Der richtige Mann
"Unsere Berechnungen zeigen: Wer zwölf potenzielle Partner gemustert hat, bekommt eine ziemlich genaue Vorstellung davon, welche Merkmale der Wunschpartner haben sollte", erläutert der Persönlichkeits-Psychologe Lars Penke von der Humboldt-Universität in Berlin, der die Computer-Simulation gemeinsam mit Peter Todd ausgewertet hat. Der Grund: Jedes Mal, wenn wir einige Zeit mit jemandem verbringen, den wir attraktiv und interessant finden, ergänzen wir unser Wunschbild von dem Mann, mit dem wir gern unser Leben verbringen würden. Der Tango-Tanzpartner zählt dabei genauso zu den magischen Zwölf wie die kurze Affäre. Der Sportsfreund genauso wie der intensive Partyflirt. Die Schwärmerei für einen Popstar oder die heimliche Liebe zum Chef zählen dagegen nicht, weil wir von ihnen keinerlei Rückmeldung über unsere eigene Attraktivität bekommen. Nutzlos als Orientierung auf dem Heiratsmarkt.
Nach zwölf berührenden Begegnungen dagegen hat unser Bild vom passenden Partner schon sehr scharfe Konturen bekommen. Dann wissen wir zum Beispiel, dass wir einen sportlichen Mann Mitte 30 suchen. Einen, der wortgewandt ist, aber auch zuhören kann. Einen, der nicht unbedingt reich ist, aber frei von Geldsorgen. "Jeder Partner, der dieses Anspruchsniveau überschreitet, ist deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit eine gute Wahl", erklärt Psychologe Penke. Und weiter zu testen bringt dann nichts mehr, denn auch nach 30 Probe-Partnern suchen wir immer noch denselben sportlichen Mittdreißiger mit Talent zum Zuhören. Nach der magischen Zwölf heißt es deshalb: von Test auf Turbo schalten!
Natürlich kann es im realen Leben passieren, dass gerade der 13. Flirt als Mann fürs Leben ausscheidet. Wenn das Herz sich verschließt, kann es trotz aller Berechnungen nicht der Richtige sein. Tiefe Empfindungen und ein Gefühl der Verbundenheit gibt es halt nicht mal eben auf Knopfdruck. Obendrein beruht Liebe immer noch auf Gegenseitigkeit, und nicht jeder Partner, den wir wählen würden, ist seinerseits mit dieser Wahl einverstanden. Doch selbst eine herbe Enttäuschung ist kein Grund, sofort alle Hoffnung aufzugeben. Denn sehr lange müssen wir jetzt in der Tat nicht mehr suchen. "Nach der Begutachtung von insgesamt etwa 20 potenziellen Partnern sollten wohl die meisten Menschen einen guten Partner mit ähnlichen Werten finden", schätzt Peter Todd.












