Mein Mann schläft nicht mehr mit mir: Was tun gegen Libidoverlust?
BRIGITTE: Wenn man mehrfach von seinem Partner abgewiesen wurde, traut man sich aber irgendwann gar nicht mehr an einen neuen Versuch...
Michael Cöllen: Ich glaube, die Frauen sollten dranbleiben und sich nicht abschrecken lassen. Sie sollten es - ohne zu krallen - auf allen Wegen versuchen: körperlich, aber vor allem im Gespräch. Wenn die Frau nicht dranbleibt, dann gibt es keinen Weg aus der Krise.
BRIGITTE: Also sich nicht beirren lassen und wiederholt auf ein Gespräch drängen?
Michael Cöllen: Im Prinzip ja, aber das muss mit Feingefühl geschehen. Und es sollte ein Gespräch sein, in dem es auch um alle anderen verunsichernden Faktoren geht. Etwa den Stress im Berufsleben. Was wirklich hinter dem sexuellen Rückzug eines Mannes steckt, ist nicht leicht aufzudecken. Das kostet Zeit und Geduld und die Bereitschaft zur seelischen Intimität. Auf einen verunsicherten Mann einzugehen braucht mitunter fast therapeutische Fähigkeiten.
„Sex ist ein Ausdruck von Achtsamkeit & Respekt. Darauf kann kein Paar verzichten“
BRIGITTE: Aber wir sind keine Therapeutinnen!
Michael Cöllen: Auf die gesellschaftlichen Veränderungen mit den veränderten Lebensbedingungen müssen nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen reagieren! Insofern mute ich den Frauen zu, dass sie in der partnerschaftlichen Rolle gegenüber dem Mann jetzt mal die Führung übernehmen und dem Mann hilfreich zur Seite stehen. Versuchen Sie, Ihren Mann wirklich kennen zu lernen! Hören Sie nicht nur auf das, was er sagt, sondern schauen Sie auch hinter seine Rüstung aus Imponiergehabe.
BRIGITTE: Haben Sie als Therapeut die Erfahrung gemacht, dass Frauen damit klarkommen, was sie dann dort sehen?
Michael Cöllen: Die meisten Frauen erlöst es. Dass der Prinz entzaubert wird, ist vielleicht zunächst eine Enttäuschung, aber wenn der Ritter seine Rüstung auszieht, erfasst man ja auch die Wärme und die Gefühle seines Partners.
BRIGITTE: Und wenn ich nicht die richtigen Worte finde? Geht der Schuss nach hinten los?
Michael Cöllen: Das kann passieren. Zu starkes Bohren und Nachfragen kann zum totalen Rückzug führen. Aber das wäre dann nur eine Beschleunigung. Früher oder später würde es sowieso zu diesem Rückzug kommen. Insofern sind möglichst viele und immer neue Gesprächsversuche wichtig, bis Sie den richtigen Zugang gefunden haben.
BRIGITTE: Wie merkt man, dass ein Punkt erreicht ist, an dem man es allein nicht schafft?
BRIGITTE: Ist regelmäßiger Sex denn so wichtig?
Michael Cöllen: Sexualität gehört zur Grundausstattung des Menschen und ist wichtig. Sie stellt den zentralen Dialog dar zwischen Liebenden. Neben der Triebbefriedigung sagt das gegenseitige Begehren auch: Ich finde dich toll, ich würdige dich in deiner Weiblichkeit, du mich in meiner Männlichkeit, ich mag deine Ausstrahlung. Sex ist ein Ausdruck von Achtsamkeit und gegenseitigem Respekt. Diesen gleichzeitigen Austausch von Körper, Geist und Seele habe ich nicht mit einem Freund, nicht mit meinen Eltern oder Geschwistern, nur mit meinem Partner. Dieser Verschmelzungsprozess ist einzigartig auf dieser Welt. Auf diesen Energiestrom kann kein Paar verzichten. Jedes Paar, das drei Monate nicht miteinander schläft, muss sich fragen: Was ist mit uns los?
Michael Cöllen ist Psychotherapeut, Paartherapeut und Leiter der Deutschen Gesellschaft für Paartherapie (GIPP e.V.)
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am um
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Julie
am 16.02.12 um 12:04
Ich kenne das Problem. Klar - wer kennt es nicht nach einer langjährigen Beziehung ist einfach das Feuer niedriger- als am Anfang einer Liebschaft.
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Martina
am 11.05.11 um 13:38
Ich bin 49 und kenne das Problem auch. Habe meinen Mann vor 20 Jahren kennen gelernt und auch da lief es nicht oft im Bett. War mir ganz recht. Doch wohl durch die Wechseljahre kommt jetzt die Lust auf Sex bei mir. Das letzte Mal war Ende 2009. Als ich mit ihm letzte Woche darüber sprach, meinte er nur das andere Dinge, wie gegenseitiges Verstehen etc. , wichtiger wären für ihn. Das heisst für mich, ändern wird er sich nicht, ich glaube auch das man das als Frau nicht beeinflussen kann. Auf Dauer werde ich mich wohl von ihm trennen müssen, denn ich will den Rest meines Leben nicht so leben. Oder gibt es hier eine Frau, die über eine "positive Veränderung" ihres Mannes berichten kann?
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aquarius
am 17.08.10 um 17:00
hahaha... lustig diese frauenzeitschriften ! ich glaub im grunde ist es wie früher halt einfach ein bisschen anders. übrigens ist es in meiner beziehung ziemlich traditionell, sie hat migräne oder ist zu müde, schlapp vom job ich könnte locker noch ein paar minuten abgeben... tja so stellt sich ein tantriker nicht gerade die sinnlichkeit des lebens vor. so 1-2 p.mte. naja ist mehr als dürftig, obwohl sie beteuert es wäre nur momentan da job und noch ne ausbildung, habe ja verständnis und geduld... nur kann man auf dauer gefühle verdrängen oder beiseite schieben? Hat auch mit Ignoranz zu tun oder halt nicht ernst nehmen, auch mein männliches selbstbewusstsein leidet, immer nur vertröstet werden find ich nicht grad spitzenklasse, morgen schatz, morgen und dann dauerts wieder ein paar wochen bis zum... ok man möge mich für was weiss ich halten, aber wie gesagt, meine vorherigen beziehungen waren in dieser hinsicht intensiver. difficiles thema halt, wünsch allen viel gelinge
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Samya
am 27.12.09 um 19:22
Hallo zusammen,
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Blender_nein
am 26.12.09 um 20:20
Übrigens läuft grad Sissi! Einfach mal reinziehen nach dem Artikel hier.
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Elisabeth
am 26.12.09 um 02:55
Ich finde es hier ja etwas unpassend, dass unzufriedene Kerle ihre bedauernswerten Sexualpartnerinnen als "ignorant" und unerotisch beschimpfen...da wundert's einen natürlich nicht mehr, wenn die an Weihnachten allein vorm PC sitzen und rumjammern!
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Blender_nein
am 24.12.09 um 18:42
Also ich habe für mich einige Dinge abgeschlossen, die in den Medien ständig vorgegeben werden, wie wir uns als Männer gegenüber Frauen beim Sex zu verhalten haben. Ich selbst war bei meinen früheren Beziehungen höchst einfühlsam, habe mich um die Wünsche meiner Partnerin gekümmert, nur seltsam war, dass die meisten Frauen, mit denen ich zusammen war, keinen blassen Schimmer davon hatten, wie sie denn einen Mann richtig anfassen sollen oder was ihm gut tut. Irgendwann war ich davon derartig angenervt, dass ich diese blanke Ignoranz meiner Partnerinnen als Beleidigung angesehen habe, als offen dargestelltes Desinteresse an meiner Person. Nicht verwunderlich, dass einem da die Hutschnur hochgeht! Frauen sollten sich daher auch nicht wundern, dass Männer in Beziehungen zu Frauen gehen, die davon einfach mehr Ahnung haben, was ich nie getan habe, es aber absolut verstehen kann. Ignorante Frauen wollen immer nur erhalten, aber nichts zurückgeben oder sich mit dem Körper u. Seele
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Christina
am 24.12.09 um 08:59
Selbstmitleid und Schuldzuweisungen. So geht's voran. :-)
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Gary
am 22.12.09 um 22:39
Hallo, ist hier jemand? Meine Güte, ich bin hier der Erste und dann noch als verunsicherter Mann!
mehr (9)Ich warte nicht bis mein Mann auf die Idee kommt, sondern packe selbst an -ihn oder auch mich selbst. Ich finde Frau darf auch den Ton angeben- die Lust kommt dann schon.
ist doch schon merkwürdig,daß Männer keine Frauen finden,die "wollen" und Frauen haben Männer,die auch nicht "wollen"...
Ich mache diese Spiel jetzt über jahre mit,daß mein Freund vielleicht 2 oder 3mal im Jahr mit mir schläft und nun reichts..
Hätte beinahe eine "Dummheit" gemacht vor ein paar Monaten,werde aber wohl reinen isch mache.. kann diese Ignoranz,dieses Tun,als wenn alles ganz normal wäre,wenn Frau und Mann wie Bruder und Schwester leben ,nicht mehr länger ertragen..
Reden hat nicht geholfen... Kann nicht mehr,bevor mein Selbstbewußtsein als Frau noch mehr leidet..
Also vielleicht sollten die Damen einmal ein Problem der Männer berücksichtigen, was im Zuge der verhaltensmäßigen Annäherung von Männern und Frauen in allen Bereichen, nicht nur im Bett um sich greift. Auch die Männer (nicht nur die armen Frauen)wagen es sich zunehmend weniger darauf hinzuweisen, dass die Gespielin ihn nicht so anmacht, dass die Blutgefäße in entscheidender Stelle sich erweitern. Die Zeiten, wo die Männer auch mit einem Feuerlöscher in Strapsen koitieren konnten sind ja Gott sei Dank vorbei.