Foto: PR T-Shirt von Day Birger et Mikkelsen
Sex und Rebellion – ein Marine-Unterhemd macht Karriere als Bürgerschreck. Heute liegt es modisch gezähmt dutzendfach in jedem Kleiderschrank: Das T-Shirt. Seinen Anfang nahm es als Unterhemd aus Baumwoll-Jersey für Matrosen. Das übernahm die amerikanische Armee und die GIs im Zweiten Weltkrieg kamen im T-Shirt nach Deutschland. Den Jungs in Europa gefiel es. Sie wollten nicht länger ärmellos im Feinripp herumlaufen, sondern amerikanisch aussehen, wie die Sieger. Vorerst trugen alle das T-Shirt als Unterhemd. Das änderte sich erst in den 50er Jahren, als Marlon Brando und James Dean als jugendliche Rebellen in ihren Filmen unter der Lederjacke nur ein T-Shirt trugen. Damit protestierten sie eindrucksvoll gegen ihre Väter, die auch in ihrer Freizeit Hemd und Krawatte nicht ablegten. Das enge Shirt über dem durchtrainierten Oberkörper der Filmstars verströmte puren Sex, gewürzt mit der Gefährlichkeit rebellischer Außenseiter. Jeder Jugendliche, der nicht als hoffnungslos spießig und streberhaft verschrien sein wollte, kleidete sich fortan in Jeans und T-Shirt. Auch Mädchen gefiel das eng anliegende Shirt, das die weiblichen Reize vollendet zur Geltung bringt. Die Eltern waren entsetzt über ihre revoltierenden Kinder, die die bestehende Kleiderordnung umstürzten. Inzwischen hat das T-Shirt die Aura des Revoluzzertums hinter sich gelassen. Es ist das am meisten verbreitete Kleidungsstück der Welt, denn es ist enorm praktisch, bequem, pflegeleicht und passt wegen seines neutralen Schnitts zu fast allem.
Steckbrief:
Form: Die Form erinnert an ein T mit breitem Querbalken, daher der Name. Der Ausschnitt war ursprünglich rund. Inzwischen ist alles erlaubt, was entworfen und genäht werden kann. Das T-Shirt geht mit der Mode. In den 80ern trug man es schlabberig bis zum Knie, heute ist kurz und eng anliegend angesagt.
Farbe: Der Klassiker ist weiß, wie es sich für ein Unterhemd gehört. Inzwischen gibt es T-Shirts in allen Farben des Regenbogens. Der Werbeindustrie fiel bald auf, dass sich ein T-Shirt problemlos bedrucken lässt. So zieren Werbesprüche, politische Bekenntnisse, Fotos und flotte Sprüche heute Millionen von T-Shirts überall auf der Welt.
Funktion: Das T-Shirt hat sein Rebellen-Image längst verloren. Im edlen Designer-T-Shirt aus Seide, beispielsweise zum Hosenanzug, gilt eine Frau selbstverständlich als passend angezogen bei eleganten Anlässen.










