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Irgendwann war Anna Scholz den Frust beim Kleiderkauf leid. Weil sie nirgendwo schöne Mode in ihrer Größe finden konnte, begann die gebürtige Hamburgerin, ihre eigenen Kleider zu entwerfen. Sie studierte Modedesign an der renommierten Londoner St. Martins School of Art and Design, wo auch Stella McCartney oder Alexander McQueen ihr Fach gelernt haben.
Von Anfang an war ihre Philosophie: Mode für selbstbewusste, individuelle Frauen - und die gibt es in jeder Konfektionsgröße. Annas Kreationen entstehen deshalb in den Größen 34 bis 52. Und das gefällt Frauen in der ganzen Welt - ihre Kundinnen kommen aus Europa, den USA, Japan und Saudi-Arabien.
Brigitte.de: Was steht üppigen Frauen besonders gut?
Anna Scholz: Ganz wichtig finde ich: Sie sollten ihre Weiblichkeit nicht verstecken, sondern betonen. Viele kräftige Frauen haben tolle Proportionen. Die kommen in tief dekolletierten Kleidern sehr schön zur Geltung. Weite Sachen lassen Frauen eher plump wirken. Viel besser wirken enge, blickdichte Tops oder Kleider, kombiniert mit transparenten Blusen oder Mänteln aus Chiffon oder Spitze. Die umspielen nicht nur den Körper, sondern kaschieren auch toll, weil sie die Fläche des Körpers unterteilen. Fließende Stoffe und Lycra sind nicht nur bequem, sondern sehen auch sehr vorteilhaft aus.
Brigitte.de: Von welchen modischen Sünden sollten sie lieber die Finger lassen?
Anna Scholz: Ich halte nichts von Faustregeln wie "nichts Quergestreiftes" oder "keine großen Muster". Das kommt immer auf den Entwurf und die Frau an. Was sich für mich von selbst verbietet, sind bauchfreie Tops und Miniröcke - die sind eigentlich niemandes Freund, der älter als 15 Jahre ist. Auch Leggings lassen Frauen schrecklich aussehen. Und ein typisches Phänomen der Mode in größeren Größen: Überall Schulterpolster. Es ist ein Mythos, dass Frauen schlanker wirken, wenn ihre Schultern breiter sind als ihre Hüfte! Statt dessen wirken die Trägerinnen kastenförmig und unnatürlich.
Brigitte.de: Nennen Sie mal ein paar Basics, die in jeden Kleiderschrank gehören ...
Anna Scholz: Richtig gut passende Dessous. Gerade kräftigere Frauen kaufen oft zu kleine BHs und Hosen - und es ist unbequem und sieht furchtbar aus, wenn Unterwäsche einschneidet. Eine schwarze, gerade geschnittene Hose ist immer gut. Und ein schmeichelnder Cashmere-Pulli mit V-Ausschnitt. Zu solchen schlichten Basics lassen sich dann witzige Fantasieteile kombinieren.






