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Wer einen Job und ein Schulkind hat, kennt das Problem: Zwölf bis 13 Wochen im Jahr hat das Kind frei – der Urlaubsanspruch der Eltern beläuft sich aber auf maximal sechs Wochen. Bleiben sechs Wochen und ein paar Konferenz- oder Brückentage, in der die Schule ausfällt, Mama und Papa aber zur Arbeit müssen. 22 Prozent aller Grundschulen bieten das ganze Jahr über Programm. Gut die Hälfte macht zumindest zeitweise Angebote für die Kleinen. Aber 27 Prozent, also fast jede dritte Grundschule, schließt in den Ferien einfach komplett. Und die Eltern müssen sehen wie sie das Kind zwei Wochen im Frühjahr, sechs Wochen im Sommer, zwei Wochen in Herbst und Winter plus ein paar Tage um Pfingsten herum beschäftigen. Nicht nur während der Grundschulzeit. Denn bis man sein Kind guten Gewissens den ganzen Tag allein zu Hause lässt, muss es schon etwas älter sein.
Klar, wenn die Eltern nicht mehr zusammenleben, kann Papa sechs Wochen abdecken und Mama den Rest. Der Jahresurlaub ist damit auf jeden Fall prima verplant. Aber Zynismus bei Seite: Wieso regt sich niemand darüber auf, dass die Familien mit diesem Problem total allein gelassen werden? 56 Prozent aller Eltern sagen, dass sich Beruf und schulpflichtiges Kind schlecht vereinbaren lassen; fast eine Million Mütter von kleinen Kindern würde einen Job annehmen, wenn eine bessere Betreuung während der Schulferien gesichert wäre; 2,3 Millionen Mütter würden auf Vollzeit aufstocken – wenn sie die Kinder versorgt wüssten. Die Zahlen belegen: Dieser Zustand ist ein Notstand - und eine Mütter-Berufs-Verhinderungspolitik.
In einem Jahr kommt der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Bravo, auch wenn bestimmt nicht gleich alle Elternwünsche erfüllt werden können, besteht ein einklagbares Recht. Auf einen Platz im Kindergarten haben wir seit 1996 einen Anspruch. Vom zweiten bis zum sechsten Lebensjahr klappt die Betreuung also endlich. Aber danach fängt die Misere an.
Silke Baumgarten
Reiterhof? Oma? Freundin: nimmst Du meins, nehm ich Deins? Mühsam ist die Organisation, jeder schulfreie Tag muss genau geplant werden, wehe wenn Oma krank oder die Freundin verschnupft ist. Und das Problem kennen viele bereits von der Ganztagsschule, die sich so nennen darf, weil sie die Kinder an drei Tagen in der Woche bis 15 Uhr beschäftigt. Meine ganzen Tage sehen anders aus.
Ja, wir Eltern wollen Zeit mit unseren Kindern haben. Aber wir brauchen auch Zeit zum Geldverdienen. Hort oder Hartz IV, das darf im Bildungsland Deutschland doch wohl bitte keine Alternative sein.











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am um
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Marie
am 03.09.12 um 01:01
*Aber kinderlose Menschen wollen trotzdem ihre Rente durch die nächste Generation gesichert sehen. Hier stimmt gewaltig was nicht*
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Sandra
am 28.08.12 um 13:33
Junge Menschen sind herausgefordert, Berufseinstieg, Karriere, Partnerschaft, Familiengründung und Elternschaft miteinander zu vereinen. Und das binnen weniger Jahre. Das überfordert viele. So entscheiden sie sich entweder für die Karriere oder die Familie. Das muss sich ändern, wenn die Geburtenrate wieder steigen soll. Die Schauspieler Andrea Sawatzki und Christian Berkel sind seit 14 Jahren ein Paar und haben sich das Leben mit ihren Söhnen (13 und 10) und ihren Rollen immer geteilt. Das Interview kann man hier lesen http://www.atkearney361grad.de/2012/08/28/die-rush-hour-des-lebens-teilen-bringt-gewinn/
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Herr_Rhein
am 06.08.12 um 16:44
Es regt sich „niemand“ auf, weil Familie zur freien Definition verkommen ist, wie Ihre regelmäßigen Ausflüge, in die fantastischen Welten sog. alleinerziehender und gemeinter Frauen, zeigen.
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Uli
am 03.08.12 um 04:56
In dieser Diskussion stimmen viele Argumente. Ja, der Staat kann nicht für alles verantwortlich gemacht werden. Ja, Eltern müssen auch mit Schwierigkeiten umgehne. ABER: Nicht jedes Elternpaar oder jede/r Alleinerziehende/r verdient selbst bei einem Vollzeitjob genug, um "gutes Geld" für Kinderbetreuung auszugeben. Es ist nicht in Ordnung, wenn Eltern nicht zumindest zwei Wochen gemeinsam ihren Jahresurlaub verbringen können. Auch als Mutter und Vater ist man ein Paar und darf das auch leben. Und: Kinder sind unser aller Zukunft. Der Staat kann nicht alles regeln, aber es ist in unser aller Interesse, dass er zumindest die Balance zwischen Arbeit und Kind ein wenig erleichtert. Von Kindern profitieren wir alle - auch als Kinderlose (zu denen ich auch gehöre).
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Wanda
am 02.08.12 um 19:59
Liebe Katie, ich hoffe für sie und alle, die sich der Doppelbelastung aussetzen müssen, dass sie das auch in diesen Ferien geregelt bekommen.
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Katie
am 02.08.12 um 18:13
Frau Wanda hat wohl keine Kinder und weiß daher nicht recht worüber sie schreibt.
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Angelika
am 02.08.12 um 17:49
Na, dann müssen die Eltern halt abwechselnd Urlaub machen und können sich so in Ruhe endlich mal ihren Sprösslingen widmen. Und wenn ihnen das nicht gefällt, so müssen sie eine Privatbetreuung organisieren. Es gibt ältere Leute, die machen das für ein anständiges Geld gern mal ein paar Stunden am Tag für einen absehbaren Zeitraum.
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Angie
am 02.08.12 um 17:30
Wie, Schulen, die in den Ferien schließen? Ich glaube, man kann sich auch aufregen, wenn Wasser flussabwärts fließt.
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Petra
am 02.08.12 um 16:41
Vielen Dank!! Dieser Artikel spricht mir wirklich aus der Seele. Meine Tochter geht in die 3te Klasse, momentan habe ich noch das Glück, die Kinderbetreuung in 6 Wochen der Ferien über die lokalen Grundschulen (die eigene Grundschule hat ebenfalls KEINE eigene Ferienbetreuung!!) und über die Gemeinde abdecken zu können. Wie das nach der Grundschule aussehen soll: ich habe keine Ahnung. Dann habe ich nur noch 2 Wochen Ferienspiele in den Sommerferien.
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Wanda
am 02.08.12 um 15:43
Warum muss eigentlich immer alles der Staat richten?
mehr (10)Stimmt, hier stimmt gewaltig was nicht - nämlich das Rentensystem. Kinderlose Menschen zahlen die höchsten Beiträge, finanzieren Kindergärten, Schulen,........
Mehr Kinder ist hier nicht die Lösung, weil die Aussicht auf einen erforderlichen Beitrag zum Rentensystem leider für viele dieser Kinder nicht sehr wahrscheinlich ist....und die jetzt kinderlosen Beitragszahler werden die Dummen sein, viel eingezahlt und wenig bekommen
Ich erlebte noch Zeiten mit 24 Werktagen Urlaub/Jahr, das waren dann gerade einmal vier Wochen Urlaub. Und wie es der Teufel will, regte sich auch damals „niemand“ auf. Zu der Zeit allerdings waren die Familien nicht nur zahlenmäßig den heutigen überlegen, auch das Zusammenspiel mit zwei Großelternpaaren(!), anderen Verwandten und Freunden funktionierte. Außerdem gab es auch immer schon die Möglichkeit Kinder mal in Gruppen mit Gleichaltrigen vereisen zu lassen. So rational an die Sache rangehend kann aber nicht im Sinne der Notstands Jammerei sein, also hinfort gewischt mit Möglichkeiten und Ausreden gesucht.
Es grüßt ein Teilzeitvater, der seinen gesamten Jahresurlaub gern mit dem angeblichen Stressfaktor verbringt.
Ich selber gehöre zu denen, die auch immer wieder bei Paten und Freundeskindern einspringen, wenn Not an der Frau ist. Wenn es mein Kalender ermöglicht mach ich das gerne, es ist selbstverständlich.
Ich wehre mich aber dagegen, wenn unsere Gesellschaft immer fordernder wird.
Natürlich ist der Staat in der Pflicht im Notfall zu unterstützen! In ihrer Lebenssituation ist das vermutlich auch angebracht. Warum aber soll die Gesellschaft für Betreuungskosten aufkommen, die von vielen Eltern aus der Portokasse bezahlt werden könnte? Steuergelder sollten für finanziell schwache Familien zur Verfügung stehen.
Kinder zu bekommen ist ja wie geschrieben eine freiwillige Sache und wenn die eigene Börse voll ist, dann kann man doch bitte schön erwarten, dass auch selber gezahlt wird.
Ich bin seit dem vierten Lebensmonat meines siebenjährigen Sohnes, so wie seit knapp dreißig Jahren, vollzeit berufstätig und alleinerziehend. Ich habe weder Elternzeit genommen, noch irgendeine Art von Elterngeld bekommen. Ich habe keine Familie im Rücken und keinen Kindesvater. Wenn es nach Menschen, wie Frau Wanda geht, müsste ich Hartz lV beantragen, um mein Kind in den Ferien betreuen zu können. Macht einen Steuerzahler weniger und einen Arbeitslosen mehr. Ich bin jetzt schon in Sorge, wie ich mein Kind in den Ferienzeiten betreuen (lassen) kann und wie ich das finanziell wuppen soll. Aber kinderlose Menschen wollen trotzdem ihre Rente durch die nächste Generation gesichert sehen. Hier stimmt gewaltig was nicht. Kein Wunder, dass immer weniger Menschen Kinder bekommen....
Man kann eben nicht alles haben im Leben.
Ich spreche hier übrigens nicht von Alleinerziehenden ohne verantwortungsvollen Kindsvater oder von der "kleinen Verkäuferin" und ihrem Mann, die beide arbeiten müssen, um zu überleben, sondern von Journalistinnen und ihren gut verdienenden Partnern.
Übrigens: nicht alle Eltern können noch auf einen wenn auch getrennten Kindsvater zurückgreifen. Der hat sich bei uns noch nie für sein Kind interessiert und kommt somit auch nicht zur Ferienbetreuung in Frage. Die Großeltern sind zu alt bzw. verstorben. Alternativbetreuungen sind oft zu teuer und für Alleinerziehende fast nicht finanzierbar.
In anderen europäischen Ländern wie z.B. Frankreich und Skandinavien gibt es auch praxisnahe Lösungen, da könnte sich Deutschland mal ein Beispiel dran nehmen!
Keiner bekommt ein Kind um die Renten zu sichern ;-) Kinder zu bekommen ist eine ebenso egoistische Entscheidung wie keine zu bekommen.
Der Staat kann doch nicht für jeden Engpass verantwortlich gemacht werden.
Elterngeld, Kindergeld, Betreuungsansprüche ... Ist ja alles recht, aber wenn des zwei Verdiener gibt ( sonst wäre die Betreuung ja gesichert) wird doch auch mal was selber finanzierbar sein, oder?