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Es ist amtlich: Lady Gaga ist die Stilikone 2011. Die Leser des US-Magazins "Billboard" kürten sie zur bestangezogenen Sängerin des Jahres. Doch was will uns Lady Gaga mit ihren Outfits eigentlich sagen?
Lady Gaga darf sich jetzt ganz offiziell Stilikone nennen. Nicht nur, dass sie 2011 vom "Council of Fashion Designers of America" als Modevorbild geehrt wurde. Nun kürten die Leser des US-Magazins "Billboard" sie auch noch zur bestangezogenen Sängerin des Jahres. Es war Nicola Formichetti, ehemaliger Redakteur der japanischen Männer-Vogue und Kreativdirektor von Thierry Mugler, der aus Lady Gaga eine Kunst-Performance auf zwei Beinen machte. Zu einer Preisverleihung in New York trug sie einen knappen schwarzen Leder-Nieten-Mini des Labels. Wir wissen jetzt: So sieht es aus, wenn Frau Gaga "Danke" sagt.
Vor ein paar Jahren beschloss die ehemalige Kunststudentin Stefani Germanotta, sich in das Gesamtkunstwerk Lady Gaga zu verwandeln. Seitdem weiß keiner so genau, wer dieser Mega-Popstar eigentlich ist. Lady Gaga zelebriert ihre Undurchsichtigkeit, selbst in sehr durchsichtigen Outfits. "Ihr durchschaut mich nicht", schreit uns der schwarze Spitzenoverall inklusive venezianischer Maske entgegen. Und wir rätseln weiter.
Für Gaga-Verhältnisse fast schon langweilig ist dieses kleine Schwarze mit roten Accessoires. Der Aufruf ist eindeutig: "Aufstrebender Popstar sucht Styling-Profi!" Sicher ist: Gefunden hat sie ihn.
Die Handbewegung sagt: "Unser Flugzeug hat vier Notausgänge, Leuchtstreifen im Kabinenboden weisen Ihnen den Weg dorthin." Outfit und Blick sagen: "Jetzt gibt's Keile!"
Sieht aus, als hätte eine besonders bösartige Federboa die arme Lady Gaga im Griff. Was uns dieses Outfit sagen soll? Wir tippen auf: "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!"
Lady Gaga sagt, sie sei Feministin. Deswegen darf sie sich auch so anziehen (beziehungsweise ausziehen) wie eine Kreuzung aus Paris Hilton und dem russischen Pop-Duo Tatu - und stolz darauf sein. Frei nach dem Motto: "Ihr könnt mich alle mal."
Das Wort "aufgerüscht" bekommt bei diesem Outfit von Lady Gaga eine ganz andere Bedeutung. Die kokette Botschaft: "Schaut her, ich kann auch niedlich!"
Lady Gaga als Plastik-Cinderella mit Zauberstab. Laufen kann man auf diesen Schuhe bestimmt nicht so gut, aber immerhin besteht kaum Gefahr, sie zu verlieren. Was uns der Space-Märchen-Look sagen soll? "Aufgepasst, sonst verwandele ich euch alle in hässliche Frösche!"
Mode mit Message: "Wie es mit meiner Karriere weiter geht? Steil nach oben natürlich!" Dass Lady Gaga mit ihren Outfits für deutlich mehr Furore sorgt als mit ihrer Musik, stört dabei niemanden mehr.
Die Haare grau, den Leib in einem züchtigen Konkon versteckt - auch das ist Lady Gaga. In einer Biografie über die Sängerin heißt es, im wahren Leben sei sie eine völlig unauffällige Person und spiele den Freak nur fürs Geschäft. Gut möglich, jedenfalls beherrscht sie das Spiel perfekt. Und raunt uns mit jedem neuen Outfit zu: "Das alles bin ich. Oder auch nicht."
Kunstprofessoren schwärmten entzückt von "einem modernen Stillleben", Vegetarier liefen Sturm: Das Fleisch-Kleid ist ein Paradebeispiel dafür, wie Lady Gaga mit ihren Outfits die mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Botschaft lautet also nicht: "Fleisch ist mein Gemüse." Sondern eher: "Schaut her und staunt!"
Diese wächserne Version von Lady Gaga steht bei Madame Tussauds und weckt mit einem Palmdach auf dem Kopf Fernweh. Die Botschaft: "Auch ein Popstar braucht mal Urlaub."
Wir trauen uns einfach einmal, aus diesem Outfit versteckte Sehnsüchte herauszulesen: "Eigentlich wäre ich gern Nonne geworden. Oder Metzger. Oder ein Mann..."
Ganz ehrlich: Bei diesem Outfit sind wir überfragt. Wir wissen nur, wer Lady Gaga in das Haarteil gesteckt hat: Charlie Le Mindu, ein Haarkünstler aus London. Und eigentlich können wir froh über die Haarpracht sein: Le Mindu schickte seine Models auch schon völlig nackt über den Laufsteg.
Zun den MTV Europe Music Awards 2011 kam Lady Gaga als wandelner Klatschmohn mit riesiger Halskrause. Die Botschaft des Flower-Power-Auftritts: Ich bin alles andere als ein zartes Pflänzchen.
Kein Geringerer als Karl Lagerfeld überreichte Lady Gaga bei der Bambi-Verleihung 2011 ein goldenes Reh. Die Sängerin bedankte sich artig. Ihr relativ schlichtes schwarzes Outfit mit großer Karl-Brille dürfen wir wohl als Verbeugung vor dem Mode-Zar verstehen.
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