In der westlichen Welt gehört der Kuss zum Straßenbild. Busselnde, begrüßungsküssende, knutschende und züngelnde Menschen finden nichts dabei, ihre Lippen vor aller Passanten Augen aufeinander zu pressen.
Mexikanerinnen lieben's stürmisch
In Frankreich küsst man sich dabei am häufigsten. Dort werden, wie im übrigen Südeuropa, Wangenküsse bei jeder Gelegenheit ausgetauscht. In England, Nordeuropa und Amerika küssen Männer dagegen nur ihre Partnerin auf die Wange. Bezeichnend: Zungenkuss heißt auf Englisch auch "French kiss", also französischer Kuss. Das dürfte auf den Ruf der Franzosen zurückgehen, in punkto körperlicher Liebe über besondere Raffinesse zu verfügen. Dass der Kuss in Griechenland, der Wiege der abendländischen Kultur, eine besondere Bedeutung hat, zeigt die Sprache: Im Griechischen gibt es nur ein Wort für 'küssen' und 'lieben'.
Die Vorlieben beim Küssen sind sehr unterschiedlich, wie der "Cora Romance Report 2003" ermittelte. Mexikanerinnen stehen auf heiße Küsse. Über 70 Prozent von ihnen finden es abtörnend, wenn ein Kuss zu zurückhaltend daherkommt. Dagegen gruselt sich jede zweite Engländerin vor Küssen mit feuchten Lippen. Auch was die Dramaturgie des Küssens anbetrifft, sind die Vorlieben von Land zu Land verschieden. Deutsche knutschen gern vorm Kaminfeuer (16 Prozent), was allerdings nur 1,5 Prozent aller Japaner erfreut. Sie küssen vorzugsweise an einsamen Stränden - viele davon dürfte es im reich bevölkerten Nippon allerdings nicht geben.
Kuss = Vorspiel
So freizügig wie in Europa geht es in Japan und Indien ohnehin nicht zu. Dort ist das Küssen nichts, was man in der Öffentlichkeit tut. Das liegt daran, dass ein Kuss als Ausdruck höchster Intimität gilt. Wer sich küsst, will Sex. Selbst ein harmloser Wangenkuss ist außerhalb der eigenen Wohnung tabu. Begrüßungsküsse gibt es in Japan nicht.












