Die Gesprächsteilnehmer
Susanne Kolb-Wachtel, Geschäftsführerin des Deutschen Pelzinstitutes, Tierschutzbundpräsident Wolfgang Apel und die Naturschutzchefin des WWF, Andrea Kohl.
Wolfgang Apel
Wolfgang Apel, Tierschutzbund: Wenn ich sehe, wie viele deutsche Kürschner in den letzten Jahren geschlossen haben und wie viele Kaufhäuser wie C&A oder Karstadt sich vom Pelz verabschiedet haben, dann haben wir als Tierschutzbund schon Riesenerfolge gehabt, und das werden wir auch weiterhin.
Susanne Kolb-Wachtel, Pelzinstitut: Mich überrascht es immer, wenn die Leute sagen, Pelz sei "wieder" modern. Das ist nämlich schon seit etwa acht Jahren so. Dass so viele Kürschner aufgeben, liegt daran, dass es die Selbständigen und das Handwerk insgesamt in Deutschland schwer haben. Außerdem hatten wir einen Generationswechsel in den 90er Jahren. Viele Kürschner - also Pelzverarbeiter - und Pelztierfarmer, die in Rente gingen, hatten keine Nachfolger.
Apel: Na ja, Frau Kolb-Wachtel, ich habe mir die Zahlen angeschaut. Die deutsche Pelzbranche hatte vor 1990 noch vier Milliarden D-Mark Umsatz gemacht, jetzt ist es gerade mal eine knappe Milliarde Euro.
Kolb-Wachtel: Das sind fast zwei Milliarden alte D-Mark. Außerdem muss man das im Zusammenhang sehen: Die Umsätze in der deutschen Textilbranche insgesamt sind seit 1990 um etwa die Hälfte gesunken. Das ist eine Katastrophe. Dagegen konnte die deutsche Pelzindustrie ihre Umsätze im gleichen Zeitraum um fast 16 Prozent steigern.
Susanne Kolb-Wachtel
Kolb-Wachtel: Heute gibt es Pelze in den unterschiedlichsten Qualitäten. Wir beschränken uns ja nicht mehr auf Nerze, sondern bieten auch Pelze für junge Mädchen an, Nebenprodukte aus der Fleischproduktion wie Schaf- oder Kaninchenfell. Ein großer Teil des Umsatzes wird auch durch Umarbeitung gemacht.
Kolb-Wachtel: Die meisten Pelztierfarmen gibt es in Dänemark und in Finnland. In Europa gibt es etwa 6500 Zuchtbetriebe. In Deutschland haben wir 28 Pelzfarmen, dort werden hauptsächlich Nerze und Füchse gehalten.
Apel: Riesige tierquälerische Anstalten...
Kolb-Wachtel: Das ist nicht richtig. Die Betriebe sind größer als früher, wo noch jeder Bauer hinten dran einen Schuppen mit 50 Nerzen hatte, aber sie sind auch professioneller, was Krankheitsbekämpfung oder die Fütterung betrifft.
Apel: Mit Mehlbrei...
Kolb-Wachtel: Was für ein Unsinn! Herr Apel, können Sie mal kurz die Luft anhalten?
Apel: Es gibt keinen vernünftigen Grund, Tiere allein der Mode und des Luxus wegen zu quälen und zu töten. Auch die Verhaltensforscher, die Tierärzteschaft, die Kirchen und über 70 Prozent der Menschen in Deutschland lehnen das ab. Die Tiere sitzen in engen Drahtkäfigen, es fehlen Einrichtungen, die den natürlichen Lebensbedingungen entsprechen, wie zum Beispiel Grabestellen für Füchse. Dadurch kommt es zu Verhaltensstörungen wie Kannibalismus, Apathie oder Schwanzbeißen. Erster Punkt. Zweiter Punkt: Das Argument der nachhaltigen Bewirtschaftung, etwa in der dritten Welt, ist nur vorgeschoben. Wir müssen uns mal überlegen, in welcher Form schon die halbe Tierwelt durch die Pelzindustrie ausgerottet wurde. Schauen Sie sich doch mal das Washingtoner Artenschutzgesetz an!
Andrea Kohl
Andrea Kohl, WWF: Das ist ein weltweites Abkommen, das bedrohte Tierarten vor der Ausrottung durch internationalen Handel schützt. Darunter fallen zum Beispiel die früher im Pelzgeschäft stark gefragten Katzen Leopard, Gepard, Tiger und Ozelot. Die Tiere dürfen nicht gehandelt werden, auch ihr Kauf ist illegal. Das Abkommen besteht seit 1973 und hat Großartiges geleistet: Keine der geschützten Arten ist bisher ausgestorben.
Apel: Möglicherweise gibt es hier und da wildbiologische Gründe, dass man sagt, gut, diese Tierart hat nun eine solche Überpopulation, die muss um ihrer selbst willen dezimiert werden. Aber ja wohl nicht so, wie das heute geschieht, mit brutalsten, bestialischen Methoden wie dem Fallenfang, wie es in Ländern wie den USA, in den GUSStaaten und in Kanada üblich ist. Oft kämpfen die Tiere tagelang um ihr Leben. Und der dritte Punkt ist die Tradition...
Kolb-Wachtel: Pelz ist die älteste und natürlichste Bekleidung des Menschen.
Apel: Ein Argument, das Sie immer wieder bringen. Zur Bekleidung brauchen wir keine Tierfelle mehr.














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am um
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Angelique
am 17.12.11 um 19:11
Uhuhu! Ihr pösen pösen Pelzträger! ich trete euch mit meinen LEDERschuhen in euren popo! und scheuer euch eine mit meinem LEDERgürtel! ihr seit doch alle nur konsumgeil, ich als BRIGITTE-leserin bin ja zum glück nicht auf konsum aus und will ja zum glück nicht auffallen in dieser kaputten welt.
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Larissa
am 12.12.11 um 15:53
Also ich kann ja wirklich nicht glauben, wie du zum Pelztragen stehst Franziska. "Pelz ist und bleibt ein Teil unserer Mode" "Ich habe Haustiere, sie mag und lieb, aber trage Pelz in allen Varianten". Du solltest dich schämen! Nein, heutzutage muss niemand mehr Pelz tragen! Absoluter Blödsinn. Dir geht es dann wie so vielen anderen Menschen vermutlich nur darum, aufzufallen!! In unserer Konsumwelt! Schlimm genug. Du sagst, du hast so viele Haustiere, aber kaufst, wie du es hier breittrittst, wohl noch voller Stolz Pelz in allen Varianten! DU unterstützt die Pelzindustrie, aber das ist dir ja egal, hab ich vergessen! Wie du dich selbst leiden kannst, wenn du dich im Spiegel anschaust, weiss ich nicht. Ja, jeder kann allein entscheiden, was er trägt. Aber um die Grausamkeiten in unsere eh schon kaputten Welt nicht noch weiter zu unterstützen, muss man sicherlich kein Pelz tragen! Ganz ehrlich: Denk nochmal darüber nach! Auf so etwas muss man mit Sicherheit nicht stolz sein!!
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Franziska
am 25.11.11 um 21:54
Pelz ist und bleibt ein Teil unserer Mode und wird auch schön eingearbeitet oder als ganze Kleidungsstücke verarbeitet. Wer einmal einen Pelz getragen hat, wird auch in Zukunft nicht darauf verzichten.
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Martin
am 09.07.11 um 19:29
Aus meiner Sicht hat das Ganze hier überhaupt nichts damit zu tun ob die Tiere artgerecht gehalten und möglichst schonend getötet wurden. Es schert sich kein Mensch darum wie es in den Schlachthöfen hierzulande zugeht. Der Punkt ist einfach dass Pelztiere zumeist süß und kuschlig aussehen und dass man an einem Pelzmantel sofort sieht dass das mal Tiere waren... Logisch wird hier schon lange nicht mehr gedacht sondern rein emotional.
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Bernd
am 23.05.11 um 06:31
Es gibt immer Menschen die eine andere Meinung haben, das sollten sie akzeptieren.
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Bernd
am 23.05.11 um 06:31
Wie schon aus ihrem Kommentar hervorgeht gehören sie zu den Tierschützern die sich grundsätzlich gegen alles stellen. Natürlich kann man auch Kunstpelz verwenden aber wissen Sie aus was der Kunstpelz besteht? Was passiert wenn der Kunstpelz in den Müll wandert?
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Nadine
am 20.05.11 um 11:46
Es ist Tierquälerei ohne wenn und aber. Wir leben nicht mehr in der Steinzeit. Schaut euch ein Video auf Pelzinfo.de an. Schaut euch die Pelzfarmen an. Kein Tier verdient es so zu Leben und abgeschlachtet zu werden. Auch Hunden und Katzen wird bei lebendigem Leib ihre Haut abgezogen, wie sie misshandelt werden. Darüber gibt es auch Videos. Schaut es euch an. Ich verstehe nicht, wie man darüber noch diskutieren kann. Pelz ist Mord!!!
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Bernd
am 20.05.11 um 10:59
Ich denke das es jedem selbst überlassen sein sollte ob er Pelz trägt oder nicht.
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Fell nur für Tiere!
am 10.12.10 um 16:26
Das sind ja zwei ganz tolle Kommentare hier. Wahrschinlich hat das zwei mal die Frau Kolb-Wachtel geschrieben , einmal als Thomas und einmal als Franziska.
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Thomas
am 10.08.10 um 20:04
Ich bin mehr oder weniger enttäuscht von den Argumenten der Tierschützer, die seit Jahren immer nur die selben Argumente bringen. Neben dem Pelz, der immerhin ein nachwachsender Rohstoff ist, hängen an dieser Pelzindustrie bzw. dem Handwerk etliche Jobs. Das gleiche Argument wird immer wieder von den erneuerbaren Energien geracht und behauptet. Jobmotor und ökologisch wertvoll höre ich immer wieder. Ich kann es nicht mehr hören. Was ist denn die Alternative? Kleidung aus Kunstfasern (Fleece oder Ähnliches), die unter Verletzung der Menschenrechte und ohne Achtung der Umwelt in asiatischen Ländern produziert wird! Zudem denke ich, dass wir es uns in Deutschland nicht leisten können, was schlecht zu reden, was überall anders auf der Welt gefragt ist, bzw. eben getragen wird. Gleiche Fehler haben wir bei der Geflügelmast gemacht. Erst in Deutschland, dann in Europa zu tode reglementiert. Das hat dazu geführt, dass unter schlechteren Bedingungen außerhalb Europas Geflügel gez
mehr (11)"Aber um die Grausamkeiten in unsere eh schon kaputten Welt nicht noch weiter zu unterstützen, muss man sicherlich kein Pelz tragen!" ja, richtig! grausamkeiten wie undifferenziertes denken und schubladendenken gehen auch ganz ohne pelz.
PS: danke Martin
Der Beigeschmack über die Haltung, die Aufzucht, die Jagd, dies gehört zum Pelz und wer Pelz trägt, weiss über die Vorgeschichte bescheid. Jeder muss selbst entscheiden, ob er Mode mit Tierleichen trägt.
So ist es beispielsweise höchst anerkannt Fisch zu essen obwohl jedes einzelne Tier auf so einem Kutter elendig erstickt ist. Es gibt wohl kaum einen grausameren Tod, trotzdem juckt das keinen weil Fische nunmal einfach nicht hübsch genug.
Wer logisch denkt trägt lieber Pelz und isst weniger Fleisch. Wer nicht denkt schlägt sich den Bauch mit Fleisch voll und wettert dann gegen die, die einen Pelzmantel tragen.
Ich denke das es jedem selbst überlassen sein sollte ob er Pelz trägt oder nicht.
In Deutschland wird nur ein Bruchteil an Pelz verkauft. Hunde und Katzenfelle werden in Europa nicht verkauft da dies vom EU Recht geregelt wird. Natürlich ist es für Sie als Tierschützer einfach dieses Beispiel aufzugreifen. Wenn Sie wirklich etwas bewegen wollen sollten Sie in China oder Russland demonstrieren. Ich denke aber nicht das Sie dazu bereit wären dieses Risiko auf sich zu nehmen.
Wie schon zuvor erwähnt kommen sie immer mit den selben Parolen. Das nervt.
Es ist auch bekannt wie grausam Tiertransporte oder Massentierhaltung sind.
Ist das gut für die Umwelt?
In der Steinzeit leben wir nicht mehr, aber es gibt immer zwei seiten. Alles hat Vor und Nachteile. Tier und Umweltschutz sind wichtig, aber Fakt ist die meisten Leute eine Doppelmoral haben. Sie denken das Sie Tiere und die Umwelt schützen, aber andererseits gehen diese Leute in Fastfood Restaurants und kaufen Lederschuhe.
Pauschal zu sagen wer Pelz trägt hat kein Gewissen ist falsch, dann könnte man auch sagen wer zum Metzger geht und bei Kik einkauft hat kein Gewissen. Ich denke das Problem ist das die Pelzindustrie nie nachweisen können wird wo ein Pelz her kommt. Einige Tierschutz Organisationen verdienen auch sehr viel Geld damit. Ich kann diese ewigen Parolen der Tierschützer nicht mehr hören.
"Immer die gleichen Argumente der Tierschützer?" - aber das Totschlag Argument mit den Arbeitsplätzen soll gut sein?
Abgesehen davon, dass Tiere für Pelz gequält und getötet werden , ist "Pelz" keineswegs umweltfreundlicher und wird genauso unter menschenverachtenden Bedingungen in Asien hergestellt.
Wer Pelz trägt hat kein Gewissen!