Brigitte.de: Also kommt ihre Mode richtig gut an. Warum gibt es trotzdem kaum Designer, die Mode für dicke Frauen machen?
Anna Scholz: Für viele ist dick sein ja immer noch ein Stigma - ich sage immer, es gibt auch Größissmus, also eine Diskriminierung wegen der Kleidergröße. Allerdings ist das Entwerfen für große Größen auch schwieriger. Man kann der Fantasie nicht völlig freien Lauf lassen - die Kundinnen sollen sich in den Kleidern ja wohlfühlen, und sie wollen natürlich auch, dass ihre Outfits ein bisschen kaschieren. Außerdem sind auch die Kosten für Stoffe größer, weil man mehr braucht. Und es ist viel aufwändiger, einen Schnitt an zehn verschiedene Größen anzupassen als nur an vier. Aber es entspricht doch eben mehr unserer Lebenswelt!
Brigitte.de: Sie leben und arbeiten in London - ein besserer Ort für Ihre Mode als Deutschland?
Anna Scholz: London ist herrlich multikulti, besonders in Notting Hill, wo ich wohne. So viele Völker leben da miteinander - da kann ich mir viel abgucken. Was ich in London auch sehr mag: Die Menschen sind viel individueller gekleidet als in Deutschland. Hier habe ich immer den Eindruck, die Leute wollen bloß nicht auffallen. In London laufen alle schräg herum, und keiner wird dafür schief angeguckt.
Brigitte.de: Verraten Sie doch mal was über Ihre neue Winterkollektion ...
Anna Scholz: Mein Winter wird spanisch! Viel schwarz, viel rot, viel Leopardenmuster. T-Shirts und Röcke im Flamenco-Look mit viel Rüschen und Spitze und schrägen Säumen, Cashmere-Pullis, die mit Jetperlen bestickt sind - schön glamourös und extravagant, wie ich es liebe.
Die Mode von Anna Scholz kostet zwischen 80 und 1000 Euro. Eine Liste der Bezugsquellen in Deutschland gibt es auf der Internetseite der Designerin.











