Von Finca zu Finca: Wandern im Zitronenland
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Am Morgen unserer letzten großen Tour scheint die Sonne, Schafe blöken, der Weg windet sich gut sichtbar bergauf. Bis wir ganz oben auf einer Lichtung stehen und dann im Wald. Die Karte sagt, da ist ein Weg, wir haben aber keine Dagmar dabei, die ihn für uns finden kann. Liebes Wunderland, das gibt Punktabzug, denke ich, als wir uns durch den Wald bergab hangeln. Mein Vertrauen kehrt zurück, als tief unten das angekündigte Flussbett durchscheint. Und als eine Stunde später unter uns der milchig-türkisfarbene Stausee Cúber auftaucht, lassen wir uns sprach- und atemlos auf einen großen Stein am Ufer plumpsen. Windschiefe Bäume strecken sich wie Hände aus dem Wasser, Schafe sprenkeln die umliegenden Wiesen, von der Radarstation des Puig Major, mit 1447 Metern Mallorcas höchster Berg, blickt James Bond mit dem Fernglas auf uns herunter. So stelle ich mir das zumindest vor, denn diese karge Berglandschaft wäre die ideale Kulisse für einen Bond-Showdown. Wir vergessen fast, dass wir noch gut drei Stunden Abstieg vor uns haben.
Es ist schon dunkel, als wir uns einen Weg durch die Gassen von Sóller bahnen und schließlich die Zufahrtstraße zum Hotel "Can Coll" hochschleppen. Aus dem Garten kommt unter satt behängten Bäumen eine helle Wolke angeflogen und hüpft um uns herum. "Max, komm her", ruft ein junger Mann dem Golden Retriever nach, stellt sich als Daniel vor und nimmt uns die Rucksäcke ab. Wir sind angekommen. Wenn mein Mallorca-Märchen noch eine Happy- End-Kulisse gebraucht hat, hier ist sie. Das sagt mir in der Dunkelheit schon meine Nase, die den Baumbehang als reife Orangen und Zitronen identifiziert hat. Und die anderen Sinne bestätigen es, als ich am nächsten Tag ausgeschlafen kurz vor Mittag an den reichlich gedeckten Frühstückstisch komme. Max, der sauberste und freundlichste Hund, den ich je getroffen habe, springt durch den Garten und jagt die Zitronen, die wir für ihn werfen. Wir laufen ein letztes Mal, nur einen kurzen Weg, bis wir in Port de Sóller in einer Tapas-Bar am Meer sitzen. Dann springen wir in den alten Zug zurück nach Sóller, in der Finca wartet bereits eine Masseurin auf uns - und ein selbst gebackener Kuchen von Daniels Frau Maike.
Wenn nun der Eindruck entstanden ist, dass wir nicht nur im Wunder-, sondern auch im Schlaraffenland waren: stimmt. Und auch wieder nicht, schließlich kamen all die Köstlichkeiten nicht einfach so auf uns zugeflogen. Wir haben uns diesen Kuchen verdient. Schritt für Schritt. Bilder, Beschreibungen und Adressen der drei Vier-Sterne-Fincas an unserer Wanderroute finden Sie auf den folgenden Seiten.













