Fashion Week
Politik auf dem Laufsteg: Diese Designer trauen sich was
Chloë Sevigny forderte bei der Präsentation ihrer Winterkollektion in New York: "Es ist Zeit, Sex zu haben!" Und Karl Lagerfeld tritt bei den Haute-Couture-Schauen in Paris für die gleichgeschlechtliche Ehe ein. Sehen Sie, welche Designer Politik auf dem Laufsteg betreiben.
Chloë Sevigny organisiert eine Mode-Demonstration
"Es ist Zeit, Politik und Mode zu verbinden", findet Schauspielerin Chloë Sevigny. Bei der Präsentation der von ihr designten Winterkollektion 2013 für das Label "Opening Ceremony" setzte sie ihr Vorhaben in die Tat um. Auf der New Yorker Fashion Week zeigte sie nicht, wie die meisten ihrer Kollegen, eine Modenschau auf dem Catwalk, sondern entschied sich medienwirksam für eine Art "Mode-Demo". Dabei fungierte sie selbst als Model, stand ganze 2,5 Stunden regungslos da (unter anderem mit Freundin Kim Gordon von Sonic Youth) in der St. Mark's Church und hielt Plakate hoch mit Botschaften wie "Es ist Zeit, Sex zu haben" oder "Flirty Fishing". Sie sei inspiriert gewesen von der Occupy-Bewegung und von Pussy-Riot, sagte Chloë Sevigny nach der Präsentation ihrer Protest-Mode dem "New York Magazine", deshalb wollte sie das Thema "Demonstration" in ihrer Show aufgreifen. Das nächste Mal vielleicht mit noch politischeren Botschaften?
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Karl Lagerfeld setzt sich für die gleichgeschlechtliche Ehe ein
Bei den Haute-Couture-Schauen in Paris überraschte Karl Lagerfeld im Januar mit einer deutlichen Botschaft beim großen Finale seiner Chanel-Show. Sonst in politischen Fragen eher zurückhaltend, schickte der Designer diesmal zwei Models in Brautkleidern und mit einem Kleinkind an der Hand über den Laufsteg und griff damit ein heiß diskutiertes Thema der französischen Politik auf. Ein neues Gesetz, das die Ehe zwischen homosexuellen Paaren erlauben soll, wurde heftig in Frankreich debattiert und gerade beschlossen. Anfang des Jahres gingen Hunderttausende in Paris auf die Straße, um gegen das Gesetz zu demonstrieren. Karl Lagerfeld hingegen ist ganz klar dafür und demonstriert öffentlich seine Meinung.
Vivienne Westwood kämpft für den Klimaschutz
Wenn jemand konsequent seine Modenschauen für politisches Themensetting nutzt, dann ist es Punk-Ikone Vivienne Westwood. Zuletzt geschehen bei der Präsentation ihrer Sommerkollektion 2013, als sie große Transparente über den Laufsteg spannen ließ mit der klaren Losung: "Climate Revolution!"
"Climate Revolution!"
Vivienne Westwood ließ es sich natürlich nicht nehmen, zuletzt selbst in bedrucktem Shirt über den Londoner Laufsteg zu schreiten. "Ich möchte nicht über die Mode sprechen", sagt die 71-Jährige gegenüber dem "Wallstreet Journal" später, "ich benutze die Show als Vehikel, um über den Klimawandel in den Regenwäldern zu reden."
Burkas bei Givenchy
Als Frankreichs ehemaliger Präsident Nicolas Sarkozy 2010 das Tragen eines Ganzkörperschleiers per Gesetz verbieten ließ, reagierte das französische Traditionshaus Givenchy sofort und schickte Models in reich bestickten Burkas über den Pariser Laufsteg. Der Titel der Show: "Modern Arabian Nights".
Unterstützung für Obama bei JCDC
Als Barack Obama noch Präsidentschaftskandidat war, zierte sein Konterfei so manches Stück Stoff. Auch auf dem Laufsteg, wie beispielsweise bei der Sommermodenschau 2009 von Jean-Charles de Castelbajac.
Sonia Rykiel sagt "Yes, we can!"
Auch Designerin Sonia Rykiel unterstütze Obama damals deutlich und sagte, sie habe überhaupt kein Problem damit, ihre Modenschau für diesen "politisch guten Zweck" zu nutzen.

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