Saint Laurent: Umstrittene Werbung soll verboten werden

Boutique von Yves Saint Laurent

Die neuesten Kampagnenmotive von Yves Saint Laurent empfinden viele als herabwürdigend. Jetzt hat sich die Werbeaufsicht eingeschaltet.

Welches Frauenbild hat man bei Saint Laurent im Kopf?

Wir schreiben das Jahr 2017 - und die Modewelt hat den Feminismus endgültig für sich entdeckt. Auf den internationalen Schauen von Mailand bis New York setzen die Designer auf starke Botschaften. "We should all be feminists" verkündete man bei Dior, bei Missoni trugen die Models pinkfarbene Pussy Hats. Da mutet es umso seltsamer an, wie das französische Luxuslabel Saint Laurent aktuell für seine teure Mode wirbt: Mit spindeldürren, leicht bekleideten Models in fragwürdigen Posen. Vom männlichen Blick auf den weiblichen Körper geprägte Porno-Ästhetik statt Bilder selbstbestimmter Frauen - wen will man mit solchen Motiven ansprechen? Kein Wunder, dass die Kampagne, die in ganz Paris plakatiert ist, heftige Proteste hervorrief.

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Stephane Martin, Chef der französischen Werbeaufsicht ARPP, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass seine Behörde inzwischen 120 Beschwerden wegen der Plakatmotive erhalten habe. Daraufhin habe man das Modehaus Saint Laurent aufgefordert, die Plakate zu entfernen und die Motive nicht weiter zu verbreiten. Die Fotos von dünnen Models in lasziven Posen verstießen gegen die ethischen Regeln der Werbewirtschaft, so der ARPP-Leiter weiter. Es gehe um den Respekt vor Frauen und die Darstellung des weiblichen Körpers. Am Freitag wolle sich ein Gremium der Werbeaufsicht genauer mit dem Fall befassen. Einige Kritiker sehen laut Martin in den Bildern eine Verherrlichung der Magersucht, andere sogar einen "Aufruf zur Vergewaltigung". Seine Behörde kämpft gegen die abwertende oder demütigende Darstellung von Menschen in der Werbung.

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Ein weiteres Plakat zeigt eine sehr dünne Frau in Rollschuh-Stilettos und Netzstrümpfen, die wie zerbrochener Zweig über einen Barhocker drapiert wurde. Teile ihres Rückens sind bewusst stümperhaft mit Photoshop wegretuschiert. Noch bescheuerter wirkt dieser Kunstgriff, wenn einem anderen Model der halbe Kopf weggestempelt wird. Warum nur? Weil sie den sowieso nicht braucht? Weil es hier nur um die meterlangen Beine geht? Oder weil man hier schockieren will um jeden Preis? In der Mode sind schräge Motive und gewagte Looks oft das Mittel der Wahl, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber manchmal schießt man sich mit solchen Aktionen ins eigene Bein - weil man Frauen und ihre verständliche Wut niemals unterschätzen sollte!

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jm

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    Zu Recht! Für diese Werbung bekommt Saint Laurent richtig Ärger

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