Feuchtgebiete: Tabubruch oder Kampfschrift?
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"Provokant ist das nicht."
Friederike Moldenhauer, 38, Mitherausgeberin des Buches "Sex ist eigentlich nicht so mein Ding"
Auch wenn einige Leserinnen in Verlegenheit geraten oder aufgrund der deutlichen Sprache schockiert sein mögen. Andere werden es mit einem Schulterzucken hinnehmen - zu denen gehöre ich. Natürlich will Roche provozieren. Zudem liest sich die Liste der vorkommenden Themen wie Einträge im Stichwortverzeichnis eines Psychiatrie-Lehrbuchs: Sexsucht, Fantasien über den Tod der Mutter und des Bruders, Exhibitionismus, Inzest- Fantasien, Autoaggression. Aber "rebellisch", wie der Verlag das Romandebüt bewirbt? Nein, wirklich nicht. Möglicherweise liegt das an meiner Ignoranz, vielleicht aber auch an dem dicken Fell, das man sich zulegen muss, um das Gerede über Sex, das täglich auf einen einströmt, unbeschadet zu überstehen.
Letztlich geht es um die Einsamkeit der Protagonistin, unter der sie in ihrem Elternhaus leidet und der sie durch die Beziehung mit einem Krankenpfleger zu entkommen hofft. Wirklich verstörend ist allein die Szene, in der sich die Hauptfigur willentlich an der frisch operierten Wunde neu verletzt. Mit dem Ziel, länger im Krankenhaus zu bleiben, denn "Hier ist es schön. Schöner als zu Hause jedenfalls". Das ist in der Tat eine Aussage, die Entrüstung auslösen sollte. Aber dafür ist sie vermutlich zu unspektakulär."













