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Autofahren zum zweiten Mal lernen
Angst vorm Autofahren? So werdet ihr sie los!

Autofahren ist für viele nicht möglich - trotz Führerschein. Weil sie lange nicht gefahren sind und Angst haben. Ein Training kann helfen. Unsere Redakteurin hat es ausprobiert.

Foto: SIphotography/Thinkstock

Ich habe vieles gewagt im Leben: neue Städte, neue Freunde, neue Jobs. Aber das Autofahren ist eine Baustelle geblieben. Meinen Führerschein habe ich mit 18 Jahren ohne Probleme geschafft. In dem kleinen Dorf im Münsterland, in dem ich aufgewachsen bin, war das quasi Not und Pflicht. Aber als die Großstädte kamen, hatte ich am Anfang kein Geld für ein Auto und später keinen Mut mehr. Es ging ja auch ohne. Selber Autofahren ist für mich unheimlich und abstrakt: Es bedeutet Chaos, Überforderung, fehlender Überblick, Unfälle.

Die passende Anlaufstelle

Jetzt stelle ich mich der Angst: Mein neuer Job ist zu weit weg, um mit dem Bus hinzufahren. Über Google finde ich eine passende Anlaufstelle: www.angstfrei-autofahren.de. Dahinter steckt Alexandra Bärike. Sie ist Fahrlehrerin und Diplom-Psychologin und hat sich auf die Beratung und Therapie von Personen mit Autofahrängsten spezialisiert. Sie hilft Klienten mit Panikattacken genauso wie solchen, die einfach nur mangelnde Fahrroutine haben. Dreiviertel der Menschen, die zu ihr kommen, sind Frauen.

Diese Art von Angebot ist genau das Richtige für mich. Denn ich will nicht in eine "normale" Fahrschule gehen und zusammen mit 18-jährigen Youngsters lernen. Außerdem fürchte ich, dass ich dort einen Fahrlehrer wie meinen früheren erwischen könnte. Der nicht müde wurde, meine Fehler aufzuzählen.

Meine "Auto-Geschichte" unter der Lupe

An einem sonnigen Samstag betrete ich die Praxis von Alexandra Bärike in Hamburg. Die Angst begleitet mich. Ich weiß, dass mit einer Fahrlehrerin nichts passieren kann, aber es kostet Kraft, mich den Ängsten zu stellen. Doch Alexandra Bärike strahlt mich an.

An ihrem Schreibtisch analysieren wir zunächst meine "Auto-Geschichte". Ich erzähle von meiner Fahrroutine auf dem Land, meiner fehlenden Praxis in der Stadt, meiner Angst vorm Spurenwechsel und meinen Befürchtungen, den Überblick zu verlieren und zu langsam zu reagieren.

Ich werde ernst genommen

Wenn ich anderen von meinen Fahrängsten erzählt habe, kam spätestens an dieser Stelle der Standardspruch: "Dann übst du halt ein bisschen." Aber ich kann mich mit meinen Ängsten im Bauch nicht einfach in das nächstbeste Auto sitzen und "einfach mal üben".

Alexandra Bärike überrascht mich: "Sie haben nie eine Fahrroutine in der Stadt aufgebaut. Dass Sie das nicht können, ist ganz natürlich. Gerade Spurenwechsel ist wirklich schwer." Ich fühle mich sofort ernst genommen.

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  • Text: B. Echtermeyer
    Fotos: privat, Teaserfoto: Martinan/Fotolia.com

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