Flirten: Wie am besten im Internet?

Unser Ratgeber für Anfänger und Fortgeschrittene: Online flirten, aber wie? Mit vielen Tipps, was Sie machen können, wenn's nicht so richtig klappt mit der Online-Partnersuche.

Allgemein gilt:

  • Freundlichkeit und Höflichkeit!
  • Vorsichtig mit typisch eigenem Humor - versteht (und mag) unter Umständen nicht jeder
  • Das Gegenüber achten, natürlich auch sich selbst, und mit Wertschätzung behandeln

Anfänger: Wenn's klappen soll

Profil

Achten Sie auf positive Formulierungen: Es geht am Anfang keinen etwas an, dass Sie schon oft Pech in der Liebe hatten, oder dass Sie sich so schrecklich einsam fühlen.

Ein Foto ist ratsam: Profile mit Bild werden bis zu zehnmal häufiger angeklickt als solche ohne. Am besten, Sie nehmen eines, das nicht älter als zwei Jahre ist. Steife Passfotos oder sehr offenherzige Bikini-Bilder sind wenig empfehlenswert. Wählen Sie ein Foto, das Sie gut, aber auch einigermaßen realistisch trifft und möglichst natürlich wirkt.

Denken Sie daran, dass Ihr Profil von vielen unbekannten Menschen gelesen wird, und verraten Sie nicht zu viel Privates: Dass Sie mit 17 schon mal abgetrieben haben, geht hier niemanden etwas an, auch wenn das für Ihren späteren Partner eine wichtige Information sein dürfte.

Wenn es die Gelegenheit zur ausführlichen Selbstdarstellung gibt, nutzen Sie sie, schließlich wollen Sie sich von Tausenden anderer Frauen abheben. Übertreibungen ("ich mache fünfmal wöchentlich Sport") oder Lügen ("Der 'Ulysses' von James Joyce war eine leichte Lektüre-Übung für mich") sind dabei nicht empfehlenswert. Haben Sie Schwierigkeiten mit knackigen Formulierungen, lassen Sie sich ruhig von einer textsicheren Freundin helfen - vorausgesetzt, das Ergebnis Ihrer gemeinsamen Bemühungen entwirft ein passendes Bild von Ihnen. Einige Partnervermittlungen bieten hierfür ein spezielles Coaching an, zum Beispiel .de.

Erwartungen

Grundsätzlich gilt: Im Internet sind nicht bessere oder schlechtere Menschen auf Partnersuche als im "echten" Leben. Sie sollten sich allerdings darauf gefasst machen, dass es auch Gestörte gibt, die die Anonymität für ihre dunklen Zwecke nutzen. Sie auf Ihre Intuition, und schenken Sie nicht allem Glauben, was Sie in den Profilen oder Mails lesen - nicht hinter jedem vorgeblich attraktiven 190-Zentimeter-Mann steckt wirklich ein großer, gut aussehender Traumtyp. Viel hängt auch davon ab, wie intensiv Sie sich um Ihre Online-Partnersuche kümmern - wenn Sie selten Mails checken und beantworten, streichen Interessierte Sie unter Umständen von ihrer Liste. Ein Hinweis für Ungeduldige: Es kann ganz schnell gehen mit dem Kennen lernen, es kann aber auch Monate dauern, bis Sie einen wirklich interessanten Menschen treffen - eben wie im wirklichen Leben.

Kontaktaufnahme

Kleines, aber wichtiges Detail: Üben Sie vorher, Absagen zu schreiben, damit diese im Bedarfsfall nicht verletzend formuliert werden. Dabei sollten Sie negatives Feedback vermeiden, und sich mit nett-harmlosen Formulierungen wie "ich bin gerade selbst unsicher, was ich eigentlich möchte" aus der Affäre ziehen.

Wenn Sie jemanden kontaktieren: Geben Sie auf keinen Fall Ihre Telefonnummer preis. Achten Sie auf eine korrekte Rechtschreibung. Fassen Sie sich in Ihrem ersten Schreiben ruhig kurz, denn vielleicht entpuppt sich der flotte Fred aus der Anzeige in der Antwort als nervender Norbert, oder er meldet sich gar nicht erst, und Sie haben Zeit und Kreativität verpulvert.

Wenn Sie angemailt werden: Lesen Sie den Text genau. Wenn Ihnen irgendetwas unbehaglich vorkommt, sprechen Sie die Person in Ihrer Antwort darauf direkt an, um sich Klarheit zu verschaffen - oder löschen Sie die Mail einfach. Es gibt schließlich genug andere potenzielle Partner da draußen. Ebenfalls verdächtig: Allgemein formulierte Texte, die sehr nach Massensendung klingen, oder die direkte Aufforderung, gleich eine Telefonnummer herauszugeben. Ein mäßiger Schreibstil muss allerdings nicht heißen, dass jemand nichts draufhat - Texte schreiben ist nicht jedem in die Wiege gelegt.

Der Mailkontakt wird intensiver

Hier gilt: Was mehr gefällt und was weniger, ist eine sehr individuelle Sache. Ein paar Hinweise haben wir dennoch:

Achtung, Egozentriker: Erzählt er nur von sich, oder stellt er auch Fragen? Hier sollten Sie sich darüber klar sein, wie wichtig Ihnen ein echtes, sensibles Interesse seinerseits an Ihrer Person ist.

Schreibt er über Themen, die eigentlich in ein persönliches Gespräch gehören, wie intime Vorlieben? Das muss kein schlechtes Zeichen sein, aber fragen Sie doch mal, wieso er sich diese Details nicht für später aufspart.

Haben Sie das Gefühl, er drängelt, oder aber reagiert er nur sehr zögerlich? Sprechen Sie das direkt an.

Er fragt nach einem Foto, oder weiteren Bildern? Vielleicht versuchen Sie es mit einem kleinen Test. Schicken Sie ein Bild, auf dem Sie wirklich sympathisch aussehen, auf dem aber ein kleines schönheitsminderndes Detail zu finden ist: Zum Beispiel haben Sie eine dicke Triefnase, oder ziemlich unmögliche Klamotten an. Wenn er wirklich an Ihnen interessiert ist, wird ihm das Bild gefallen - über die pinkfarbene Hose lästern darf er natürlich.

Fortgeschrittene: Wenn's nicht klappen will

Schon länger auf der Online-Suche, und es funktioniert einfach nicht? Vielleicht finden Sie Ihr Problem hier wieder:

Mailkontakt wird immer wieder abgebrochen

Wenn das häufig beim ersten Mailkontakt geschieht, sollten Sie Ihr Profil überprüfen, empfiehlt Sabine Wery v. Limont, Psychologin bei Parship.de: "Vielleicht gibt es darin schwierige Formulierungen, die einen großen Interpretationsspielraum lassen und negativ gedeutet werden könnten, wie zum Beispiel 'Ich treffe mich regelmäßig mit meinen Freundinnen zu langen Klönabenden, da vergess' ich auch mal die Zeit, und wo mein Auto steht...'" Hier könnte man Sie für eine liebenswerte Chaotin halten, aber auch für eine desorganisierte Alkoholikerin.

Bei einem längeren Mailkontakt, in dessen Verlauf Sie das Gefühl haben, dass es immer intensiver wird und Sie gut zueinander passen, kann es durchaus passieren, dass die andere Person vorübergehend erst einmal auf Abstand geht, beispielsweise, um für sich zu überlegen, wie es jetzt weitergehen soll. Hier gilt: Vorsichtig nachfassen und ansprechen, was Sie gerade bewegt.

Schüchtern

Sabine Wery v. Limont rät: "Wenn Sie schüchtern sind, bleiben Sie eher länger im Mailkontakt, bis Sie sich einigermaßen sicher für ein Telefonat oder ein Treffen fühlen." Die Schüchternheit per Mail anzusprechen, hält sie dagegen für eine problematische Strategie. "Das könnte als 'fishing for compliments' interpretiert werden, besonders, wenn Sie einen selbstbewussten Schreibstil haben", erläutert die Psychologin.

Schreibprobleme

Wer unter Legasthenie leidet, sollte mit dieser kommunikativen Störung offen und auch ein bisschen selbstironisch umgehen. Sabine Wery v. Limont rät zu Formulierungen wie "wenn du zwischen meinen komischen Buchstaben lesen kannst, was ich meine, freue ich mich über eine Antwort von dir", die erkennen lässt, dass man sich selbst nicht zu ernst nimmt.

Für Menschen mit Schreibhemmungen hat die Parship-Psychologin einen einfachen, aber wirkungsvollen Tipp parat: "Lassen Sie sich Zeit - keine Mail muss innerhalb von einer Stunde mit Pep und Witz beantwortet werden. Nehmen Sie sich immer ein Büchlein mit, und wenn Ihnen ein interessanter Gedanke oder eine gute Formulierung einfällt, notieren Sie diese. So haben Sie im Laufe der Zeit einen eigenen Fundus an Gedanken, mit dem Sie spielen können."

Sehr wenig Zeit

Wenn Sabine Wery v. Limont zu diesem Thema befragt wird, gehen die Gespräche meistens in die Tiefe. Sie rät, sich selbstkritisch zu fragen: "Wieso habe ich einerseits die Sehnsucht nach einer Partnerschaft, aber andererseits keine Zeit, das anzugehen? Und wie soll ich dann überhaupt eine Partnerschaft führen?"

Bei einer unpassenden Agentur angemeldet

Kann passieren: Sie werden Mitglied bei einer Kontaktanzeigen-Börse, und merken zu spät, dass sich dort vor allem Jungs von 16 bis 26 herumtreiben. Versuchen Sie über ein persönliches Gespräch mit den zuständigen Ansprechpartnern, eventuell früher aus Ihrem Vertrag auszusteigen - vielleicht ist man kulant, wenn Sie sich zeitig melden. Ansonsten hilft nur: Abwarten - und hoffen, dass sich vielleicht noch andere über 30-jährige in diese Börse verirrt haben.

Angst, sich zu blamieren

Sabine Wery v. Limont rät, sehr vorsichtig zu sein mit Sprüchen. Wenn Sie merken, dass Sie etwas Falsches gesagt haben, hilft nur die Flucht nach vorne: "Entschuldigung" sagen und hoffen, dass sie angenommen wird.

Weitere Tipps der Parship-Psychologin:

  • Überprüfen Sie bei sich selbst, ob Sie nicht vielleicht zwiespältig sind und eventuell doch Bedenken gegenüber einer festen Partnerschaft haben.
  • Schauen Sie, ob Sie immer gleich das "Haar in der Suppe" bei einem Menschen finden und diesen dann plötzlich nicht mehr interessant finden
  • Gucken Sie, ob Sie sich als jemand sehen, der "sowieso nie die/den Richtige/n finden wird". Das kann auf eine "Opferhaltung" deuten, von der es sinnvoll ist, sich zu befreien (eventuell mit psychologischer Unterstützung).
  • Suchen Sie nach einem Menschen, den es auch wirklich in der Realität geben kann? Wie haben Sie Ihre Ansprüche an einen Partner gewählt?

Text: Wiebke Peters Fachliche Beratung: Sabine Wery v. Limont/ Parship.de Bildquelle: Parship.de

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