Australien: Das Rauschen von Sydney

Beim Paddeln durch Sydney genoss Julica Jungehülsing neue Blickwinkel - und das Glück der Frühaufsteher.

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Hafentour für Individualisten mit freiem Blick auf die Oper

Hafentour für Individualisten mit freiem Blick auf die Oper

Foto: Getty Images

Mein Kajak kippelt bedenklich, Wellen schwappen gegen den Bug. Eine Möwenfamilie platscht in die Gischt, ich gucke genauer hin und bemerke ein gutes Stück hinter den Vögeln den Grund für den Seegang: Die Manly-Fähre rauscht vorbei. Sie ist auf dem Weg Richtung Harbour Bridge, und sie hat Vorfahrt. Ich bin ihr zu nahe gekommen, weil ich zu viel Sonne im Visier hatte.

Warum müssen wir das neue Café in Chowder Bay ausgerechnet per Kajak ansteuern? "Es macht mehr Spaß!", ruft meine Freundin Sue und paddelt weiter. Sie hat völlig recht. Es ist viel schöner, über einen gerade erwachten Hafen zu schippern, als im Morgenverkehr im Auto zu sitzen. Manche behaupten, den gut vier Millionen Sydneysidern, einem jungen, multikulturellen Mix aus über 150 Ländern, gehe es überhaupt nur um drei Dinge: Wasser, Spaß und guten Caffè latte.

Wer aus einem der gläsernen Wolkenkratzer im Zentrum blickt, sieht etwas Blaues blitzen: Der Hafen schlängelt sich zwischen Innenstadt und Wohnvierteln, er ist die Verbindung zum Ozean. Aber Sydney Harbour ist noch viel mehr als eine Schneise für Schiffe. Er ist eine hundertfach verzweigte Wasserlandschaft, umgeben von gut 300 Kilometern Küste, Felsnasen und versteckten Badebuchten, Klippenwanderwegen, restaurierten Werften und modernen Quais.

Es sind eine Menge Boote unterwegs, aber die wenigsten sind so klein wie unsere beiden Kajaks. Wir paddeln von Rose Bay Richtung Norden, vorbei an skurril geformten Felsvorsprüngen und an Shark Island, einer allein von Seevögeln bewohnten Insel. Meist sehen wir am hügeligen Ufer schicke Sandsteinvillen und terrassenartig gebaute Apartmenthäuser. Docks und Industrie sind weitgehend umgesiedelt Richtung Süden nach Botany Bay und nach Newcastle im Norden. Heute ist Port Jackson, wie der Hafen auch genannt wird, vor allem dekorative Kulisse, Weg zur Arbeit und Tummelplatz für Segler oder Angler - ein Biotop für Sydneys lässige Leichtigkeit.

TIPP: Das große Australien-Special mit Tasmanien ("So weit, so gut") lesen Sie in BRGITTE Heft 2 - ab 2. Januar 2009 am Kiosk!

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  • Ein Artikel aus der BRIGITTE 02/09
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