Ohne Models: Zu jung, zu hübsch, zu hässlich?

Für unsere "Ohne Models"-Initiative bekommen wir viel Lob. Aber nicht nur. Manche finden unsere Frauen zu jung, zu hübsch, zu hässlich. Drei Leserinnen diskutieren mit BRIGITTE-Chefredakteurin Brigitte Huber und Moderedakteurin Anne Petersen.

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BRIGITTE: Frau Eberleh, Sie haben uns zu Beginn der "Ohne Models"-Initiative Fotos geschickt, um selbst mitzumachen. Mittlerweile sind ein paar Monate vergangen. Hätten Sie immer noch Lust, für uns fotografiert zu werden?

Bettina Eberleh: Ich bin eher zögerlich geworden. Inzwischen habe ich ein paar Ausgaben ohne Models verfolgt. Am Anfang war ich sehr gespannt: Wer sind die Leserinnen, die sich da bewerben, wie sieht die normale Frau von heute aus? Aber die Frauen, die ich in der BRIGITTE sehe, finde ich nicht normal. Und ich habe nicht das Gefühl, dass ich da reinpassen würde.

Runde von links nach rechts: Bettina Eberleh, Brigitte Huber, Anne Petersen, Katharina Lazovic, Moderatorin Stefanie Hentschel, Ruth Limmer

Runde von links nach rechts: Bettina Eberleh, Brigitte Huber, Anne Petersen, Katharina Lazovic, Moderatorin Stefanie Hentschel, Ruth Limmer

BRIGITTE: Warum nicht?

Bettina Eberleh: Im Großen und Ganzen sind das weiterhin wahnsinnig schöne, sehr, sehr schlanke Frauen. Würde ich jetzt kontaktiert, um da mitzumachen, hätte ich das Gefühl: Was muss bei mir alles kaschiert werden, damit ich zu denen passe?

BRIGITTE: Sie hätten nicht das Gefühl, dass Sie so, wie Sie sind, richtig sind fürs Heft?

Bettina Eberleh: Genau. Dass ich so sein dürfte, wie ich bin. Und dazu kommt, dass die Frauen nicht nur Schönheit und Schlanksein repräsentieren. Jetzt haben die plötzlich einen Namen und einen Beruf und dann vielleicht noch drei Kinder. Und sehen trotzdem so toll aus. Das setzt mich unter Druck. Es stresst mich, wenn ich denke, ich muss aussehen wie eine Flamenco- Tänzerin aus Barcelona, damit mir diese Mode steht. Darum sehe ich mich eigentlich nicht mehr in der BRIGITTE.

BRIGITTE: Frau Lazovic, Sie kennen die andere Seite. Sie haben für uns vor der Kamera gestanden: Im BRIGITTE-Heft 7 im März präsentieren Sie Dessous. Was haben Sie gedacht, als Sie gefragt wurden?

Katharina Lazovic: Die Fotos, die Sie von mir hatten, waren ganz schnöde Privatbilder, von "Facebook" und aus dem letzten Urlaub. Und mein erster Gedanke war: Wenn die BRIGITTE der Meinung ist, da kann man was draus machen, dann würde ich das selber gern mal sehen.

BRIGITTE: Sie waren ja sehr mutig - bei den Dessous- Fotos zeigen Sie viel Haut.

Katharina Lazovic: Ich hätte mich selber in allem anderen eher gesehen. Und immer, wenn ich das Freunden erzählt habe, war die Reaktion auch so: "Du in Dessous?" Und ich hab gesagt: "Ja, stell dir vor!"

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  • Moderation: Stefanie Hentschel
    Fotos: Isadora Tast
    Ein Artikel aus BRIGITTE 10/10
Letzte Kommentare
  • Oriona
    am 15.12.10 um 11:26
    Ja, das finde ich auch etwas komisch, aber ich denke, das ist sowas wie eine motivations - Strategie, um die übergewichtige Frauen auf diese Weise zum abnehmen motiviert?....
  • christine
    am 15.12.10 um 10:18
    Hallo. Gestern las ich die Brigitte und heute morgen hatte ich den Entschluss gefasst: Ich bewerbe mich für die Aktion "ohne Models". Erstaunt lese ich hier nun, dass die Designer nur kleine Kleidergrößen schicken! Enttäuschend, dass Brigitte dies als so gegeben hin nimmt und steht für mich im Widerspruch zu der viel gepriesenen Kampagne! Ich sehe hier nicht nicht Vielfalt an tollen Frauen, die mich im Alltag umgeben. Es wäre wirklich wünschenswert jede Frau einmal im schönen Scheinwerfer-Licht zu sehen, egal ob klein, dünn, groß, mollig, Mutter, Tochter oder Model. Die Aussage sollte doch sein: sieh hin - jede Frau ist schön! Aussehen und Mode ist immer Geschmackssache. Aber authentische Frauen haben doch immer noch die beste Ausstrahlung. Und meiner Meinung nach, sollte das auch in einer Zeitung wie Brigitte mehr Einzug halten. Denn Authentizität und die Frage"Wie kann ich mich modisch und typgerecht kleiden und schminken?" sind doch kein Widerspruch.
  • Oriona
    am 06.12.10 um 12:15
    Oh oh, das klingt aber etwas depressiv finde ich :-(
    Ob dick oder dünn, die Frauen können was aus sich machen und "hübsch rüber kommen"
    ist nur eine reine Geschmackssache!
    Und wenn man sich in seine eigene Haut unwohl fühlt, muss man eben was dagegen machen!!!
    und nicht nur vor sich hin jammern und frustriert Chips & Schoki reinstopfen.
    Alles ist eine Frage der eigene Wille.
    Außerdem man muss nicht schlank sein um d.Sinn des Lebens zu verstehen!!!!
    D.Sinn des Lebens ist, meiner Meinung nach, ob Mann oder Frau, ob dick ode dünn, ob schön oder hässlich, einfach das Beste daraus zu machen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Nur gar Nichts zu machen ist sinnlos!!!!!!!!

    "Gefesselt führt die Suche nach d.Sinn uns durch das Leben,
    Sanft, wenn wir willig gehen,
    Rauh wenn wir wiederstreben."

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