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Sexshops werden cool: Stylische Sextoys

Hell, freundlich, stylisch: Die neuen Sexshops wie die Boutique Bizarre in Hamburg müssen niemandem mehr peinlich sein. Und Sexspielzeug wird zum Lifestyle-Produkt - wir zeigen Ihnen Sextoys für jeden Typ.

  Die "Boutique Bizarre" in Hamburg

Die "Boutique Bizarre" in Hamburg

Das Geschäft mit der Lust liegt an der Reeperbahn Nummer 35. Zwischen Spielhölle und heruntergekommenem Stundenhotel strahlt ein helles, stylisches Erotikkaufhaus. Mit edel gestalteten Schaufenstern, modernem weißen Schriftzug und einer gläsernen und ebenfalls weißen Fassade.

Wer hier reingeht, schaut sich nicht mehr um, ob ihn auch bloß keiner sieht. Es läuft dezente Lounge-Musik, die Einrichtung ist von Industriedesign geprägt, einige Wände strahlen in warmen Rot-Tönen. Die "Boutique Bizarre" auf der Reeperbahn. 1400 Quadratmeter groß und sehr hip.

"Wir wollen einfach etwas Neues ausprobieren", sagen Lissi (20) und Tom (20) aus der Schweiz, die für ein Wochenende Hamburg besuchen und sich gerade beim Frauenporno-Regal amüsieren. Dort gehen Streifen wie "All about Anna" oder "Constanze" besonders gut.

Sextoys für jeden Typ

  Das Angebot an heißen Dessous ist groß

Das Angebot an heißen Dessous ist groß

Im Untergeschoss kauft gerade Physiotherapeutin Simone B., 44, ein Halsband für eine SM-Party und einen langen sexy Rock. Unangenehm oder gar peinlich sei ihr das Einkaufen in der "Boutique Bizarre" nicht. Sie ist heute zum dritten Mal hier - und wird wohl bald wiederkommen, sagt sie.

Bye-bye Schamgefühl: Sextoys entwickeln sich rasant zu Lifestyle-Produkten. Der Kauf von Vibratoren, Dildos, Liebeskugeln oder Cock-Ringen ist schick geworden. Das Angebot von Kleidung aus Lack, Latex und Leder, von heißen Dessous wird vielfältiger und qualitativ hochwertiger.

Auf der nächsten Seite: Kunden wirken selbstbewusst und cool

  Clean, hell und stylisch

Clean, hell und stylisch

"Es gibt nichts, was es nicht gibt", sagt Kay Arnold, Geschäftsführer der "Boutique Bizarre". "Unsere Kunden können ihrer Fantasie freien Lauf lassen." Wie die Jungfrau zum Kinde sei er zu seinem Job gekommen. Kay Arnold, 42, ist gelernter Bankkaufmann. Als er 1998 den großen, etablierten, aber sehr heruntergewirtschafteten Sexshop auf St. Paulis bester Meile übernahm, war das rein pragmatisch. Ein guter Riecher fürs Geschäft. "Ich könnte ebenso gut Kühlschränke verkaufen", sagt er.

Clean, hell und stylisch: 2002 schuf Arnold dann zusammen mit drei Partnern, mit Architekten und Designern einen neuartigen Sexshop-Typ. 365 Tage im Jahr zwischen 10 Uhr morgens und 2 Uhr nachts hat das Kaufhaus für hochwertiges Sextoy-Shopping geöffnet. Nichts wirkt mehr anrüchig und schmuddelig, kein schäbiger Vorhang muss erst einmal zur Seite geschoben werden.

  Vibratoren in jeder Spielart

Vibratoren in jeder Spielart

Und seit Eröffnung läuft das Geschäft Jahr für Jahr immer besser. Eine neue Klientel ist herangewachsen. Sie sucht locker und selbstverständlich nach erotischen Spielzeugen, nach sinnlichen Lustobjekten. Vibratoren in jeder Spielart, Dildos aus Glas oder ein Bondage-Handbuch.

Die Besucherin probiert das Lack-Krankenschwester-Outfit. Ihr Partner wählt eine neue Porno-DVD aus. "Sex and the City"-Fans suchen nach dem „Rabbit Vibe“, dem Spielzeug aus Season 1, Episode 9. "Zu uns kommen immer mehr Paare - und insgesamt sind bereits 40 Prozent der Kunden Frauen", sagt Arnold.

Die meisten Kunden wirken selbstbewusst und cool. Das Klischee von der verhuschten oder etwas schmierigen Sexshop-Klientel bestätigt sich nur selten. "Unsere Kundschaft ist 18 bis 88 Jahre, sage ich immer", so Arnold. Da sei "alles" dabei, jeder Typ von Mensch.

Auf der nächsten Seite: Sexshop inklusive Galerie und Seminarraum

Am Wochenende ist es so voll, dass ein Eintritt von einem Euro verlangt wird, der beim Einkauf angerechnet wird. "Sonst ist der Laden komplett voll von Kegelclubs und angeheiterten Touristengruppen." Die speziellere Kundschaft, die sich im Untergeschoss mit Spielzeugen von Edelstahlklammern für Brustwarzen über Handfesseln eindeckt, kommt eher in der Woche. Dann liegt auch schon mal jemand eingeschnürt im Lederschlafsack für ein paar Stunden Probe.

"Für viele gehört das Kauferlebnis schon zum Spiel", sagt Andreas Hahne, Einkäufer für die BDSM-Abteilung. BDSM steht für Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism. So manche Domina kommt mit ihrem "Sklaven" - und genießt den Shoppingtrip.

  Galerie mit düsteren Aktbildern

Galerie mit düsteren Aktbildern

Im Untergeschoss befindet sich auch die Galerie. Dort zeigt Arnold regelmäßig neue Kunstwerke zu den Themen Erotik und Sexualität. Zurzeit läuft "Art noir de l'abstrait" vom so genannten Independent-Maler Trashed Soul. Düstere Akt-Bilder von meist gefesselten Frauen. "Wir wollen die Community an uns binden", sagt er. Dazu gehören auch die Seminare, die alle zwei Wochen in einem schwarz gestrichenen Seminarraum mit roten und schwarzen Stühlen auf rotem Teppich stattfinden. Jeden zweiten Donnerstag wird etwas über Bondage- oder andere Techniken erzählt.

Lustiger geht es im Erdgeschoss zu. Im so genannten "Bedarfsbereich". Dort finden sich, gleich geradeaus durch den Laden, noch vor den Porno-DVDs, Toys namens Dolly Dolphin, Angelo und Patchy Paul. Vibratoren der Marke Fun Factory. Eher schon für Kenner ist der PVIBE 2002 für 99 Euro. Ein Vibrator für sie und ihn: Er wird am Penis fixiert - und die Partnerin fühlt die Vibration und eine verstärkte Stimulanz beim Verkehr.

  Beat-Uhse-Filiale in München

Beat-Uhse-Filiale in München

"Der Konsument von morgen will Sex mit Stil und Genuss", sagt man auch bei Beate Uhse. Der deutsche Marktführer im Erotikhandel mit dem Slogan "Sex up your life" setzt nun auch auf den Premium-Sexshop-Trend. Raus aus dem Zwielicht, ran an die gute Geschäftslage. Der Vorzeigeshop von Beate Uhse, auch hell und wenig plüschig, befindet sich in München an der Sendlinger Straße. "Die Kunden werden mit unverfänglichen Artikeln wie Wellness- und Spaßprodukte begrüßt", sagt Assia Tschernokoff, Pressesprecherin von Beate Uhse. Alles sei stilvoller und exklusiv geworden. "Eine neue Ära des Sexy Shoppings" sei angebrochen. Denn Liebe und Lust gehörten einfach zum modernen Lifestyle dazu.

Auf der nächsten Seite: Erotik spielerisch sehen

Bestärkt wird Tschernokoff durch die Ergebnisse der Studie "Sexstyles 2010" von Trendforscher Matthias Horx, die Beate Uhse in Auftrag gegeben hatte. Demnach "nimmt die Varianz des Liebeslebens zu". Männer wie Frauen suchen bewusst Abwechslung, Steigerung und Grenzüberschreitung. Nach Horx wird Erotik zunehmend in einen bestimmten spielerischen Zusammenhang gebracht.

Dabei sind Designs ebenso wichtig wie Inszenierungen. Man spiele "kleine Szenen der Verführung" und "pornografisiert" die eigene Wahrnehmung. So treffen denn auch die "Sex-Gadgets" auf eine wachsende Nachfrage und "treiben immer vielfältigere Blüten". Lovetoys werden zu Accessoires, um das individuelle Liebesspiel aufzupeppen. 21 Prozent der deutschen Frauen besitzen einen Vibrator, von den 25- bis 34-Jährigen jede Dritte.

  Dessous und Mode kommen sich näher

Dessous und Mode kommen sich näher

Auch die Modewelt, speziell die Dessous-Fabrikanten, reagieren auf den immer zwangloseren gesellschaftlichen Umgang mit den Themen Erotik und Sex. Firmen wie Schiesser und La Perla, Agent Provocateur sowieso, spielen sowohl mit Fetisch- wie auch mit SM-Motiven. Auffällige Reizwäsche gehört zur gesamten Modefotografie mittlerweile selbstverständlich dazu. Dennoch glaubt Kay Arnold, dass nicht unbedingt immer mehr Sexspielzeug verkauft wird.

Der Besitz ist nur nicht mehr peinlich, sondern eher cool geworden. Den Erfolg seines Erotik-Megastores erklärt er vor allem mit dem lässigen Image, mit der "neuartigen Außenwirkung": "Wir sind lange raus aus der Schmuddelecke."

Text: Silja Schriever Fotos: Oliver Eltinger/zefa/Corbis

Kommentare (5)

Kommentare (5)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Hat heutzutage noch jemand Schiss in einen Sexshop zu gehen... Im Internet gibt es hunderte von Sexshops die kommen und gehen. Meiner Meinung haben nur die großen Läden eine Chance zu überleben. Habe eine ganz nette aktuelle Übersicht gefunden. www.shops-sex.com Auch Nischensexshops können überleben, wie einige Fetischläden zeigen!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Finde ich super schön, dass es mittlerweile solche seriösen Läden gibt. Da kauft man doch gerne ein! Ob zu zweit oder alleine! ;)

    Waaaas?! Aus Holz? Das klingt ja verrückt!!! War eben mal auf der holzfreuden-Website. Was für Namen?! Der Agile - Der Behutsame :D wie verrückt!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ich finde es total super, dass es mittlerweile immer mehr seriöse Sexshops gibt. Es ist doch super wichtig, dass man sich wohlfühlt wo man so etwas einkauft. Ich kenne ein paar solcher schönen Läden ! Ich bin allgemein aber auch ein großer Fan so etwas auf schön gestalteten Websites zu kaufen...so kann man ganz gemütlich von zu Hause aus seinen Wünschen nachgehen.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Es gibt doch ansprechende Shops in vielen Städten - am besten bei Google mal nach Sexshops oder Erotikshops für Frauen suchen - da wird man schon fündig. In jeder halbwegs größeren Stadt gibt es solche unterdessen
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Das sind genau die Art Shops die an Allen Ecken fehlen! Ich verstehe garnicht warum es so weinige dieser Art gibt?! In meiner Region ist nichts vergleichbares zu finden, ein Problem was sicherlich viele Frauen haben und was unweigerlich zum Einkauf im Internet führt. Hier sieht es doch ähnlich aus, auf meiner Suche nach schönen Sextoys bin ich von einem "Schmuddel" zum anderen gestolpert. Auch hier gibt es verschwindent wenig von dem "Frau" behaupten könnte es wäre schön! Ein gutes Beispiel ist www.sinsations.de, von der Sorte müsste es mehr geben. Vielleicht sollte über dieses Thema auch mal berichtet werden!

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