Der Siegeszug des Minirocks begann 1955 in einer kleinen Boutique im Londoner Stadtteil Chelsea. Die Besitzerin Mary Quant fand einfach keine Ware, die ihr gefiel. Also entwarf sie ihre Modelle selbst. Aus billigen Stoffen schneiderte die gelernte Designerin Kleidungsstücke - und löste mit ihren Miniröcken eine Mode-Revolution aus.
"Swinging London" war ganz schnell begeistert von Mary Quants Kreationen, und der Minirock setzte sich in allen sozialen Schichten durch: Schülerinnen trugen ihn, die Damen der feinen Gesellschaft ebenso. Sogar das konservative englische Königshaus folgte dem Trend und erlaubte offiziell eine Rocklänge von sieben Zentimetern über dem Knie. Nur der Vatikan zeigte sich wenig begeistert und verdammte das neue Kleidungsstück als "unzüchtig" - was den Siegeszug des Minis aber nicht stoppen konnte.
1962 wurden Mary Quants Kreationen zum ersten Mal in der "Vogue" gezeigt, drei Jahre später wurde ihr "Mini-Skirt" zum weltweiten Modehit. Ende der 60er Jahre griffen auch französische Modehäuser wie Dior und Yves Saint-Laurent den Trend auf - allerdings nur für kurze Zeit. Anfang der 70er wurde der Rocksaum wieder länger.
Sein erstes Comeback konnte der Mini aber bereits 1973 feiern. "Man zeigt wieder mehr Bein", lautete die Devise. Seitdem kehren die kurzen Röcke in regelmäßigen Abständen auf die Laufstege und in die Läden zurück, zuletzt 2003. Die Geschichte des Minirocks ist also schon ganz schön lang - und ein Ende ist nicht in Sicht.













