Fashion Weeks
Designerinnen: Die Modewelt wird weiblich
Vorbei die Zeiten, in denen bei den Schauen in Mailand, London oder Paris allein die Herren den Ton angaben. Die Modewelt wird weiblich - und wir stellen die Designerinnen vor, die jetzt die Trends setzen.
Phoebe Philo
Wer sie ist: Die Frau, die das Pariser Modehaus Céline aus dem Dornröschenschlaf weckte und innerhalb weniger Jahre zum Über-Label aufbaute.
Was sie macht: Begehrlichkeiten wecken. Egal, was die in Frankreich geborene Britin über den Laufsteg schickt, das Modevolk wird verrückt danach - und seien es merkwürdig verpuschelte Fell-Pantoffeln. Angefangen hat Philos Karriere bei Chloé, zunächst als Assistentin von Stella McCartney, später als Chefdesignerin. Nach großen Erfolgen zog sie sich 2006 überraschend zurück, um Zeit für ihre junge Familie zu haben. Das Comeback nach der Auszeit hätte fulminanter nicht ausfallen können. "Philophiles" werden ihre Fans inzwischen genannt - und die Gemeinde wächst und wächst.
Was uns freut: Ihr Arbeitgeber zeigt sich erstaunlich familienfreundlich. Als Philo mit ihrem dritten Kind hochschwanger war, verzichtete man im März 2012 auf die obligatorische Modenschau in Paris, um der Designerin etwas Luft zu verschaffen.
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Céline: Frühjahr/Sommer 2013
Modern, tragbar, cool: Eine Modejournalistin brachte Phoebe Philos Erfolgsrezept auf den Punkt: "Ihre Mode ist die Arbeit einer Frau, die für Frauen arbeitet."
Clare Waight Keller
Wer sie ist: Die Britin ist seit Mai 2011 für das herausragende Design des Pariser Luxuslabels Chloé verantwortlich. Im Gepäck hatte sie beachtliche Erfolge: Als Kreativdirektorin belebte sie das schottische Traditionshaus Pringle of Scotland mit innovativem Strickdesign und machte es zu einer festen Größe in der Modewelt.
Was sie sagt: "Wir wissen besser als Männer, was Frauen anziehen möchten."
Was sie geschafft hat: Realismus in die Mode zu bringen, ohne ihr den Glanz zu nehmen. Die dreifache Mutter weiß, wie schwierig es für Frauen ist, Beruf, Kinder und den ganzen Alltag zu organisieren. Deswegen kombiniert sie privat gern mal Jogginghose und hohe Schuhe - und entwirft Kleidung, die unkompliziert und raffiniert zugleich ist.
Chloé: Frühjahr/Sommer 2013
Minimalismus mit einem Twist: Zum 60-jährigen Jubiläum der Marke Chloé setzte Clare Waight Keller auf tragbare Transparenz, lässig geschnittene Hose, dezente Blüten-Applikationen und Longblazer zu Shorts.
Vanessa Bruno
Wer sie ist: Seit 1996 Chefin ihres eigenen Labels Vanessa Bruno.
Was sie macht: Das gewisse Etwas, das so typisch für die Pariserin und so schwer in Worte zu fassen ist, in Mode übersetzen. Unbekümmert, etwas ungekämmt und trotzdem chic - so wie die verwaschene, mit Pailletten besetzte Leinentasche, mit der die Designerin berühmt geworden ist.
Vanessa Bruno: Frühjahr/Sommer 2013
Genau richtig für einen Sommertag in Paris: Die aktuelle Kollektion von Vanessa Bruno ist schön romantisch - und eine perfekte Mischung aus mädchenhaft und erwachsen.
Isabel Marant
Wer sie ist: Der Liebling aller Modemädchen.
Was sie macht: Trends. Schließlich kann es kein Zufall sein, dass die aktuelle H&M-Trendkollektion so erstaunliche Parallelen zu Marants Entwürfen aufweist und ihre berühmten Sneaker-Wedges so penetrant ausverkauft sind, dass sie inzwischen von fast allen Schuhmarken kopiert werden.
Isabel Marant: Frühjahr/Sommer 2013
Die Designerin sagt, sie sei im Herzen ein Hippie. Ihrer aktuellen Sommerkollektion sieht man diese Leichtigkeit an: Flatterkleidchen, bestickte Westen, Nieten und florale Muster sind die bestimmenden Elemente.
Consuelo Castiglioni (rechts im Bild)
Wer sie ist: Gründerin und Chefdesignerin des italienischen Labels Marni.
Was sie macht: Mode für Intellektuelle. Galeristinnen und Hollywood-Hipster wie Sophia Copolla lieben ihre Entwürfe. Ihre Designer-Kooperation mit H&M löste im Sommer 2012 eine wahre Marni-Manie aus.
Ihr Markenzeichen: Muster! Ihrem bunten Mix bleibt sie seit Jahren treu.
Marni: Frühjahr/Sommer 2013
Neben dem typischen Quadrat-Muster sieht der Marni-Sommer 2013 große Blumenprints, kastige Schnitte und viel Volumen vor.
Frida Giannini
Wer sie ist: Kreativer Kopf des italienischen Mode-Giganten Gucci.
Was sie macht: Einen verdammt guten Job. Nach verschiedenen Stationen bei Fendi arbeitete sich die blonde Italienerin im Hause Gucci von der Handtaschen-Designerin zur Kreativ-Chefin des gesamten Konzerns hoch - übrigens bevor ihr Partner Patrizio di Marco 2009 zum Vorstandsvorsitzenden wurde.
Ihre Inspiration: Die Archive des 1953 verstorbenen Firmengründers Guccio Gucci und moderne Stilikonen wie Florence Welch oder Rihanna.
Gucci: Frühjahr/Sommer 2013
Mit Trompetenärmeln, Schlaghosen, kräftigen Farben und großflächigen Mustern lässt Gucci im Sommer 2013 die Siebziger aufleben. Das passt zu Gianninis Vision einer typischen Gucci-Frau: stark, selbstbewusst und etwas mysteriös.
Miuccia Prada
Wer sie ist: Die Enkelin des Firmengründers Mario Prada, Chefdesignerin und Vorsitzende des Verwaltungsrats. Auch für den großen Erfolg des jüngeren Labels Miu Miu ist sie verantwortlich.
Was sie macht: Überraschen. Bevor sie ins Familienunternehmen einstieg und es zu einem internationalen Mode-Imperium aufbaute, studierte die Italienerin Politikwissenschaften und nahm Schauspiel-Unterricht. Sie stand der kommunistischen Partei nah und gilt als Feministin. Verheiratet ist sie übrigens mit dem Prada-Vorstandsvorsitzenden Patrizio Bertelli.
Wo sie steht: Aktuell auf Platz 67 der Forbes-Liste der mächtigsten Frauen der Welt - gleich hinter Angelina Jolie.
Miu Miu & Prada: Frühjahr/Sommer 2013
Feminine Fifties-Kleider, Bleistiftröcke und glänzende Materialien sieht man bei Miu Miu für den Sommer vor. Bei Prada setzt die Designerin auf Kimono-Schnitte und Retro-Blumen.
Johanna Kühl (links) and Alexandra Fischer-Roehler
Wer sie sind: Die beiden Designerinnen hinter dem Berliner Erfolgslabel Kaviar Gauche.
Was sie machen: Große Pläne schmieden. Nachdem ihre Schau jahrelang zu den Höhepunkten der Fashion Week in Berlin zählte, zeigen sie ihre Entwürfe im Frühjahr 2013 erstmals in Paris.
Ihr größter Fan: Heike Makatsch. Auf dem roten Teppich trägt die Schauspielerin stets Kaviar Gauche. Und bei den Schauen sitzt sie selbstverständlich in der ersten Reihe.
Kaviar Gauche: Frühjahr/Sommer 2013
Eine feminine Silhouette trifft auf moderne Laser-Cut-Outs, Metallic-Look auf Naturtöne, Gelb kontrastiert mit Schwarz: für die Sommerkollektion 2013 griffen die Designerinnen Elemente aus vergangenen Kollektionen auf und interpretierten sie neu.
Sarah Burton
Wer sie ist: Chefdesignerin und Kreativdirektorin des britischen Modehauses Alexander McQueen. Sie übernahm die Position nach dem Selbstmord des Designers im Jahr 2010.
Was sie macht: Unter anderem berühmte Bräute ausstatten. Kate Middleton trug bei ihrer Hochzeit mit Prinz William ein Kleid der Designerin. Kates Schwester Pippa verhalf Burtons figurbetonter Entwurf zum Titel "Her Royal Hotness".
Womit sie sich schmücken kann: 2012 verlieh ihr Prinz Charles den Verdienstorden "Order of the British Empire".
Alexander McQueen: Frühjahr/Sommer 2013
Die ungewöhnliche Kopfbedeckung lässt es vermuten: Für ihre aktuelle Kollektion hat sich Sarah Burton von Imkern und Bienen inspirieren lassen. Das bedeutet: Wabenmuster, Schwarz-, Gelb-, Gold- und Honigtöne, Wespentaillen - für Frauen, so elegant und mächtig wie eine Bienenkönigin.
Carol Lim
Wer sie ist: Teil eines unzertrennlichen und schwer erfolgreichen Designer-Duos. Mit Humberto Leon gründete sie 2002 das Label Opening Ceremony, seit 2011 sind die beiden jungen Amerikaner dafür verantwortlich, dass Blogger auf der ganzen Welt verrückt nach Mode von Kenzo sind.
Was sie macht: Für Lässigkeit sorgen. Ihre erste Kenzo-Show in Paris glich einer großen Party. Sie und Leon haben ein ausgeprägtes Gespür für den Zeitgeist - und wer Chloë Sevigny, Solange Knowles und Jason Schwartzman zu seinen Freunden zählen kann, hat in Modekreisen sowieso schon gewonnen.
Kenzo: Frühjahr/Sommer 2013
Bunte Leo-Muster, Dschungel-Drucke und Safari-Look - so sieht der Kenzo-Sommer 2013 aus. Bei der Präsentation der Kollektion im vergangenen Herbst war Carol Lim übrigens hochschwanger.
Jil Sander
Wer sie ist: Die unangefochtene Meisterin des Minimalismus'.
Was sie macht: Allen beweisen, dass sie es am besten kann. Nach einer bewegten Geschichte und einem frustrierten Abschied kehrte Jil Sander 2012 als Designerin zurück zu ihrem einst 1968 gegründeten Label - und feierte mit der Präsentation ihrer Sommerkollektion für 2013 in Mailand ein fulminantes Comeback.
Jil Sander: Frühjahr/Sommer 2013
Reduzierte Formen, großartige Farbkombinationen: reverlose Mäntel und Blazer und geradlinige Kleider sind typisch für den Jil-Sander-Purismus - und begeistern auch 2013.
Stella McCartney
Wer sie ist: Stille Stilikone, Allround-Designerin und vierfache Mutter.
Was sie macht: Neben einer andauernden Kooperation mit Adidas entwirft Stella McCartney seit 2001 für ihr eigenes Label. 2012 stattete sie außerdem die britischen Sportler für die Olympiade in London aus.
Was sie geschafft hat: Aus dem Schatten ihres großen Vaters Paul McCartney herauszutreten und sich einen eigenen Namen als Designerin zu machen.
Was sie ablehnt: Leder und Pelz. Als überzeugte Tierschützerin verzichtet sie in ihren Kollektionen konsequent auf diese Materialien.
Stella McCartney: Frühjahr/Sommer 2013
Ob Clean Chic in Weiß, Transparenz, Farbakzente in Orange und Grün oder ein Leo-Look mit Klasse - Stella McCartneys Sommer 2013 ist auf jeden Fall sehr cool.

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