Sex
Pornosucht: "Am Computer kannst Du doch immer!"

Im RTL-"Dschungelcamp" überraschte ausgerechnet Schmusesänger Patrick Nuo mit seinem Pornosucht-Geständis. Aber wie ist diese Sucht eigentlich? Eine verheiratete Frau erzählt.

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Worauf mein Mann steht? Das ist schwer zu sagen. Die Frau, die ihn scharf macht, ist mal knabenhaft, mal füllig und grell geschminkt, mal strenge Lehrerin. Er überlegt, wonach ihm gerade ist, geht ins Internet und findet immer, was er braucht. Er kann diese Frauen nicht anfassen, aber er will sie. Mich könnte er anfassen. Aber mich will er nicht.

Foto: nuno/istockphoto.com

Mein Mann schläft nicht mit mir. Er hat Sex mit Bildern. Er braucht Szenen, die ihn scharf machen, er jagt sie auf hunderten von Websites. Bis spät in die Nacht hockt er am Computer in seinem Arbeitszimmer. "Ich muss noch ein bisschen was tun": Das sagt er immer, fast jeden Abend seit einem Jahr. Der arme Kerl ist total überarbeitet, dachte ich anfangs, wenn er plötzlich nicht mal mehr am Wochenende was von mir wollte, und das hatten wir eigentlich immer irgendwie hingekriegt: uns an einem entspannten Wochenende Zeit zu nehmen, lange im Bett zu bleiben und miteinander zu schlafen. Eines Tages fragte mich meine Freundin mehr im Scherz, ob nach 20 Jahren Beziehung bei uns noch was liefe. "Na ja, im Moment sind wir beide vor allem müde", sagte ich. Und rechnete im Stillen nach, dass wir fünf Monate nicht miteinander geschlafen hatten.

Plötzlich war ich alarmiert, es war mehr als nur ein paar Monate ohne Sex. Uwe wirkte abwesend, wir hatten kaum noch Körperkontakt, irgendwas war anders. Ich dachte an eine Affäre, ging sofort auf Spurensuche. Es war ein Montagmorgen, Uwe war im Büro, ich fahndete nach Restaurant- oder Hotelrechnungen, verräterischen Haaren, Liebesbriefen, und natürlich setzte ich mich irgendwann an seinen Computer. Gefunden habe ich einen Internetverlauf mit massenweise Sexseiten, dazu einige Pornobilder, die er runtergeladen hatte. Mein Herz hämmerte fast schmerzhaft, als ich das sah, mein ganzer Körper war in Panik. Einer Rivalin hätte ich mich stellen können, glaube ich, das war es ja, womit ich gerechnet hatte, auch wenn es nicht zu ihm passte, Uwe ist ein stiller, eher schüchterner Mensch. Stattdessen saß ich fassungslos vor einem Bildschirm. Kalt, seelenlos, ein Ding zum Ein- und Ausschalten.

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  • Protokoll: Silke Pfersdorf
    Foto: iStockphoto.com
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