Sieht meine Vagina "normal" aus?

Immer mehr Frauen fragen sich, ob ihre Vagina gut genug aussieht. Doch was ist "normal"? Wir haben bei einer Sexualtherapeutin nachgefragt.

Würde man sich Frauen in Pornofilmen zum Vorbild nehmen, sähe eine Vulva, der äußere Teil der Vagina, folgendermaßen aus: Die äußeren Schamlippen würden die inneren umschließen, der ganze Schambereich wäre rasiert und die Haut um den After aufgehellt.

Für die Pornoindustrie macht dieses Aussehen Sinn, weil die meisten Männer, die Pornos schauen, auf den unverstellten Blick auf den weiblichen Genitialbereich stehen. Doch im realen Leben sehen Frauen oftmals anders aus. Susanna-Sitari Rescio ist Sexualtherapeutin in Hamburg (Soham-Institut), Autorin eines Ratgebers ("Sex und Achtsamkeit", Verlag: J. Kamphausen Mediengruppe, 250 Seiten, 16,95 Euro) und kennt diese Unsicherheiten aus ihrer Praxis.

Frauen wollen der Norm entsprechen - die es gar nicht gibt

"Viele Frauen haben Angst, nicht der Norm zu entsprechen. Dabei gibt es gar keine Norm, wenn es um die Vagina und die Vulva geht. So wie jeder Mensch ein anderes Gesicht hat, sind auch diese Körperstellen unterschiedlich und das macht die Vielfalt der Natur aus. Die Größe der Lippen, die Proportionen, Länge, Breite, Entfernung zwischen Klitoris und Scheideneingang, Färbung oder Behaarung - das ist ein bunter Strauß an Möglichkeiten, die jede Frau einzigartig und individuell macht."

Trotzdem stieg in Deutschland die Zahl der Intim-OPs in den letzten Jahren sprunghaft an. Dabei sind vor allem Schamlippenverkleinerung, Klitorismantelstraffung und Scheidenverengung beliebt, erzählt Dr. Marwan Nuwayhid, ein Gynäkologe aus Leipzig, der sich auf diese Art von Eingriffen spezialisiert hat und gleichzeitig der Vorsitzender der "Gesellschaft für ästhetische und rekonstruktive Intimchirurgie Deutschland" (GAERID) ist.

Schuld ist vermutlich die Porno-Industrie

Doch woher kommt auf einmal dieser Druck, die Schamlippen verkleinern oder die Klitoris straffen zu lassen? Dr. Nuwayid sieht dafür zwei Ursachen: "Ein Grund ist der Trend zur kompletten Haarentfernung und der damit verbundenen Offenlegung des weiblichen Geschlechtsorgans. Ein weiterer ist sicherlich die Porno-Industrie. Hier wird das Geschlechtsteil zum Teil sogar retuschiert."

Wenn man darüber nachdenkt, ist es also sinnlos, sich mit retuschierten Vulvas zu vergleichen. "Da wir in der Regel diesen Teil des Körpers bei anderen Frauen nicht zu sehen bekommen, ist die Unsicherheit zum Teil verständlich. Aber Pornodarstellerinnen sind nicht das Maß aller Dinge. Das darf man nicht vergessen", sagt deshalb auch Susanna-Sitari Rescio.

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Kommentare (10)

Kommentare (10)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Siehe Vulva 3.0 - Endlich nicht nur ein Loch sondern ein Lustorgan!!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Danke Angelika, genau so sehe ich das auch. Die Artikelüberschrift gehört geändert und gut wäre es.Aber mancher denkt er brauche das nicht..........
  • Anonymer User
    Anonymer User
    @Brigitte-Team

    Das mag ja sein, macht aber die Überschrift trotzdem nicht richtiger.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Liebe NiLaterne,



    der Unterschied zwischen Vagina und Vulva wird von uns im ersten Satz des Artikels deutlich gemacht.



    Herzliche Grüße aus der BRIGITTE-Redaktion
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Loeschen unbequemer Kommentare macht eure ueberfluessigen Artikel (wenn man das ueberhaupt noch so nennen kann) auch nicht besser !!!

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