpfe.

Willkommen auf dem etwas anderen Fest!

Willkommen auf dem etwas anderen Fest!

Rote Fahnen wehen von der Deckenkuppel, flackernde Lichter da und dort. Erotische Schummerbeleuchtung in der Dance Hall. Wo früher Fabrikanlagen installiert waren, dominieren heute Lounge- und Tanzflächen die über vier Meter hohen Räume. "Wir sorgen für aufwändige Dekoration", sagt Veranstalterin Britta Michaelis. Sie selbst trägt schwarzes Leder und Kappe. Ein Herr in Sowjet-Phantasie-Uniform begrüßt die Gäste persönlich: Absinth oder Likör für jeden.

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