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Anti-Age-Strategie Nummer 1
Paris. Hier also begegnet man der Zukunft. In einem luxuriösen, schneeweißen Altbau mitten in der Stadt. In einem Saal mit einem genetischen Strichcode-Dekor an den Wänden und schätzungsweise 200 Journalisten aus aller Welt im Publikum. Die Firma Lancôme hat eingeladen, um der Welt vorzustellen, was sie "eine neue kosmetische Ära" nennt. Zehn Jahre hat der Kosmetikriese L'Oréal in Sachen Gentechnik geforscht. Heute präsentiert er "Génifique", ein Konzentrat, das die Jugendlichkeit aktivieren soll. Doch Halt! Gentechnik? Dürfen Kosmetikprodukte etwa unsere Gene manipulieren?
Nein, dürfen sie natürlich nicht. Und "Génifique" tut das auch nicht. "Es beeinflusst die Umgebung der Gene", erklärt darum Dr. Véronique Delvigne, die wissenschaftliche Direktorin von Lancôme, "damit bestimmte Proteine wieder produziert werden." Denn Proteine interessieren die Forscher von Lancôme in Wahrheit noch viel mehr als Gene. Gene? Proteine? Das mag erst mal kompliziert klingen, ist es aber gar nicht. Denn in Wahrheit sind uns Gene und Proteine viel vertrauter, als wir denken - sie sind in jeder unserer Zellen. Die wiederum haben im Inneren einen Zellkern, und in dem befindet sich unsere DNA. Sie ist eine Art Datenbank aller Erbgutinformationen unseres Körpers und besteht aus lauter Genen. Ein Gen, so lässt es sich verkürzt sagen, kann dann ein Protein produzieren. Und Proteine sind der Hauptbestandteil unserer Haut. Kein Wunder also, dass sich die Forscher der Lancôme-Labore so für sie interessieren.
"Wir haben herausgefunden", so Dr. Véronique Delvigne auf die Frage, warum sich beim Kampf gegen Runzeln der hochwissenschaftliche Blick auf Proteine lohnt, "dass sich das Proteinprofil eines Menschen mit junger Haut von dem eines Menschen mit alter Haut unterscheidet: Und zwar finden wir unterschiedliche Proteine an der Hautoberfläche und diese in unterschiedlicher Anzahl. Denn im Laufe der Zeit lässt die Aktivität der Gene nach, und Proteine werden nicht mehr in der Qualität und der Menge gebildet wie in jungen Jahren." Die Folge: Die Haut strahlt nicht mehr, ist weniger elastisch, kann schlechter Feuchtigkeit binden - und zeigt Falten.
Vor allem zwei Proteine konnten die Forscher identifizieren, die besonders häufig in junger Haut auftauchen und im Alter ganz verschwunden sind - sie soll "Génifique" wieder erscheinen lassen und gleichzeitig die Bildung altersabhängiger Proteine reduzieren. Ein Erfolgsversprechen, das die Forscher des Konzerns nach eigenen Angaben sogar beweisen können. Dank ihrer Untersuchungen der Proteinstruktur der Hautoberfläche, die sie während ihrer Forschungen machten - am lebenden Menschen und nicht nur, wie sonst häufig üblich, im Reagenzglas. Und darum empfiehlt Dr. Véronique Delvigne auch, das Serum vorbeugend aufzutragen.











