BRIGITTE-Radtour
Radtour Italien-Kroatien: Volle Fahrt ins Glück

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Was für ein Platz! Kein Wunder, dass die Piazza dell'Unità in Triest auch Piazza Grande genannt wird

Was für ein Platz! Kein Wunder, dass die Piazza dell'Unità in Triest auch Piazza Grande genannt wird

Olivenbäume. Feigen. Ein würziger Duft, ganz mediterran. Ein knallblaues Meer, die Wellen tanzen. Slowenien. Eine unscheinbare Grenzstation, an der wir einfach durchgewinkt werden - wir sind die einzigen Radler. Ich atme tief durch, es ist eine andere Luft hier. Der Wind bläst uns nach vorn. Schiebt uns sachte weiter, schließlich nach Kroatien, von Grenzstation zu Grenzstation sind es nicht mal 50 Kilometer. Der Wind und die Düfte - ein Treibstoff, der mich euphorisch macht. Und ich merke kaum noch, wie ich trete.

"Schau!"-Stelle: Kurz vor Triest kann man die Steilküste von Schloss Duino aus bewundern

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In den Hügeln Kroatiens ist dann wieder alles anders. Wie gut, dass es Gangschaltungen gibt. Wir haben einen Guide, Manuel, der uns über die verzweigten Wege jenseits der Landstraßen führt. Ein ziemlich korpulenter Kroate, der viele harte Touren fährt - aber nicht mit uns, versichert er. Manuel zeigt uns die Parenzana, die alte Strecke der Schmalspur-Eisenbahn, heute eine Schotterpiste. Vor mehr als 100 Jahren wurde die Bahn von den Österreichern betrieben, führte von Triest bis nach Kroatien und transportierte die Herrlichkeiten Istriens in den Norden, Weine und Olivenöle etwa. Jetzt ist die Parenzana für Radler reserviert. Ein wilder Ritt über holprige Wege, durch eine üppige, satte Landschaft. Weinfelder, Olivenhaine, Kiefernwälder. Hügel, auf denen Orte wie Vogelnester liegen. Mal schweißtreibende Steigungen, dann wieder rasante Abfahrten. Buje, Groznjan, Vizinada. Die Hügellandschaft ist das perfekte Finale. Und dann Porec, auf einer Halbinsel gelegen, mit einer verwinkelten Altstadt. Ermattet gehen wir in eine Bar und stoßen mit Spumante an. Den letzten Schluck kippe ich über meinen Lenker. Grazie, bici!

Auf dem Kilometerzähler lese ich die Tourdaten ab: Länge 320 Kilometer. Durchschnittsgeschwindigkeit 12,8. Maximale Geschwindigkeit 41,1. Sechs Tage waren wir auf dem Rad. Das Schnellboot von Venedig nach Porec? braucht nur zweieinhalb Stunden.

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  • Text: Franziska Wolffheim; Fotos: Christina Körte
    BRIGITTE Heft 12/2012
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