Luxus-Lexikon

Wer hat das kleine Schwarze erfunden, und woher kommt die Kelly-Bag? In unserem Luxus-Lexikon zeigen wir die größten Mode-Klassiker und füllen Wissenslücken.

Foto: PR Das kleine Schwarze von Miu Miu

"Was soll ich bloß anziehen?", rufen Frauen und wühlen verzweifelt im Kleiderschrank. Für diese Situation hat uns Coco Chanel eine Allzweckwaffe geschenkt: Das Kleine Schwarze. Streng und verspielt zugleich, schmückt dieses Kleid jede Frau zu jeder Gelegenheit. Im kleinen Schwarzen ist eine Frau immer elegant und stilsicher angezogen, ob beim ersten Rendezvous, bei einer Cocktailparty oder einem Stadtbummel. Coco Chanel gilt als die Erfinderin des Kleinen Schwarzen. 1926 veröffentlichte die Vogue einen gezeichneten Entwurf von ihr und sagte korrekt voraus: "Dieses schlichte Kleid wird eine Art Uniform für alle Frauen mit Geschmack werden." Das Kleid kam einer Revolution gleich, denn Schwarz war bis dahin verheirateten Frauen und Witwen vorbehalten. Chanels Kleid war schmal geschnitten, aber ohne Taille und reichte nur knapp unters Knie. Damals sehr gewagt! Das Kleine Schwarze avancierte zum Klassiker und machte Coco Chanel unsterblich. Kult-Status erlangte das Kleid 1961 mit Audrey Hepburn im Film "Frühstück bei Tiffany". Dort trägt sie die Kreation ihres Lieblings-Modeschöpfers Givenchy nicht nur abends, sondern auch tagsüber. Das von ihm entworfene Kleine Schwarze brachte 2006 bei einer Versteigerung bei Christie’s rund 600.000 Euro, der höchste Preis, der je für ein Kleid aus einem Film gezahlt wurde. Der Auftritt von Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany" beweist, dass guter Geschmack und Eleganz absolut zeitlos sind, oder wie Coco Chanel es ausdrückte: "Mode ist vergänglich, Stil niemals."

Steckbrief:

Form: Das Kleine Schwarze hat im Laufe seiner Geschichte viele Wandlungen erfahren. Je nach Mode ist es mal weiter oder enger geschnitten, mit oder ohne Ärmel, mit oder ohne Taille. Meist endet es über oder kurz unter dem Knie. Dabei ist es körpernah geschnitten, aber nicht so streng wie ein Etuikleid. Als Stoffe eignen sich leichte, fließende Materialien wie Viskose, Chiffon und feinste Wolle, die mit Spitze oder Pailletten verziert sein können.

Farbe: Kleider mit diesem Schnitt gibt es in allen Farbtönen. Aber sie fallen dann unter die Bezeichnung Cocktailkleider. Ein kleines Schwarzes gibt es nur in einer einzigen Farbe: Schwarz!

Funktion: Audrey Hepburn hat es vorgemacht: Das Kleine Schwarze ist schlicht und elegant und passt deshalb immer und überall. Mit Jackett kann es im Büro getragen werden, mit Perlenkette zur Opernpremiere. In diesem Kleid ist eine Frau niemals under- oder overdressed, sondern stets richtig angezogen.

  • Artikel vom 25.01.2009
  • Text: Barbara Warning
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