Um die vielen wunderbaren Blogs, die Mütter schreiben, zu würdigen und bekannter zu machen, haben wir die Blog-Sammlung BRIGITTE MOM Blogs gestartet. Blogbeiträge, die uns besonders gefallen, stellen wir hier regelmäßig vor.
Blog-Liebling: Frau Mutter
Bloggerin Frau Mutter hat einen ganz normalen Sohn - der umzingelt ist von Hochbegabten. Wie erklärt man einem Erstklässler, dass er jetzt schon zur nullten Stunde Nachhilfe bekommen soll?
Foto: Anne Kreuz
Heute:
"Hilfe, mein Kind ist normal!" von Frau Mutter - einer Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs
Weil:
Frau Mutter bringt uns mit ihren satirischen Alltagsbeobachtungen immer wieder dazu, laut durch die Redaktion zu lachen. Sie sagt: "Der Lebensaufgabe der Kinderaufzucht begegnet man am besten mit Humor." Recht hat sie!
Blog-Auszug: Hilfe, mein Kind ist normal!
Sebstians Schwester Constanze ist aber bestimmt hochbegabt, denn sonst wäre sie ja nicht mit einer Intellektuellen-Brille auf die Welt gekommen, oder?
Foto: Frau Mutter
"In der 1 b sind mindestens 60 Prozent der Kinder hochbegabt mit einem IQ von 140, aber machen Sie sich mal keine Sorgen, der Sebastian ist ganz normal!"
Das waren die Worte von Sebastians Klassenlehrerin. Ganz normal? Keine Sorgen machen? Wenn mein armes Kind nur von zukünftigen Nobel-Preisträgern umgeben ist?
"Wir sind hier in Berlin-Zehlendorf, Frau Mutter, hier ist gar nichts normal", schob die Pädagogin noch hinterher.
Was haben wir unserem Sohn nur angetan? Wären wir doch nur in Kreuzberg geblieben, da könnte er jetzt auf der Neuköllner "Rütli-Schule" der Einäugige unter Blinden sein, aber hier?
Ich habe wohl einfach die letzten Jahre total gepennt und meinen Sohn nicht genug gefördert. Jetzt rächt sich das Kinderturnen im 08/15-Sportverein und unzählige "Kika"-Einheiten anstatt eines Mandarin-Kurses. Oder liegt es etwa an den shitty Durchschnitts-Genen, die er von uns mitgekriegt hat?
Ein Glück haben wir eine super engagierte Lehrerin, die folgenden Rat hatte: Spielerisches Coaching in der nullten Stunde in den schwächeren Fächern. Zum Glück ist mein Sohn nicht der einzige sechsjährige Zehlendorfer Normalo: Zusammen mit seinem ebenbürtig normal begabten Freund paukt er nun morgens um 7:30 Uhr Buchstaben und Laute. Oder man könnte es auch "nach der Decke strecken" nennen, um mit den Superhirnen Schritt zu halten...
Die "140er- Mädels" (na klaro, die Hochbegabten sind weiblichen Geschlechts) lesen derweil die Landkarten, Namensschilder und alles andere Lesenswerte, was sie im Klassenzimmer finden. Eine der zukünftigen "Mensa"-Mitglieder habe ich kürzlich dabei beobachtet, wie sie den staunenden Eltern den Inhalt des Sicherungskastens vorgelesen hat. Manchmal wird zum Morgenkreis auch einfach mal eine kleine Bruchrechnung geübt. Der Raum, in dem unsere Normalos derweil sitzen, heisst "Zauberzimmer". Höchst passend, denn es wird wohl magische Kräfte benötigen, aus Sebastian einen "140er" zu machen.
Nun ist man ja als Mutter eines durchschnittlich begabten Kindes dann gleich in der Erklärungsnot dem Kind gegenüber, warum nun schon nullte Stunden abgeleistet werden müssen. Ich habe ihm das so erklärt: "Weißt Du, der Spiderman konnte, bevor er Spiderman wurde, auch ganz schlecht lesen. Der wusste auch nicht, wie das "Schlangen-S" aussieht und trotzdem kann er fliegen und Leute retten!"
Sebastian: "Und der Superman? Kann der gut rechnen?"
"Ach, was! Der zieht immer nur sein tolles Trikot an und gibt an!"
Das Schöne ist, dass seine Motivation noch nicht nachgelassen hat. Er geht gerne und entspannt in die Schule mit dem Zauberzimmer und den Super-IQ-Mädels. Ihn scheint es nicht zu stören, wenn er manchmal länger benötigt, um etwas zu kapieren. Und der Inhalt des Sicherungskastens interessiert ihn schon mal gar nicht. Sebastian hängt sowieso lieber Tarzan-mäßig an den Bäumen herunter. Ich sollte mir wirklich ein Beispiel an ihm nehmen, normal kann so entspannt sein!
Text von Frau Mutter auf www.frau-mutter.com











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am um
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Ursula
am 04.10.12 um 17:47
Toleranz für alle Seiten oder nur für eine? Ich finde die meisten Beiträge- und auch ich habe meinen ersten noch im Nachhinein erklärt- überlegt geschrieben und begründet. Es ging hier auch nur um ein Thema und wie es behandelt wird, nicht um die Person von Frau Mutter oder ihre Qualitäten als Mutter. Darüber würde ich mir nie ein Urteil erlauben.
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Greta kidaporter.com
am 04.10.12 um 08:13
Ein wirklich kurzweiliger und super witzig geschriebener Artikel! Ich finde es schade hier in der Diskussion auf so wenig Toleranz zu stoßen und möchte am Beispiel von Frau Mutter's bissigem Artikel wieder einmal auf die freie Meinungsäußerung hinweisen und darauf, dass ein Blog eben ein ganz persönliches Web-Tagebuch ist. Jedem sei überlassen in dem Stil zu schreiben, wie er mag - ob satirisch oder ernst.
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bubukaki
am 24.09.12 um 19:01
Ich lese diesen Blog zum ersten Mal und habe gerade nachgeschaut, wer dahinter steckt, also Nina, machte ursprünglich Theater, Kabarett etc. Und jetzt, mit kleinen Kindern,schreibt sie diesen Blog, zur Unterhaltung anderer Mütter und Nicht-Mütter, finde ich ganz ok. Beim Kabarett hört man die Witze und Pointen, lacht einmal herzhaft darüber oder ärgert sich eben ein bisschen. Beim Blog/Kolumne ist das doch anders. Sie bleibt lange stehen und ist für viele lesbar und deshalb haben wir als Leser/innen und Blogger/innen doch den Anspruch auf faire Witze und Satire. Wir sind nicht verbissen und immer tierisch ernst, wollen einfach gut unterhalten werden, aber wo "noname" Recht hat, hat sie Recht und Ursula kann ich auch gut verstehen. Das ist eben die Kunst an der Sache, einfach locker runterschreiben, kann jeder, ein Niveau zu halten, lange nicht. Das wäre Julia Karnick nicht passiert.
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oldie
am 24.09.12 um 18:52
ich bin 1950 geboren und als ich 22 Jahre alt war, wurde festgestellt, dass ich einen
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cepe
am 24.09.12 um 17:12
Wenn ich so die Kommentare 'beider' Seiten lese muss ich sagen: Gottseidank wuchs ich in Zeiten auf, wo der IQ noch nicht bei Kindern getestet wurde(ausser, sie fielen durch absolut mangelhaftes Arbeiten auf), wir noch mehr als ein Geschwisterkind und die Eltern keine Zeit hatten, uns als den 'Bauchnabel der Welt' vor anderen Leuten hinzustellen. Wir durften Kind sein, teilten uns die schulfreie Zeit selbst ein-so wir nicht im Haus helfen mussten, was üblich war- und wurden nicht ständig mit dieser und jener Tätigkeit vollgestopft.Begabungen wurden gefördert-so es das Haushaltsbudget zuliess- aber nicht als etwas Besonderes gesehen. Man war eben auf die eine oder andere Weise begabt. Da Klassen in Grundschule und Gymnasium groß waren(immer weit über 30), wagten es Eltern gar nicht, an die Lehrer Ansprüche einer Sonderbehandlung ihres Kindes zu stellen. Begabte halfen den Schwächeren- das war normal und erfrischend sozial. Als Studentin erfuhr ich per Zufall von unserer Hochbe
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Hochbegatenmama
am 24.09.12 um 16:30
Es gab und gibt noch immer "normale", "weniger begabte" und "hochbegabte" Kinder. All diesen Kindern tut es meines Erachtens gut, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, gefördert und gefordert zu werden. Jedes Kind nach seinen Möglichkeiten. Es geht hier nicht darum: schlecht, besser oder sehr gut zu sein. Einige Kinder starten von Anfang an durch, andere brauchen eine größtmögliche Förderung um die schulischen Leistungen zum persönlichen Maximum zu bringen. Was ich mir wünsche für unsere Kinder: Jedes nach seinem Können und seinen Fähigkeiten! Und: Liebt die Kinder so wie sind!
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Ursula
am 24.09.12 um 11:08
Ich kann gut verstehen, dass viele genervt sind von den ganzen "hochbegabten" Kindern, die überall auftauchen und von den Eltern, die das ausgesprochen gerne erzählen.
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Ursula
am 24.09.12 um 10:58
Ich kann gut verstehen, dass man genervt ist von all den "hochbegabten" Kindern, die es plötzlich überall gibt und den Eltern, die gerne damit angeben.
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MamaVonMia
am 22.09.12 um 13:25
Ach bitte..... Noname, Ursula & Co.... auch für Mütter wie euch ist dieser SATIRISCHE Bericht geschrieben worden!!! Entspannt euch etwas und laßt euren auch noch so hochbegabten Kindern ihre wohlverdiente Kindheit!!!! Irgendwelchen Wertigkeiten sind sie noch früh genug ausgesetzt, geht ihnen mit besserem Beispiel voraus!
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Narum
am 21.09.12 um 20:18
Es ist doch einfach nur ein witziger Bericht darüber, dass viel zu viel von kindern erwartet wird, anstatt die Kinder einfach mal normale Kinder sein zu lassen. Ich schließe mich das Silke an: einfach lesen und schmunzeln. :-)
mehr (14)Ursula
Und mal ganz ehrlich: Wer den Blog von Frau Mutter kennt, der weiß, dass sie neben komisch auch ernst kann und eine fürsorgliche, tolerante und liebevolle Mutter zu sein schein.
Mädels, manchmal sollten wir alle ein wenig mehr nach der Devise leben: leben und leben lassen.
Viele Grüße
Greta von
<a href="http://www.kidaporter.com/blog/2012/09/moms-challenges-kriterien-zur-auswahl-einer-kita">kid-à-porter</a>
Insofern hat der blog auch seine Berechtigung.
Aber ich kenne viele Familien, die kaum anderen erzählen, dass ihr Kind hochbegabt ist und Kinder, die nicht möchten, dass andere das wissen.
Denn, wie man auch aus den Kommentaren sieht, gibt es eben viele Vorurteile.
Da es nicht nur bedeutet, schnell zu lernen, sondern bei diesen Kindern noch viel mehr dranhängt, haben sie es oft schwer in der Schule.
Nach Jahren mit einem unglücklichen Kind, hat dieser Text mich an der falschen Stelle getroffen.
Also, nichts für ungut,
Ursula
Ich kenne viele Familien, die das fast ganz für sich behalten ein hochbegabtes Kind zu haben aus Angst als überehrgeizige Eltern dazustehen. Und auch die Kinder werden sehr schnell in Schubladen sortiert und wollen gar nicht, dass andere das wissen.
Insofern hat der blog natürlich eine Berechtigung und ich weiss auch, worum es geht.
Aber wie man auch aus den Kommentaren sieht, gibt es sehr viele Vorurteile über Hochbegabte und deren Eltern und für diese Kinder ist es eben oft schwierig in der Schulzeit, weil es nicht nur so ist, dass sie schnell lernen, sondern viel mehr daran hängt. Wenn man selber lange Zeit mit einem sehr unglücklichen Kind beschäftigt ist und dann so etwas liest trifft es einen eben vielleicht an der falschen Stelle.
Nichts für ungut,
Ursula