Partnerschaft

Guter Sex: Kann man Intimität lernen?

Wie funktioniert guter Sex? Im Grunde ist es ganz einfach. Alles, was Sie brauchen, ist Neugier, einen Partner und ein bisschen Zeit, sagen die Schweizer Paartherapeuten und Tantra-Experten Doris Christinger und Peter A. Schröter.

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In diesem Artikel:

Präsent sein

Wenn eine Frau und ein Mann miteinander ins Bett gehen, dann sind sie oft mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit erst mal beim anderen. Was will er, was macht er, was macht sie, was ihm gefällt, was gefällt ihr, und wie zeigt sie ihm das? Wenn Sie sich mehr Intimität wünschen, dann sollten Sie all das beiseiteschieben und mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit bei sich bleiben. Im Mittelpunkt Ihres Interesses stehen jetzt Sie und alles, was in Ihnen vorgeht. Denn nur, wenn Sie spüren, was beim Sex mit Ihnen passiert, können Sie sich in Ihrem ganzen Wesen zeigen, und das ist die Voraussetzung für Intimität. Ihre wichtigste Frage lautet: Was empfinde ich in meinem Körper, jetzt, genau in diesem Moment? Wie fühlt es sich an, wenn er meine Brüste berührt? Empfinde ich Lust oder Desinteresse, Zärtlichkeit oder Scham? Wie fühlt sich seine Haut unter meinen Fingern an, regt sich Scheu in mir oder Gier?

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Körperwahrnehmungen und bleiben Sie bei sich, obwohl da ja auch noch der andere ist. Und dazu jede Menge Gedanken, Assoziationen und Wünsche, die sich immer wieder zwischen Sie und Ihr unmittelbares Empfinden drängen. Wenn Sie merken, dass Ihre Gedanken gerade um den Orgasmus kreisen, den Sie beim letzten Mal nicht hatten, oder die Kinder, die wach werden könnten, machen Sie sich bewusst: Okay, gerade bin ich gedanklich woanders, jetzt versuche ich, mich in mir selbst zu verankern, mich wieder meinem unmittelbaren Empfinden hinzugeben. Wenn Sie umgekehrt spüren, dass der andere gerade nicht bei der Sache ist, lassen Sie sich davon nicht beirren. Solange Sie bei Ihrer Körperwahrnehmung bleiben, werden Sie in jedem Fall etwas erleben. Und die Chancen stehen gut, dass der andere innerlich zurückkommt, weil Sie mittendrin sind.

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  • Protokoll: Christine Hohwieler
    Foto: Herzschlag/photocase.com
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 18/09
Letzte Kommentare
  • Astrid
    am 13.08.10 um 16:05
    Ich habe den Artikel "Willkommen in der Schamgegend" von Ulrike Thomassen in der Brigitte 17/10 mit Vergnügen gelesen!!!! Das könnte auch ich gewesen sein - gefangen zwischen Neugier und Lust auf Grenzüberschreitungen und einer erzkatholischen verklemmten sich selbst verleugnenden Erziehung!!!! Dieser Artikel hat meine Lust und Neugier auf das Seminar geweckt....vielen vielen Dank, Frau Thomassen!
  • Farbecht
    am 06.10.09 um 23:25
    Gut gut gefällt mir viel besser als irgendwelche zweifelhaften technischen Tipps oder Tipps zur location..Sich wirklich nahe sein..das lässt erotik und sex aufregend und erregend sein
  • Kristopher
    am 23.08.09 um 22:20
    Dieser Artikel hat mich beim lesen sofort berührt. Das ist mir bei einem "Sex Artikel" bisher noch nie passiert.

    Das Buch ist bestimmt lesenwert..

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